Gesprächsrunde im sanierten Rosengarten.
Der Altstädter Rosengarten in den 1970er Jahren (zeitgenössische Ansichtskarte).
Zustand des Rosengartens vor der Restaurierung (2013).
Der Rosengarten im Sommer 2016.
Blick zur Magdalenenkapelle und zur Wallonerkirche.

Informations- und Schulungsveranstaltung "Grünanlagen der 1950er und 1960er Jahre - der Rosengarten (Altstadt) in Magdeburg", April 2016

Anlass für die in Kooperation mit der TU Berlin, dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU), dem Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg und dem DGGL-Landesverband Sachsen-Anhalt durchgeführte Veranstaltung gab das Projekt "Grünanlagen der 1950er und 1960er Jahre - Qualitäten neu entdecken". Dieses lenkte getragen vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland, von der Gartenamtsleiterkonferenz/AK Kommunale Gartendenkmalpflege sowie der TU Berlin/FG Denkmalpflege seit einiger Zeit den Blick auf das gartenkulturelle Erbe aus der Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftsaufschwung. In dem Forschungs- und Vermittlungsprojekt sollen Anlagen dieser Periode neu entdeckt und einer breiteren Öffentlichkeit nahegebracht werden.

In der Magdeburger Informations- und Schulungsveranstaltung im IBA-Shop gaben Kurzvorträge zuerst Einführungen in die Entwicklung öffentlicher Grünanlagen während der 1950er und 1960er Jahre (im Allgemeinen und zu Magdeburg im Speziellen) sowie zu damit verbundenen Aspekte der Gartendenkmalpflege. Vorgestellt wurde außerdem die von der TU Berlin entwickelte Handreichung, welche interessierten Laien die Mitwirkung an dem deutschlandweit verfolgten Erfassungsprojekt ermöglicht. Die Vorgehensweisen konnten im Anschluss am praktischen Beispiel erprobt werden. Dazu führte ein kurzer Spaziergang bei schönstem Sonnenschein die Teilnehmer zum Rosengarten Altstadt (in Unterscheidung zum älteren Rosengarten im Vogelgesang). Dieser kleine Blumengarten entstand in der DDR-Zeit an Stelle des früheren Magdalenenklosters in reizvoller Lage über der Stadtmauer und als "Auftaktgarten" am Zugang zur "Promenade der Völkerfreundschaft" (heute Elbuferpromenade). In jüngerer Zeit hatte er durch Beschränkungen der Unterhaltungspflege sehr an Glanz verloren und zudem in Verbindung mit einem angedachten Bauprojekt die große Anteilnahme der Öffentlichkeit geweckt. Schließlich gelang es doch, eine bauliche Veränderung in diesem Bereich abzuwenden und die seit längerem angestrebte Restaurierung (Landschaftarchitekturbüro Wolfram Westhus, Magdeburg) sowie die amtliche Anerkennung als Kulturdenkmal (Gartendenkmal) zu realisieren. Im Besonderen ist diese Entwicklung dem Engagement der Anwohner bzw. der örtlichen Gemeinwesenarbeitsgruppe zu verdanken.

Mit der Veranstaltung in Magdeburg und einer weiteren in Halberstadt war Sachsen-Anhalt damit gleich zweimal Gastgeber für eine Vorstellung des bundesweit verfolgten Projektes "Grünanlagen der 1950er und 1960er Jahre - Qualitäten neu entdecken" (neben Hannover, Oberhausen, Leipzig, Fürth, Darmstadt, Dresden, Mölln und Frankfurt/Main). Dies freut uns umso mehr, als dass die zu Projektbeginn erarbeitete Recherche zu potentiellen Beispielanlagen des Betrachtungszeitraums in einschlägigen Fachzeitschriften für Sachsen-Anhalt als einzigem Bundesland keinerlei Hinweise erbracht hatte und unser Bundesland somit anfänglich (erneut?) als "Terra incognita" erschien ...

Text: Michael Keller, Fotos: Felicitas Remmert und Michael Keller.