Tag der offenen Tür des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben, Mai 2018

Vor 75 Jahren als Kaiser-Wilhelm-Institut für Kulturpflanzenforschung in Tuttendorf bei Wien gegründet, ist das heutige Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) seit 1945 in Gatersleben (Stadt Seeland, Sachsen-Anhalt) ansässig. Zum Tag der offenen Tür auf dem Biotechnologie-Campus Gatersleben empfing Herr PD Dr. Andreas Börner die Mitglieder des DGGL-Landesverbandes Sachsen-Anhalt und führte uns durch die Räume der Genbank. Das Institut gilt weltweit als eine der ältesten und größten derartigen Einrichtungen zur Erhaltung und Sicherung der Vielfalt von Kulturpflanzen der gemäßigten Klimazonen. Hier lagert ein Gesamtbestand an Saatgut von 151.002 Mustern aus 2.933 Arten und 776 Gattungen. Eindrucksvoll waren die Besichtigung der Kühl- und Trockenräume sowie die Einblicke in die Arbeitsprozesse des Instituts zur Bewahrung heutiger Kulturpflanzenvielfalt für künftige Generationen.

Anschließend führte uns Frau Ute Schröder durch den Staudengarten. Dieser entstand wie der gesamte Campus in seinen Ursprüngen in der frühen DDR-Zeit und wurde seitdem verschiedentlich weiterentwickelt. Die akribisch inventarisierten Staudenbestände werden in sehr gut gepflegter Anlage präsentiert und weisen etliche ältere Sorten auf, welche inzwischen kaum noch angeboten werden. Damit erwies sich der Besuch in Gatersleben als Entdeckung eines durchaus auch gartenhistorisch bemerkenswerten Sortenpools, welcher zumindest nach unserer Einschätzung bisher kaum als solcher bekannt sein dürfte.

Autor und Fotos: Michael Keller.