‚Ich hab noch einen Koffer in Berlin‘ oder „Exkursion zur IGA Berlin 2017 und auf den Spuren von Pückler und Lenné“

Reisetagebuch zur Jahresexkursion des DGGL Landesverbandes Thüringen

Zuerst möchte ich den Organisatorinnen dieser Exkursion Kerstin Beckert und Cornelia Pacalaj sowie der "Finanzministerin" Ingrid Ritzel für die Organisation der Reise danken.

Die Fahrt begann am 25.08.2017 abhängig vom Ort der Abfahrt zu unterschiedlichen Zeiten und trotzdem für einige gefühlt mitten in der Nacht. So fuhr der Bus vom Busunternehmen Wollschläger aus Laucha bei Gotha mit Reiner B., man kann ihn mittlerweile beruhigt als Stammfahrer bezeichnen, schon gegen halb 6 in Gotha los. Nach dem Halt in Erfurt und Weimar, war in Bad Klosterlausnitz, als letztem Zwischenstopp, die Sammeltour beendet.

Auch wenn man diesmal nicht alle Mitreisenden gleich kannte, so hatte sich doch wieder eine bunte Truppe zusammengefunden. Nicht nur Mitglieder des DGGL sondern auch Freunde der anderen zugehörigen Verbände und Vereine sind mitgefahren. Kurz darauf war schon der erste Zwischenstopp. Für die, die in Gotha schon zugestiegen waren wurde es Zeit, für die letztzugestiegenen war es so wie eine Haltestelle mit der Straßenbahn. Kaum hingesetzt, schon wieder aussteigen. Aber das Gesetz duldet nun mal keine Fahrzeitüberziehung. Positiv war, dass nach diesem Zwischenstopp die Reise dann bis zum ersten Ziel ohne weitere Stopps weiter ging.

Herr Bleicher, als 1. Vorsitzender des Landesverbandes DGGL Thüringen, nutze die Gelegenheit um ein paar Worte der Begrüßung zu finden. Dabei wurde der DGGL auch für die ‚Neulinge‘ der DGGL kurz vorgestellt. 

Einige Baustellen bescherten uns dann doch noch einige Minuten Verspätung bei der Ankunft in Babelsberg.

1. Station - Schloss und Park Babelsberg
Das Team vom Schloss Babelsberg managte aber die Gruppe trotzdem, so dass der Tagesplan nicht weiter gefährdet war. Nach einer Führung im Schloss, welche aus Kapazitätsgründen in zwei Gruppen durchgeführt wurde, gab es noch eine kleine Parkführung. Haupthema der Führung war die Ausstellung „Pückler. Der grüne Fürst und die Kaiserin“ ebenso interessant wurde auf die „Ausblicke“ hingewiesen. Dabei ging es weniger um Zukunftsperspektiven als um faszinierende Aussichten durch die großen Fenster auf die wiederhergestellten Terrassen, den Park Babelsberg und die Potsdamer Parklandschaft. 

Die Ausstellung gewährt einen Einblick in die gartenkünstlerische Trickkiste des Fürsten Pückler (1785–1871), der zu seiner Zeit als eigenwilliger Standesherr, Weltreisender und Schriftsteller bekannt war und nicht erst heute als Gartenkünstler wiederentdeckt wird. 

Gedankliche Ausflüge zur Entstehungsgeschichte des neugotischen Schlosses unter Schinkel und der daran angeschlossenen Parkanlage, deren Entstehung unter Lenné und Pückler wegweisend ist, ist wohl selbsterklärend. Kleine Episoden wie der ‚Brüderkrieg‘ bei der Gestaltung der Parkanlagen und deren technische Ausstattung, wie zum Beispiel die Episode um die Entstehungsgeschichte um das Maschinenhaus lockerten die Führung auf.

2. Fahrt mit Wassertaxi zum Park Sacrow
Nach der Fahrt über die Potsdamer Seenlandschaft kamen wir am Park Sacrow an. Hier wurde die Gruppe von Uwe Held in Empfang genommen. Er betreut den Park seit dem Jahre 2000. Vorherige Stätten seines Schaffens finden sich im Park Babelsberg (1989/90) und im Schlossgarten Caputh 1990 – 2000. Er ist ein ‚Visonär auf geschichtlichen Grundlagen‘. Man kann auch sagen ‚Ein Mann eine Vision‘. Herr Held führte die Gruppe mit Ausführungen über die verschiedenen Epochen (Schichten) der Entstehung und der Existenz des Parks durch ‚seine Visionen‘ den Park nach Lennè wieder entstehen zu lassen. Besonderes Augenmerk legt er auf die Wiederherstellung der ursprünglichen vielen Sicht- und Doppelsichtachsen. Diese sind hier besonders ausgeprägt. Durch die exponierte Lage des Parks ergeben sich diese an vielen Orten des Parks.

Neu für viele aus der Gruppe war die Verwendung/Bezeichnung einer Birke als ‚Gardinenbaum‘, um Sichten zu steuern und zu lenken. Außerdem wurde uns die Bedeutung der römischen Bank im Park mit direkter Sicht zum Schloss, jedoch nicht in umgekehrter Richtung, (da die Bank etwas abgesenkt ist, und somit vom Schloss aus nicht direkt sichtbar) nähergebracht.

Herr Held schaffte es der Gruppe die Besonderheiten ‚seines‘ Parks rüberzubringen und zu vermitteln.  

Anschließend an die Führung durch den Park bestand die Möglichkeit des Besuchs der Ausstellung ‚Gärtner führen keine Kriege‘. Diese war schon Thema der Vorführung zur Jahreshauptversammlung der DGGL Thüringen und wurde zahlreich angenommen. Danach fand der Tag mit der Fahrt zum Hotel seinen Abschluss.

26.08.2017

IGA Berlin 2017
Nach dem Frühstück ging es los, damit der Tag gut genutzt werden konnte. Die Anfahrt zum IGA-Gelände war recht kurz und entspannt. Kleinere Episoden unseres Busfahrers zur Geschichte Berlins und seiner ‚Erlebnisse‘ aus früheren Zeiten lockerten die Fahrt durch die Stadt auf.

Auf dem Gelände der IGA wurden von Leonie Rhode zur Führung durch die Internationalen Gärten herzlichst begrüßt. Sie machte zu Beginn Ausführungen zum Werdegang der Gartenanlage von den 70iger Jahren bis heute. Die Geschichte und der Hintergrund des Geländes waren für einige Teilnehmer der Gruppe Neuland. So wurde die Zeit als Erholungspark Marzahn 1987 zu den 750 Jahrfeiern von Berlin als auch die Pläne für den Chinesischen Garten, dessen Eröffnung im Jahre 2000 erfolgte, angesprochen und behandelt. Beim anschließenden Rundgang wurden Ausführungen zu den einzelnen Themepunkten der einzelnen Gärten gegeben. Dass die IGA 2017 von Tempelhof nach Marzahn verlegt wurde, nachdem Bürgerproteste den Bürgerpark Tempelhof aus dem Rennen genommen haben waren ebenso Informationen wie die Ausführungen zum Konzept welches die Einfügung in die städtebaulichen Gegebenheiten vorsah und somit eine Grüne Verbindung zwischen den Stadtteilen Marzahn und Hellersdorf geschaffen hat.

Imposant sind die vielen verschiedenen Herangehensweisen und Darstellungen in den jeweiligen Gärten. Erschreckend war den Gegensatz zwischen den Gärten von Südafrika und dem ‚Los Angeles Garden‘ zu sehen. Hier zeigen sich teilweise Klischees bestätigt. 

Interessant ist die Tatsache dass der chinesische Garten nicht nur der Erste sondern auch  der Größte ist, ebenso das sämtliches Material einschl. der Arbeitskräfte und der ‚Reiskocher‘ eingeflogen und eingeschifft wurden. Besonderheit ist hier dass die Gestaltung von chinesischen Gärten ihren Ursprung in der Intuition von Literaten und Philosophen, nicht aber von Gartenplanern liegt. Die Nachbildung der Schönheit der Natur ist die Grundlage der Gestaltung, sowie die Bedeutung der Steine etc.  

Beim anschließenden Rundgang wurden Ausführungen zu den einzelnen Themepunkten der einzelnen Gärten gegeben.

Zur IGA 2017 wurde der 10. Garten eröffnet. Außerdem fand eine Erweiterung des Konzeptes mit zeitgenössischer Landschaftsplanung statt. 

Rundgang durch verschiedene internationale Gärten:

Australien  

Regenversickerung, Dachbegrünungen und andere Flächen werden in die Sickerrigolen entwässert, Überlaufsystem ermöglicht die gesteuerte Versickerung

Garten Vulcan 

Garten Südafrika 

Garten Los Angeles USA 

Übergang von gestalteter zu offener Landschaft 

Wassergärten "Promenade Aquatica" 

Chinesischer Garten  

Chin. Garten Beginn der Wandelgänge 

Wasser im Chinesischen Garten 

Christlicher Garten 

- angelegt ähnlich einem Kreuzgang

- geformt durch Zitate aus dem alten Fundament, neues Testament, Zitate von Philosophen und Geistlichen

27.08.2017
Karl-Foerster-Garten auf dem Gelände der IGA 2017

- naturnah gestaltet
- Elemente aus den 20iger Jahren
- Pflanzengesellschaften aus der Natur in den Garten bringen

Gemeinsamkeiten der Gärten im Orient, - Wohnhöfe, gestaltet von einem Berliner Architekten mit tunesischen Wurzeln

Verabschiedung und Erläuterungen zu weiteren Attraktionen, Mittagessen, Nachmittag zur freien Verfügung, Fahrt mit der Seilbahn, Rückweg über  Wuhlesteg, Weinprobe etc.

Die Führung durch den Garten wurde in zwei Gruppen durchgeführt um eine Bessere Information über das Werden und Wachsen des Gartens von der Entstehung bis heute für alle verständlich rüber zu bringen. Wir hatten den Vorzug von Karl Foersters Gartenfee geführt und informiert zu werden. Sie liebt den Garten und lebt ihn. Mit so viel Herzblut und so umfassend wird man nur selten informiert und in die Geheimnisse eingewiesen. Ähnlich wie Herr Held im Park Sacrow lebt die Gartenfee ihre Visionen unter Beachtung der ‚Alten Meister‘. 

Die Führung umfasste alle Bereiche der Anlage wie Senkgarten, Frühlingsweg, Herbstgarten, Steingarten und Farngarten. Außerdem wurden zahlreiche Ausführungen zur Geschichte der Karl Foerster + Maria Foerster Stiftung informativ rübergebracht. 

Dabei entstanden nicht nur bei Herrn Bleicher Gedanken wie ‚Führerin so bunt wie Ihre Arbeit‘; ‚Foerster - ‚nicht aus Unverstand etwas kaufen, was zu Hause verblüht‘ oder ‚Schneiden wenn die Forsythie blüht, die weiß genau wann es soweit ist.‘ Im Bezug auf das Schneiden von Lavendel und anderen Frühjahrsschnitten. 1m² Steingarten  ist wie 100 m² normaler Garten (die Gartenfee im Bezug auf den Pflegeaufwand)

Nach dem Rundgang hatten wir noch Zeit uns in der Gärtnerei, welche nicht mehr zum Garten gehört, das eine oder andere neue ‚lebende‘ Andenken zu zulegen und bei Getränken und Eis die Eindrücke sacken zulassen.

Impressionen

Seite 2 von 2
Seite 2 von 2

Auf der Rückfahrt zeigte sich wiederum das Organisationtalent des Busfahrers bzw. der Firma Wollschläger. Spontan wurde, auf eine Empfehlung der Chefin des Busunternehmens, ein Zwischenstopp in Linthe zum Mittagessen organisiert. Dies wurde von allen Mitreisenden begrüßt und gern angenommen. Bei der Rückfahrt nutzte Herr Bleicher die Zeit für eine kleine Zusammenfassung seiner Gedanken der letzten Tage unter der selbstgewählten ‚Überschrift‘ „ Mein schönstes Erlebnis“ kundzutun und Worte des Dankes an die Organisatoren zu richten. 

Babelsberg - Rückkehr zu Lenné und Pückler

Babelsberg – Ausblicke von Innen nach Außen – Gartenentdeckungen

nicht alles ist Gold was glänzt,  

F. Pückler – Schein und Sein

Schlechtmachen der Leistungen des Vorgängers, damit die eigene Leistung besser da steht.

Linne hat eine Perlenkette von Gärten geschaffen, Pückler wollte dem einen Diamanten anfügen  

Klatsch und Tratsch ist keine Erfindung der Neuzeit

Wassertaxi – dynamisches Element als Verbindung zwischen den Gärten

Park Sacrow -    gelernt   -  Morgen

Tages  Ansichten

Abend

und nachts??

Licht + Schatten im Park

Grundstruktur – Verbindung zu Pückler

Gardinenbäume

DANKE an die Organisatorinnen, DANKE an den Busfahrer