Führung im Garten des Altenheims Windberg in Mönchengladbach am 4. April 2008

Landschaftsarchitekt Jägersküpper erläutert seinen Entwurf
Plan der Gartenanlage am Altenheim
Exkursionsteilnehmer im Garten

Referent: Lothar Jägersküpper, Landschaftsarchitekt

Zum diesjährigen DGGL-Jahresthema „Garten und Gesundheit“ erläutert Lothar Jägersküpper, Landschaftsarchitekt, seine Planung und Ausführung des Gartens am Altenheim Windberg in Mönchengladbach.

Der Garten umgibt das im Grundriss H-förmige Gebäude, das wiederum an allen Seiten zum Garten hin geöffnet ist. Das Innere des in die Breite gebauten Heimes ist in vier Flügel aufgeteilt, die jeweils einem Element der Naturlandschaft gewidmet sind: Wald, Wiese, Gebirge und Küste versinnbildlichen die einzelnen Abteilungen, die eine entsprechende Inneneinrichtung und –gestaltung beherbergen. Die im Innern befindlichen Dienstzimmer lassen durch viele Fenster einen Blick in alle umliegenden Räumlichkeiten bis hin zur Außenterrasse frei.

Das Planungskonzept des Gartens berücksichtigt insbesondere demenzkranke Bewohner, die das Gebäude einmal umrunden können und an jeder Seite wieder ins Hausinnere gelangen. Weiterhin entstehen Teilgärten mit differenzierten Schwerpunkten, die unterschiedliche Bepflanzungskonzepte beinhalten. Dabei werden altherkömmliche und bekannte Pflanzen bevorzugt eingesetzt, so dass sich die Heimbewohner hier auf ihre Erinnerungen berufen können. Innerhalb der Flanken gelegene Terrassen laden zum Verweilen ein. Mit den breit angelegten und den in sanften Bögen verlaufenden Wegen sowie den großzügigen Terrassenflächen ist eine behinderten- und rollstuhlgerechte Gestaltung über das erforderliche Maß hinaus gewährleistet.

Im Sinne eines therapeutischen Gartens soll der von allen Gebäudeflügeln zugängliche Garten zum Mitgestalten einladen. Entsprechende Beete können von den Heimbewohnern eigenmächtig bepflanzt und gepflegt werden. Auf einer großzügigen terrassierten Fläche, die gemäß der Ursprungsplanung ein Gartenhaus beherbergen sollte, bietet sich unter Anleitung die Arbeit mit Topfblumen und Schnittblumen an.

Eine abschließende Diskussion zeigte Probleme und neue Möglichkeiten einer kontinuierlichen Pflege auf, die hier nach der dreijährigen Pflege von Seiten der ausführenden Baufirma nicht gewährleistet ist. Auch die integrative und aktive Nutzung des Gartens durch die Heimbewohner, ließe sich sicherlich intensivieren.

Die Originalität und Besonderheit der Anlage resultiert nicht zuletzt aus dem Gesamtkonzept von Gebäude und Garten. Die Planung des therapeutischen Gartens Windbach berücksichtigt die Bedürfnisse der Heimbewohner und bietet ihnen einen erholsamen Ausblick aus ihren Fenstern. Der Garten schirmt weiterhin das Gebäude von den umliegenden Grundstücken ab und eröffnet viele abwechslungsreiche Möglichkeiten der Betätigung.

Autorin: Sonja Geurts