DGGL-Preis für Zeitgenössische Gartenkunst Garten-Oskar

Der DGGL-Preis für zeitgenössische Gartenkultur in Hessen, der „Garten-Oskar“, wird in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verliehen. Mit diesem Preis möchte die DGGL Grünkonzepte in Hessen auszeichnen, die ästhetisch, funktional und nachhaltig gestaltet wurden. Die ausgezeichneten Projekte sollen anregen, neue Grün- und Freiräume mit gestalterischem Anspruch in sozialer und ökologischer Verantwortung zu gestalten.

Am 18. November 2016 wurde in einer Feierstunde im festlichen Rahmen von Schloss Biebrich in Wiesbaden der Garten-Oskar 2016 verliehen. Veranstalter war die DGGL-Hessen in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt. Überreicht wurde der Preis von der Staatssekretärin dieses Ministeriums, Dr. Beatrix Tappeser.

Den Garten-Oskar 2016 erhielt die Frankfurter Landschaftsarchitektin Ute Wittich für die Wohnanlage „Central & Park“ im Frankfurter Europaviertel.

Die FAZ-Journalistin Mechthild Harting begann ihre Laudatio zur Verleihung des Preises mit folgenden Sätzen:
„Das Europaviertel ist eines der jüngsten Neubaugebiete in der Stadt Frankfurt. Es ist zentral an der Messe gelegen, da es  auf der Fläche des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs entsteht. Es ist 90 Hektar groß. Mehr als 10 000 Menschen werden dort eines Tages wohnen, viele Tausende dort  arbeiten. Es ist ein sehr kompakter Stadtteil, der dort entstanden ist und noch immer entsteht.

Was die einen als modernen, aufgrund der Dichte sehr urbanen Stadtteil preisen, ist für andere eine Negativbeispiel. Die den Stadtteil durchziehende Europa-Allee wird von manchem Frankfurter längst despektierlich als „Stalinallee“ bezeichnet.

Und in dieser Gemengelage, ist etwas Besonderes verwirklicht worden: Auf dem privaten Grund und Boden einer großen Immobilienentwicklungsgesellschaft ist zwischen mehreren frei stehenden Mehrfamilienhäusern, sogenannten Punkthäusern,  eine grüne Oase und zwar eine grüne, blühende und gestaltete Oase entstanden. Kein noch so modernes Urban Gardening-Projekt, keine Wildnis, sondern ein besonders gelungenes Beispiel für zeitgemäße Gartenkunst. Man erlebt dort das Wechselspiel aus dem Einsatz von Pflanzen auf der einen und strukturierende Elemente wie Wege, Plätze und Pergolen auf der anderen Seite. Zusammen entsteht daraus eine sichtbare, fast spürbare Gestaltung. Und genau dafür sind Landschaftsarchitekten da. Die Jury der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschafskultur (DGGL) hat dieses Beispiel so gut gefallen, dass es  ihr in diesem Jahr die Auszeichnung mit dem „Garten-Oskar 2016“ wert ist. Zu Recht.“

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser, Ute Wittich, Petra Hirsch - Foto: Melina Eger
Detail der preisgekrönten Anlage - Foto: Ferdinand Graf Luckner


Nachfolgend stellen wir Ihnen einige der bisherigen Preisträger des Garten-Oskar im Überblick vor.

Jahr Preisträger Projekt
2001 Ute Wittich Schachbrett Gartenfest Schloss Fasanerie
2002 Belobigungen an Louafi und Büro Götte Weltausstellung Hannover/ Friedhof Viernheim
2003 Dr. Hans Dorn Eigener Hausgarten
2004 Sommerlad Haase Kuhli Allianz-Vers. Frankfurt
2005 Bittkau Bartfelder Villengarten in Wiesbaden
2006 keine Vergabe  
2007 PGNU Villengarten in Königstein
2008 Ipach + Dreisbusch Annapark in Alsdorf
2009 Hartmut R. Raible Wohngarten in Nieder-Olm
2010 Neuhann und Kresse Kreiskrankenhaus Bad Soden
2011 Scholtissek Landschaftsarchitekten aus Eltville private Gartensituation mit Schwimmteich
2012 Adler & Olesch Landschaftsarchitekten Mainz, Stefan Bitter Der Garten des Philosophen
2014 MANN Landschaftsarchitektur in Fulda, Tobias Mann Quartiersplatz „Am Hirtsrain“ in Fulda
2015 Adler & Olesch Landschaftsarchitekten Mainz, Stefan Bitter Terroir, zeitgenössische Gartenkunst in einem alten Weinberg
2016 Frankfurter Landschaftsarchitektin Ute Wittich Wohnanlage „Central & Park“ im Frankfurter Europaviertel