Exkursion "Auf den Spuren der Festungsstadt Magdeburg", September 2020

Die Regelungen und Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie haben uns in diesem Jahr gezwungen, die seit Jahresbeginn bis jetzt geplanten Veranstaltungen des Landesverbandes abzusagen. Als nun die entsprechenden Lockerungen die Exkursion nach Magdeburg ermöglichten, ließen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch nicht vom regnerischen Wetter abhalten. Besichtigt wurden historische Verteidigungsanlagen und das angeschlossene Glacis der sogenannten Westfront der einstigen Festung Magdeburg.

Zu einer Zeit, als in den meisten deutschen Städten Verteidigungswälle und Stadtmauern abgebrochen wurden, erfuhr die preußische Festungsstadt Magdeburg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nochmals einen umfangreichen Ausbau ihrer Befestigungen. Eindrucksvolle Verteidigungsanlagen zeugen noch heute von diesem letztlich unvollendet gebliebenen Vorhaben. Eine Besonderheit stellt außerdem die zeitgleich mit dem Neubau der Festungsbauten eingeleitete Gestaltung des Schussfeldes (Glacis) als öffentliche Parkanlage dar. Dieser Grünzug und die erhaltenen Verteidigungsanlagen sind nun Bestandteile des in den letzten beiden Jahrzehnten entwickelten Grünen Rings.

Katja Trippler und Michael Keller führten durch den westlichen Abschnitt des Magdeburger Festungsgürtels und stellten dabei auch Ergebnisse aus der Erarbeitung des Denkmalrahmenplans für die Festung Magdeburg vor. Besonders eindrucksvoll war das Ravelin II mit der imposanten Doppelkaponniere. Das lange Zeit verfallende und überwucherte Ensemble wurde in den letzten Jahren durch den Verein „Festungsanlage Ravelin II“ wieder freigelegt, saniert und damit in das Bewußtsein der Öffentlichkeit zurückgeholt sowie als lebendiger Kulturort aktiviert. Wir danken herzlich den Mitgliedern des Vereins für die freundliche Unterstützung und Begleitung unserer Besichtigung!

Autor und Fotos: Michael Keller.