Führung „Neues aus dem Wörlitzer Park“ im April 2011

Führung „Neues aus dem Wörlitzer Park“
Im Labyrinth
Die Rousseau-Insel
Elbdeich am Kleinen Walloch

Zu einem Frühjahrs-Rundgang durch den Wörlitzer Park hatte Herr Dipl.- Ing. Ludwig Trauzettel, Leiter der Abteilung Gärten und Gewässer der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, die Mitglieder des Landesverbandes Sachsen-Anhalt eingeladen. Erstes Ziel bildete Neumarks Garten, wo Sanierungsarbeiten an den Mauern am Eisenhart umfangreiche Instandsetzungen der angrenzenden Anlagen erfordert hatten. Außerdem war mit dem Labyrinth eine besonders reizvolle Partie des Parks restauriert worden. Anders als im barocken Irrgarten wird der Besucher hier durch unterschiedlichste, landschaftliche Gartenszenen auf relativ kleiner Fläche geführt und gelangt am Ende eines dunklen Felsenganges zur Figur der Leda. Solche Staffagen, vor allem die Entscheidungen fordernden Wegkreuzungen geben dem Spaziergang allegorischen Gehalt und veranlassen auch durch manche Inschrift ausdrücklich zur Selbstreflexion: „Waehle Wanderer deinen Weg mit Vernunft“. Schließlich bietet sich von hier ein Blick auf die berühmte Rousseau-Insel.

Ein zweiter Schwerpunkt des diesjährigen Besuchs in Wörlitz war die Instandsetzung des Elbdeichs, welcher den nördlichen Abschluss des Parks bildet. Die Bedeutung des Hochwasserschutzes ist unstrittig, war der Park doch schon im 18. Jahrhundert stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch die Ereignisse des sog. Jahrhunderthochwassers 2002 sind noch in Erinnerung. Doch seitdem der Besucher des idyllischen Parks Luisium (ebenfalls Bestandteil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs) an dessen Eingang unübersehbare Spundwände passieren muß, gibt es zu einiger Sorge Anlass, wenn sich die Forderung nach DIN-gemäßer Deichmodernisierung auf Teile historischer Gärten richtet.

In Wörlitz musste der Deich durch eine mehrere Meter tiefe Dichtwand verstärkt werden, die als Kern im Fräs-Misch-Injektionsverfahren eingebaut wurde. Zum Zeitpunkt unserer Besichtigung waren die anschließenden Wiederherstellungsarbeiten in vollem Gange. Offenbar ist es gelungen, spürbare Veränderungen des Elbdeiches zu vermeiden und den Weg auf der Deichkrone als Bestandteil des historischen Wegesystems sowie Ausgangspunkt wichtiger Sichtbeziehungen in nahezu originaler Form zu erhalten.

Autor und Fotos: Michael Keller