Friedensplatz
Brunnen "Wasserharfe"
Teehäuschen im Stadtpark mit einem der "Y-Häuser"
"Fritz-Kühn-Bank" im Stadtpark, ein erstaunlich solides Stück "DDR-Design"
Johannbau des Residenzsschlosses am früheren Lustgarten

Bewerbung der Stadt Dessau-Roßlau um die LAGA 2022 - Besichtigung der Vorhaben und Orte

Zwar war das Auswahlverfahren für die Landesgartenschau Sachsen-Anhalt 2022 kurz vor unserem Besuch in Dessau zu Gunsten der Bewerbung von Bad Dürrenberg entschieden worden. Doch sind die Ideen und Zielsetzungen der Stadt Dessau-Roßlau derart komplex und wesentlich für die künftige Stadtentwicklung, dass man sich nach ersten Verlautbarungen aus dem örtlichen Rathaus davon keinesfalls verabschieden möchte. So blieb unser diesjähriger Besuch an einem Ort des Gartenreiches Dessau-Wörlitz mit der Wahl der Stadt Dessau und der Besichtigung von Hauptorten des Bewerbungskonzeptes auch nach der Absage gerechtfertigt und aktuell.

Die Führung durch Frau Dr. Kirsten Lott und Frau Annett Preiß begann am Hauptbahnhof und folgte den "Hauptadern" des seit dem Wiederaufbau der Stadt nach 1945 angelegten innerstädtischen Freiraumsystems, welches nach Instandsetzungen und Erneuerungen während der letzten Jahre nun anläßlich der LAGA weiterqualifiziert werden sollte. Über den Friedensplatz mit der Wetterstation/Bärengruppe (Walther Kieser, 1928), der "Wasserharfe" (Fritz Kühn, 1967) und der Figurengruppe "Der Friede trägt das Leben" (Bernd Göbel, 1974-1977) gelangten wir zum Stadtpark. Auch dort Spuren facettenreicher Geschichte, vom herzoglichen Palaisgarten mit Teehäuschen bis zur Neugestaltung unter Hans Keller seit den 1960er Jahren. Vor allem aber war der Park in jüngerer Zeit "urbane Problemzone", mit nun ausgeführten Erneuerungen (ganz besonders mit einem innovativen Beleuchtungskonzept) und engagierter Öffentlichkeitsarbeit konnte dieses Negativ-Image überwunden werden. Gegenwärtig verdeutlicht das Baufeld für das Bauhaus-Museum den Start in eine neue Etappe der Wandlungsgeschichte dieses innerstädtischen Ortes.

Diesen Wandel zu begleiten wäre ein Baustein des Programms für die LAGA 2022 gewesen. Aufzuwertende Verbindungen sollten den Stadtpark mit den beiden weiteren Hauptorten der Gartenschau, dem August-Bebel-Platz mit historischem Friedhof I sowie dem Lustgarten am Residenzschloss mit Mühlinsel und Neuer Promenade am Muldeufer verknüpfen. Besonders ehrgeizig ist die Umgestaltung der Ludwigshafener Straße (Absenkung/Trog-Lösung). Damit könnte das durch den II. Weltkrieg schwer geschädigte Ensemble des Schlossbezirks geheilt werden, indem die Atraktivität dieses wichtigen Teils der Stadt erhöht und der Brückenschlag über die Mulde tatsächlich mit Leben erfüllt würde. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt Dessau-Roßlau (und das Land Sachsen-Anhalt) die Kraft zur Verwirklichung dieser Vision aufbringen - auch ohne Landesgartenschau ...

Autor und Fotos: Michael Keller.