Zu den Winterlingen in den Schlosspark Ostrau, März 2013

Gartenseite des Schlosses.
Winterlinge im Schlosspark.

Wandgestaltung im "Goldenen Zimmer" des Schlosses.
Fenster in der anthroposophischen Patronatsloge der Ostrauer Kirche.

 

Nachdem uns die diesjährigen Witterungsverhältnisse zur Verschiebung unseres Exkursionstermins gezwungen hatten, konnten wir nun (endlich) die Blütenteppiche der Winterlinge im Schlosspark Ostrau bewundern. Frau Landschaftsarchitektin Sigrun Därr stellte uns die gartendenkmalpflegerische Planung für den Park vor. Der ursprünglich barocke Lustgarten wurde seit dem späten 18. Jahrhundert im landschaftlichen Stil überformt bzw. erweitert. Von einigem Einfluss dürften dabei die familiären Beziehungen der damaligen Besitzer nach Harbke als wichtigem Erprobungs- und Vermehrungsort neu eingeführter Gehölze gewesen sein. Inzwischen zeigen die Instandsetzungsarbeiten der letzten Jahre eindrucksvolle Resultate wie den jetzt wieder erlebbaren Sichtfächer über den Mühlteich.

 

Die Ostrau-Gesellschaft e.V. ermöglichte uns eine Besichtigung der nahen Kirche, deren ganz besondere Sehenswürdigkeit die um 1933 umgestaltete Patronatsloge darstellt. Der Grundherr Hans-Hasso von Veltheim (1885-1956) als Anhänger anthroposophischer Lehren Rudolf Steiners ließ dort einen Meditations- und Begräbnisraum einrichten (Architekt: Felix Kayser). Die eindrucksvollen Glasfenster gestaltete die Kandinsky-Schülerin Maria Strakosch-Giesler. Am Ende des Besuch des Ostrauer Kirche überraschte uns unser Mitglied Herr Landschaftsarchitekt Matthias Därr mit einem kleinen, spontanen Orgelkonzert.

 

Anschließend konnten wir uns Dank des örtlichen Fördervereins nicht nur bei Kaffee und Kuchen im Schloss stärken, sondern dort auch einige Räume besichtigen. Der beeindruckende, um 1713 nach Plänen des hannoverschen Hofbaumeisters Louis Remy de la Fosse errichtete Bau war im frühen 20. Jahrhundert unter Hans-Hasso von Veltheim aufwendig restauriert und komplettiert worden. Als Ergebnis jüngster Restaurierungsbemühungen zeigt sich nun die Bibliothek annähernd wieder in dem Zustand, wie sie bis zum II. Weltkrieg den Rahmen für die Gesprächsrunden von Veltheims mit Künstlern und Wissenschaftlern bot und ein bemerkenswerter Ort des europäisch-asiatischen Geistesaustausches gewesen ist.


Autor und Fotos: Michael Keller