• zumindest einem Teil davon 😊

23.05.2025

Die Abfahrt war für 11.00 Uhr geplant und Petrus wollte uns eigentlich aus Thüringen herausspülen. Am altbewährten Abfahrtspunkt (Bahnhof Erfurt) ging es zwar pünktlich los, aber bei schönstem Reisewetter.

Weil es auf der Strecke lag wurden in Jena noch 3 Reisende aufgenommen.

Schloss und Park Colditz

Mit leichter Verspätung sind wir in Colditz angekommen. Schirm mitnehmen war zwar angesagt, aber es hielt sich. Hier empfing uns Cindy Hildebrandt, Mitglied im LV Thüringen, um uns herzlichst zu begrüßen und zum Schloss zu geleiten. Leider konnte sie auf Grund stimmlicher Probleme die Führung nicht wie geplant machen, so dass zwei Mitarbeiterinnen der Anlage einsprangen. So wurde die Gruppe geteilt und sowohl durch das Schloss als auch die angrenzenden Gärten geführt. Hier gab es ausführliche Erzählungen zur Geschichte der über viele Epochen entstandenen und mehrfach an- und umgebauten Schlossanlage. Ebenso zum Umfeld des Schlosses der eigentlichen Parkanlage. Hier wurde vor allem lustwandelt. Hauptsächlich wurde die Anlage mit Weinbergen und Lustgärten betrieben. Eine eigene Gärtnerei im ‚Tierpark‘ sorgte sich auch um die Freianlage mit ‚Lustteichen‘ für Wasservögel und Fische, welche unweigerlich auch auf der Speisekarte landeten. 

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Eine Machbarkeitsstudie über die weitere Nutzung und den Erhalt der gesamten Anlage wurde von Cindy Hildebrandt erstellt. Sie dient vor allem dazu die Anlage in eine weitere sinnvolle Nutzung zu überführen

Interessant ist, dass ein Großteil der Schlossanlage als Jugendherberge genutzt wird. So gibt es für die doch großen Gebäude eine sinnvolle Nachnutzung, da wie immer die Mittel zum Erhalt eng bemessen sind.

Klosterpark Altenzella.

Nach einer Anfahrt durch den angekündigten Wolkenbruch kamen wir in Altenzella verspätet, aber rechtzeitig zum Ende des Wolkenbruchs an. 

Die Bustüren gingen auf und der Himmel erstrahlte im leuchtenden Blau, als wäre nie was gewesen.

Uns erwartete Leonie Wittmann. Sie hat hier ein Volontariat über 2 Jahre und ebenfalls eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung der Anlage insgesamt, und den Klosterpark im Speziellen gemacht.

Mit viel Herzblut und Hintergrundwissen brachte sie uns die Informationen über die Anlage näher.

Das Kloster stammt aus dem 12. Jahrhundert. Zur Reformation wurden die Mönche aus den Klöstern vertrieben. So auch in Altenzella.
Das Kloster wurde aufgelöst und in ein kurfürstliches Kammergut umgewandelt.
Leider war damit aber auch der Verfall der Anlage nicht aufzuhalten, da nur die notwendigsten Gebäude erhalten werden konnten.

In den 1780ern ließ Friedrich August III. hier ein Mausoleum im frühklassizistischen Stil errichten um eine Begräbnisstätte der Wettiner zu schaffen.

Johann Gottfried Hübler gestaltete als Hofgärtner den Landschaftspark um die Grabstätte.

Er schaffte es die Reste und Ruinen der alten Klostergebäude in die Anlage einzubinden und gestalterisch zu nutzen. Auch gibt es einen alten Mühlgraben , der aber leider durch viele Baumaßnahmen der Neuzeit kein Wasser mehr führt. Ehemals wurde hier über Rohrleitungen das Wasser herangeführt um dann offen durch den Park zu fließen.

Unter anderem Caspar David Friedrich und Ludwig Richter holten sich hier Inspirationen für ihr künstlerisches Schaffen.

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Später erwartete uns das gemeinsame Abendessen im Hotel mit anschließendem Erkunden für Alle die Dresden kannten oder nicht und Alle die lange nicht hier waren.

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24.05.2025

Bad Muskau

Sonniges Wetter, gut gefrühstückt

Geplant 4 Stunden

Hier hat uns Josephine Salomo empfangen. Auch sie hat in dieser Anlage ein Volontariat gemacht. Gut vorbereitet führte sie uns durch die Parkanlage.

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Der Park in seiner heutigen Schönheit ist, nach intensiver Arbeit nach der Wende, erst wieder hergestellt worden. Besonders der polnische Teil war komplett verwildert und musste erst mühsam wieder freigelegt werden.  Leider gibt keine abstimmende Zusammenarbeit zwischen den Nationen mehr. Nicht nur deutsche Gesetze, Arbeitsschutz etc. sprechen dagegen. Und das in einem ‚vereinten‘ Europa. Hier wäre dringend eine gemeinsame Richtung von Vorteil.

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Der Garten unterteilt sich in versch. Abschnitte.
Badepark, Schloßpark, Schloßgärtnerei (direkt am Schloss)

Bei der Gestaltung der verschiedenen Bereiche des Landschaftsparks setzte Fürst Pückler besondere Akzente. Diese wurden in Form von Platanen - die markieren die Zu- oder Abgänge des Pleasure ground - , oder Steinbänken - diese markieren besondere Sichtachsen oder andere besondere Plätze, angelegt.

Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau

Das meistfotografierte Highlight ist wohl die Ratozbrücke mitten über den Teich. Diese Brücke mit der Besonderheit des vollständigen Kreises im Spiegelbild ist eine bauliche Besonderheit, wenn auch nur als Gestaltungselement. Das Ensemble mit dem umgebenden Kunstfelsen lässt gestalterische  Diskussionen offen, stellt aber eine Installation der besonderen Art dar.

Besonders um diese Jahreszeit ist der Parkbesuch ein Highlight da die Rhododendronblüte hier durch das gesamte Areal leuchtet und es in ein besonderes Licht rückt.

Leider sind auch hier die teilweisen negativen Auswirkungen der Neuzeit sichtbar. Um verschiedene Richtungen der/des SozialMedia einzudämmen, mussten nicht so vorteilhafte Absperrungen in der Parkanlage installiert werden. Dies zerstört die Anlage in einigen Bereichen erheblich. 

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Dresden Hellerau

Gelebte Liebe zum Stadtteil – das zeigt sich in den Ausführungen von Stadtplaner Olaf Reiter.  Er hat hier seine Passion und seine Heimat gefunden.  Mit viel Engagement und fachlichem Knowhow bringt er sich in diesem Stadtteil ein und dem interessierten Publikum sein Hellerau auf besondere Art rüber.

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Die Entstehungsgeschichte der Siedlung Hellerau, die Verbundenheit mit der Möbelherstellung und dem Werk im Allgemeinen und vor allem der Kampf um den ursprünglichen Erhalt auch mit den Herausforderungen der Neuzeit (zu viele Autos in den engen Straßen, moderne Einbauten und neue Baunormen, größerer Platzbedarf etc.) ist gerade hier erlebbar und wurde durch Herrn Reiter informativ rübergebracht. Leider war auch hier wieder viel zu wenig Zeit, aber der Anstoß ist gemacht, so dass der Interessierte gern wieder kommen wird.  

25.05.2025

Landschaftsgarten Seifersdorfer Tal

Ein Parkplatz im Nirgendwo, so scheint es, wenn man in Seifersdorf ankommt. Aber nach einem kurzen Fußmarsch durch die Ebereschenallee öffnet sich ein besonderes Kleinod.

Die negative Nachricht, die Versorgung der gesamten Gruppe zur geplanten Zeit scheitert an den Kapazitäten des Imbisses. Aber solche ‚Probleme‘ lösen wir ja mittlerweile nebenbei.

Frau Franz war mit dem Bus von Dresden aus mitgefahren und somit waren wir von Anfang an vollständig.

Stephan Zell aus dem LV Rheinland hatte Interesse an der Führung geäußert und da er gerade im Raum Dresden unterwegs war sich uns hier angeschlossen.

Frau Franz hatte vor einigen Jahren hier ihre Diplomarbeit zur „Flur- und Ent­wick­lungskonzeption“ des Seifersdorfer Tals mit 2 Mitstudentinnen abgeschlossen.

Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründeten sie 1981 einen „Verein“ unter dem Schutz des Kulturbundes der DDR. Vereinsgründungen waren zu dieser Zeit immer etwas heikel bis gar nicht möglich.

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Sie begannen das Tal mit Ihrer Arbeit wieder zu erwecken. Dabei richteten sie Ihr Augenmerk auf die Denkmal- und Naturschutzbelange gleichermaßen.  

Erst nach dem politischem Umbruch 1990 konnte aus dieser Initiative ein Verein entstehen, der bis heute Bestand hat.    ()

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Botanische Sammlungen Landschloß Zuschendorf

Trotz Regen empfing uns Margret Scheerer vor der Anlage an einem der historischen Gewächshäuser aus der königlichen Hofgärtnerei in Pillnitz. Sie machte mit viel Engagement und dem Wetter trotzend Ausführungen zur Geschichte des Schlosses und der Parkanlage. Ebenso zur Geschichte der Gärtnereien in und um Dresden und deren Historie. Leider sind nach 1990 viele Gärtnereien aufgegeben worden und somit verloren. Jedoch hat man die Pflanzenschätze und Züchtungen hier in Zuschendorf zusammengetragen und somit fast alle Zierpflanzen der sächsischen Gärtnerkunst und -zucht als Archiv der Nachwelt erhalten können.

Die gesamte Sammlung steht mittlerweile auch unter Denkmalschutz. Auch eine direkte ‚Tochter‘ der Kamelie aus Pillnitz ist hier aufbewahrt und hat schon für viele Nachzüchtungen gedient.

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Die historischen Gewächshäuser aus Pillnitz, 2 dieser Art wurden gerettet, wurden in Pillnitz ab und in Zuschendorf wieder aufgebaut. In einem historischen Glashaus von 1563 werden 220 Sorten Efeu gezeigt und bewahrt. Das andere steht im Außenbereich an der Wand im Eingangsbereich.

Diese Anlage der besonderen Art ist nicht nur Schlossgarten, sondern die Gendatenbank sächsischer Pflanzenzüchtungen.

Die Kameliensammlung umfasst 370 Artensorten, welche hier in den Gewächshäusern bewahrt werden. Diese wurden je nach Bedarf angelegt. So kam es auch zur Übernahme der historischen Gewächhäuser. Im März werden traditionell die bunten Blüten in Schalen im Schloss im Rahmen einer Ausstellung zur Blüte des Jahres von den Besuchern gekürt.

Weitere 350 Azaleensorten werden jährlich im April zur Azaleenschau gezeigt. Danach ergibt sich für die Gärtner erst die Zeit für die gärtnerischen Arbeiten im Park.

In einem historischen Glashaus von 1563 werden 220 Sorten Efeu gezeigt und bewahrt.

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Ebenso in der Anlage im Freiland stehend über 400 Sorten und Arten Hortensien. Diese als Experiment gepflanzten Pflanzen haben sich hier wunderbar bewährt

Die Rhododendron werden glücklicherweise nach wie vor von der Familiengärtnerei Seidel in Großgräbchen nachgezüchtet und vermehrt.

Barockgarten Großseedlitz

Herr Pitzschel empfing und bei dem an diesem Tag vorherrschendem Regenwetter mit einer Herzlichkeit, die den Regen gleich wieder ein wenig vertrieb.

Eine Besonderheit stellen die 5,30 m hohen Hecken dar, deren Pflege (Schnitt) auch aus Kostengründen massiv zurückgefahren werden musste. So wird erst nach Johannes begonnen die vielen Meter Hecken zu schneiden, so dass bis Jahresende die gesamte Anlage geschnitten werden kann.

Die Wasserversorgung des Barockgartens wurde über viele Meter Höhenunterschied und Entfernung zur Weiseritz in besonderer Art und Weise gelöst. So wird das Wasser an der Weiseritz erst 60 m hochgepumpt und dann durch Rohrleitungen, welche verschiedene Durchmesser zum Druckausgleich bzw. -aufbau hatten, auch mit weiteren Höhenunterschieden bis ins Wasserbecken, der heutigen Gärtnerei gepumpt. Mit diesen Leitungen konnte man das ‚natürliche‘ Gefälle austricksen und das Wasser bis in die Anlage befördern.

Von hieraus wurde das Wasser auf die Fontänen und Wasserbecken im Garten verteilt. Den ganzen Aufwand betrieb man für eine Veranstaltung im Jahr.

Koste es was es wolle. Der gedankliche Bezug zu heutigen ähnlichen Veranstaltungen der ‚hohen‘ Herren und Damen lässt sich nicht vermeiden.  

Aber auch hier zeigt sich wieder was man trotz Personalmangel mit viel Engagement und sinnvoller Einteilung, auch unter ‚Vernachlässigung‘ (eingeschränkte Pflegemaßnahmen) bestimmter Bereiche erreichen kann.

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Wir danken Frau Kathrin Franz und Cindy Hildebrandt für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Exkursion und vor allem für den fachlichen Input.

Text und Foto: © 2025 | Mirko Fey