Fahrradexkursion entlang des Saale-Elster-Kanals nach Leipzig, Mai 2013

Leipzig und der Traum vom Meer - Zur Geschichte und Perspektive des Saale-Elster-Kanals

Die diesjährige Fahrradexkursion führte entlang des Saale-Elster-Kanals von Merseburg nach Leipzig. Der damals als "Südflügel Mittellandkanal" bezeichnete Abschnitt wurde nach Vorbereitungen während der 1920er Jahre ab 1933 begonnen. Die Arbeiten kamen jedoch 1943 zum Erliegen und das Vorhaben blieb unvollendet. Besonders eindrucksvoll dokumentiert dies die Schleusenruine bei Wüstenneutzsch.

Unter Führung von Herrn Landschaftsarchitekt Därr ging es weiter zum Lindenauer Hafen bei Leipzig. Dieser war 1938 begonnen, schließlich aber ebenfalls nicht fertiggestellt worden. Obwohl an das große Neubaugebiet der DDR-Zeit, Grünau, und wichtige Grünräume (Schönauer Park, Schönauer Lachen) anschließend, war das Gelände später überwiegend gewerblich genutzt worden und kaum öffentlich zugänglich. Herr Pfeiffer (LESG Gesellschaft der Stadt Leipzig zur Erschließung, Entwicklung und Sanierung von Baugebieten mbH / Stadtumbaumanager) informierte vor Ort über frühere Versuche einer Neuentwicklung (unausgeführte Vorhaben zur IGA-Bewerbung 1998/99 bzw. zur Olympia-Bewerbung 2012) und den aktuellen Planungsstand. Die erhaltene (und noch erstaunlich solide) Bausubstanz der Bauzeit soll in die künftige Neugestaltung des Gebietes integriert werden. Mit Vorgaben unterschiedlicher Gebäudetypen und Auswahl der Bauträger will man ein vielgestaltiges Wohnquartier entwickeln.

Die letzte Etappe der Radtour folgte dann dem ältesten Teil der Wasserstraße, dem Karl-Heine-Kanal. Dessen Anlage war von dem Leipziger Unternehmer zwischen 1856 und 1864 initiiert worden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts baute man ein letztes Teilstück, welches am heutigen Lindenauer Hafen endet. Im Plagwitzer Restaurant "Kanal 28" fand die Exkursion ihren Ausklang.

Autor: Michael Keller, Fotos: Klaus Müller / Michael Keller.