20. Nordische Baumtage in Rostock

20. Nordische Baumtage vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rostock-Warnemünde
20. Nordische Baumtage vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rostock-Warnemünde
20. Nordische Baumtage vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rostock-Warnemünde
20. Nordische Baumtage vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rostock-Warnemünde
20. Nordische Baumtage vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rostock-Warnemünde
20. Nordische Baumtage vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rostock-Warnemünde
20. Nordische Baumtage vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rostock-Warnemünde

Veranstaltungsprogramm

Zwanzig Jahre und noch kein bisschen langweilig …
Veranstalter der Nordischen Baumtage sind in bewährter Weise die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. und das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege der Hansestadt Rostock.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Kontinuität, kompetenten Besetzung und brisanten fachlichen Diskussionsrunden diese zwanzig Jahre vergangen sind. Fachlich interessante Themen, aussagekräftige Referenten und ein aus Praktikern und Theoretikern bestehendes aufgeschlossenes Publikum lockte auch immer wieder die wissbegierigen Sachsen zu dieser sich fest etablierten Veranstaltung der DGGL Mecklenburg. Eine derartige Veranstaltungsreihe, wie die Nordischen Baumtage sucht im südöstlichen Teil der Bundesrepublik ihres gleichen.

Beginnen sollten diese Baumtage mit dem Grußwort des Gründers Herrn Dr. Silvius Wodarz. Leider war dieser, der mit tatkräftiger Unterstützung der Herren Dr. Neubauer und Patzer die Geburtsstunde der Nordischen Baumtage einleitete, erkrankt und konnte an den Zwanzigsten nicht teilnehmen. Sein Grußwort wurde dankenswerter Weise von Herrn Wolf Peter Polzin nach den Grußworten des Schirmherren Herrn Holger Matthäus (Bau- und Umweltsenator der Hansestadt Rostock) überbracht.

Themenschwerpunkte der drei Veranstaltungstage in diesem Jahr waren: „Entwicklung der Baumpflege in Deutschland in den letzten 20. Jahren“, „Überarbeitung der Baumkontrollrichtlinie und Baumgesundheit“ sowie der „Umgang mit Bäumen in historischen Anlagen“.

Die Referenten des Mittwochvormittages waren Herr Prof. Dr. Dujesiefken vom Institut für Baumpflege Hamburg, Herr Dr. Horst Koenies von der Universität Kassel.

Herr Professor Dr. Dujesiefken beleuchtete die Entwicklung der Baumpflege in Deutschland. Aus seinen interessanten Schilderungen wurde den Zuhörern bewusst, dass es sich für Deutschland um ein sehr junges Fachgebiet handelt. Gab es in England und in den USA den Bereich der Baupflege bereit in den 1920 er Jahren, so liegt das Gründungsjahr des ersten deutschen Baumpflegebetriebes mitten im 2.Weltkrieg im Jahr 1941. „Dies erscheint aus heutiger Sicht, wo Stadtgrün inzwischen häufig als ein „nicht mehr bezahlbarer Luxus“ gesehen wird, wo gerade in diesem Bereich starke Haushaltskürzungen erfolgen und Grünflächenämter aufgelöst werden, besonders beeindruckend.“

Jedoch die Zerstörungen des Krieges und die Sehnsucht der Menschen nach Friedlichem und Schönem begründen diesen Wunsch auf die Erhaltung und den Schutz des noch vorhandenen Grüns.

Vorrangig lag das Augenmerk auf der Erhaltung von Naturdenkmalen, Bäumen an Straßen und Plätzen sowie in historischen Parks und Anlagen. Herr Dujesiefken in seiner bewährten Art erklärte sehr anschaulich die damals angewandten Methoden und deren Auswirkungen. Mit dem heutigen Wissensstand entschlüpfte so manchem anwesendem Baumpfleger ein Schmunzeln als Begriffe des Verplomben und des Ausmauerns von Faulstellen an Bäumen fielen. Aber das waren die Anfänge. Mit dem steigenden Umweltbewusstsein in der Bevölkerung und der Bedeutung des Grüns im Lebensumfeld entwickelten sich Baumpflegefirmen, Institute für Baumpflege und die Möglichkeit der Erlangung von Hochschulabschlüssen auf dem Gebiet der Baumpflege. In seinen Ausführungen würdigte Herr Dujesiefken die Verdienste vieler Vertreter des Baumschutzes, die an der Erarbeitung von Regelwerken, Richtlinien und Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege beteiligt sind und waren.

Ein weiteres nicht unbedeutendes Feld in Bezug auf die Baumpflege und –erhaltung erhielten die damit verbundenen Rechtsfragen. Über die Jahrzehnte ergingen Urteile und Gesetze, erhitzten sich Gemühter, es wurde diskutiert und argumentiert. Glücklicherweise lehrt uns die Geschichte, dass es immer wieder Menschen gibt, die im Sinne der Sache vorgehen. Walter Liese gab diesbezüglich den klugen Rat doch „… über Bäume (zu) reden, wie Sie wachsen, wie sie aufgebaut sind, wie sie auf Verletzungen reagieren und was wir daraus lernen können im Umgang mit Bäumen“.

Dieser Erkenntniserwerb geht beständig weiter und sorgt somit für eine stetige Weiterentwicklung. Herr Professor Dr. Dujesiefken bescheinigte den Nordischen Baumtagen ein wichtiger Ort des Austausches zwischen Praxis und Theorie zu sein und wünscht sich auch für die kommenden Jahre rege und anregende Diskussionen.

Einen meines Erachtens ungewöhnlichen aber stark zum Nachdenken anregenden Vortrag hielt Dr. Horst Koenies. Der „Erhaltung der genetischen Vielfalt heimischer Bäume“ wurde seine Aufmerksamkeit gewidmet. Die fortschreitende Urbanisierung der Landschaft bei sinkender Bevölkerungszahl und die damit einhergehende Umgestaltung und Ausräumung der Landschaft ist nicht nur aus Sicht des Ökologen ein Verlust der Kleinteiligkeit und Vielfalt. Sein Vortrag beschäftigt sich mit den alten Recken, wie er die Baum – Naturdenkmale in seinem Heimatkreis Kassel liebevoll betitelt. Bei der Ausbildung angehender Lehrer und Fachbiologen vermittelt er seine Verbundenheit und Liebe zur Natur. Alte Baumriesen sind für ihn ein angemessener Ort zu Beginn einer Lehrveranstaltung einen „alten Baum zu besuchen, um unter ihm über Gott und die Welt, den gerade herrschenden Zeitgeist, über Zukunft und Vergangenheit zu reden, um dabei das in der Lehre ganz wichtige Vertrauensverhältnis zwischen allen Beteiligten herzustellen.“ Der Baumriese wird dem Besucher als Ökosystem, stiller Begleiter der Geschichte und Geschichten die sich in Fabeln, Gedichten, Erzählungen um ihn ranken, bewusst gemacht.

Aus dieser Beschäftigung heraus entstand die Idee, das Genpotential dieser alten Bäume zu erhalten. Der Fund einer einzelnen Eichel ließ ein ganzes Projekt entstehen. Von alten Bäumen im Landkreis Kassel wurden Samen gesammelt, Jungbäume herangezogen und wenn möglich in die Nähe des Altbaumes gepflanzt. Mittlerweile ist es möglich zertifizierte Jungbäume als besondere Geschenke zu erwerben. Wesentlicher ist jedoch, dass diese Bäume als prägender Bestandteil der heimatlichen Landschaft nicht vergessen werden. Ich glaube, dass auf Grund dieses Vortrages, viele Teilnehmer der Nordischen Baumtage, mich eingeschlossen, mit noch sensiblerem Blick durch die heimatlichen Gefilden Streifen und das Gehörte zu diesem Thema weitertragen. Natürlich bedarf ein solches Projekt begeisterte Mitstreiter und Unterstützer, die im Kassler Landkreis glücklicher weise gefunden wurden. Meines Erachtens ein nachahmenswertes Projekt.

Jeder, der sich näher über die Jungen Riesen informieren will, findet weitere Informationen im Internet unter www.junge-riesen.de .

In der Nachmittagsveranstaltung wurden die praktischen Beispiele der Baumerhaltung unter die Lupe genommen. Herr Karsten Kriedemann stellte anhand einer Effizienzkontrolle an behandelten Alt-Linden vor. Die im Jahr 2005 vorgenommenen Bodenverbesserungsmaßnahmen konnten mit Hilfe der Unterstützung der Fa. Alpina und dem Amt für Stadtgrün einer augenscheinlichen Kontrolle unterzogen werden. Die damals durchgeführten und dokumentierten Maßnahmen wurden auf Grund des sanierungsbedürftigen Fußweges erforderlich. Die Lindenwurzeln hatten nicht mehr genügend optimalen Lebensraum zur Verfügung und suchten dementsprechend an der Oberfläche nach Luft und Nährstoffen. Ein Anheben der Gehwegplatten war die Folge. Bei der Sanierung entschloss man sich zur Herstellung von Wurzelgräben, die dem Wurzelwachstum einen entsprechenden Lebensraum bieten sollten. An den geöffneten Bereichen konnte man ablesen, dass die Maßnahmen hier gefruchtet haben. Das freigelegte Wurzelwerk machte einen vitalen Eindruck. Ein gutes Zeichen für den gewählten Weg, sowohl für den Aufbau des Fußweges, als auch die Schaffung optimaler Bedingungen für das Wurzelwachstum.

Eine wichtige Erfahrung ergab sich bei der Begutachtung einer Ulmenneupflanzung mit und ohne Substratverbesserungsmaßnahmen. Hier zeigte sich dem Betrachter ganz deutlich, dass es nicht immer nur auf verbessernde Maßnahmen ankommt. Die Betrachtung des Baumumfeldes ist ebenfalls entscheidend. Diese Erkenntnisse am lebenden Beispiel sind es, die die Nordischen Baumtage so wertvoll und anschaulich machen. Ein Fest für das beratende Gremium.

„Geduld ist ein Baum, dessen Wurzeln bitter sind, dessen Frucht aber süß ist.“

Zu Beginn des zweiten Tages wurden von Herr Professor Dr. Dujesiefken die seit 2003 existierende Baumkontrollrichtlinie und der Stand der Richtlinie „Eingehende Untersuchungen“ vorgestellt. Dabei konnte er feststellen, dass es eine hohe Akzeptanz des Regelwerkes in Praxis gibt. Die in Deutschland geltende Richtlinie wird auch, besonders im deutschsprachigen Ausland mit Interesse aufgenommen. Bei der Überarbeitung der Richtlinie gab es die Überlegung die „Eingehenden Untersuchungen“ in die Baumkontrollrichtlinie einfließend zu lassen, jedoch entschied man sich, beide Bereiche getrennt zu behandeln. „Der insgesamt nur geringe Überarbeitungsbedarf für die Baumkontrollrichtlinie fünf Jahre nach der ersten Einführung ist ein wesentliches Indiz für die Qualität und die Akzeptanz dieses Werkes für die Baumkontrolle.“

Nicht fehlen darf auf den Baumtagen die Betrachtung einer Baumkrankheit. Herr Dr. Robert Schmidt, kein unbekannter Referent der Nordischen Baumtage, berichtete über den Vormarsch des Eichenprozessionsspinners. Informiert wurde über, die Verbreitung, Wirtspflanzen, entstehende Schäden sowie Symptome und Erkennungsmerkmale. Der verursachte Schaden an Bäumen, oft ein Kahlfraß schädigt die Eichen bei einem einmaligen Ereignis noch nicht. Eine Schwächung der Eichen stellt sich jedoch bei mehrmaligen Ereignissen ein, die somit Tür und Tor für andere Schaderreger öffnen. Für den Menschen sind die Haare älterer Raupen gefährlich. Das darin enthaltene Nesselgift verursacht einen unangenehmen Juckreiz, Haut- und Augenentzündungen, Atemnot und kann auch beim Einatmen der Haare Schwindel und Fieber auslösen.

Herr Dr. Joachim Frenkel vom Landwirtschaftsamt Bützow stellte in seinem Vortrag interessante Beispiele aus der Praxis der Flurneuordnung vor. In seinen Erläuterungen stellte er das Prozedere in der Neuordnung vor. Dabei wird immer wieder deutlich, dass Interessenskonflikte in der praktischen Umsetzung aufeinander treffen. So ist es bei der ständig wachsenden Bodenversiegelung nicht verwunderlich, dass die Landwirte jeder anderweitigen Inanspruchnahme von Grund und Boden skeptisch gegenüber stehen.

Erläutert wurden die bei diesem Prozess einzusetzenden Regularien. Wie aber so oft entscheiden nicht nur Gesetze über ein akzeptables Ergebnis, sondern bei diesen sensiblen Prozessen sind es Vertrauensverhältnisse, Aufklärung der Beweggründe der einzelnen Institutionen und eine intensive enge Zusammenarbeit, die die Denkweise und Entscheidungsgründe des jeweils anderen akzeptieren und begreifen lassen. Das dies oftmals ein langwieriger und zäher Prozess ist, der am Ende aber zu annehmbaren Ergebnissen für alle führen kann, erläuterte Herr Dr. Joachim Frenkel anhand sehr unterschiedlicher Praxisbeispiele.

Sind die Eschen noch zu retten überschrieb Herr Prof. Dr. Rolf Kehr seinen Vortrag über das Eschentriebsterben. Über Erläuterungen zur Baumart, die bis dato als äußerst robust gegenüber Krankheiten galt, berichtete Herr Kehr über den Ursprung und die Verbreitung der Krankheit. Seit den 90er Jahren breitet sich die Krankheit immer mehr aus. Meldungen kamen aus Polen, Litauen, Tschechien, Schweden und Dänemark. Mittlerweile sind auch verbreitet Fälle des Eschentriebsterbens in Deutschland und Österreich beobachtet worden. Auf die Verwendung der Esche in der Landschaft sollte aber nicht verzichtet werden. Nicht alle Bäume werden gleich stark betroffen. Mit Hilfe derzeit laufender Projekte ist man auf der Suche nach besonders resistenten Exemplaren, die möglicherweise krankheitsresistente Vertreter zur weiteren Erhaltung des Bestandes hervorbringen.

Nach so viel Theorie war ein belebender Rundgang durch den Lindenpark in Rostock eine willkommene Abwechslung. Frau Soldan führte die Teilnehmer durch den Park und verwies auf Aktivitäten, die zur Erhaltung des Lindenparks unternommen werden und wurden. Am Abend trafen sich die Teilnehmer auf dem Betriebshof des Amts für Stadtgrün, wo wie immer in geselliger Runde gefachsimpelt wurde.

„Wie hoch ein Baum auch wächst, seine Blätter kehren immer wieder zur Erde zurück.“ (malaiisches Sprichwort)

Am letzten Tag der Nordischen Baumtage sprach Herr Dietmar Braune als erster Referent über Bäume in historischen Anlagen. Wer wandelt nicht gern unter alten Bäumen in historischen Parks und Anlagen. Damit diese Anlagen auch für weitere Generationen erhalten bleiben, gab und gib es Denkmalpfleger, Gärtner und Liebhaber, die dafür sorgen. Herr Braune stellte in seinem Vortrag recht anschaulich heraus, dass bereits 1779 über die Pflege und Erhaltung nachgedacht wurde. In einem Abriss über die Geschichte der Gartendenkmalpflege (nachzulesen in den Tagungsunterlagen) erläuterte an Beispielen den täglichen Spagat zwischen Erhaltung, Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers (besonders bei Altbäumen) und Erneuerung. Fingerspitzengefühl und das Einschätzen der wirklich ausgehenden Gefahr bedürfen einer großen Sensibilität. Generell ist jedes Objekt gesondert zu betrachten. Aus seiner Praxis brachte Herr Braune Beispiele im Umgang mit dem pflegerischen Umgang mit Gehölzen. „Nichts gedeiht ohne Pflege; und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckmäßige Behandlung ihren Wert“ dieser Ausspruch von Lenné bestimmen auch weiterhin, ob die Gartenkunst des 18. und 19. Jahrhunderts auch folgenden Generationen nahegebracht werden kann.

Herr Franz Josef Gövert aus dem Grünflächenamt in Münster referierte über die Straßenbaumliste der Ständigen Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag. Die Empfehlungsliste ist seit ihrem Erscheinen ein nicht mehr wegzudenkendes Arbeitsmittel um öffentliche Straßen und Plätze mit standortgerechtem Grün auszustatten. 

Die aus dem Jahr 2006 stammende Liste enthält sowohl erprobte Arten und Sorten sowie empfohlene. Aktuell sind in der 150 Arten und Sorten gelistet. Besonderes Augenmerk richtet der Arbeitskreis auf die Praxistauglichkeit der Listenempfehlungen. Ein Straßenbaumtest II wurde gestartet, um die Tauglichkeit zu prüfen. Erste Ergebnisse zeigten, dass Bäume bspw. nicht oder nicht in der gewünschten Qualität lieferbar waren und eine größere Auswahl hinsichtlich Vielfältigkeit dem öffentlichen Raum mehr Abwechslung bringen.

Ein vieldiskutiertes Thema darf bei der Auswahl der Straßenbäume und innerstädtischen Bereiche auf Gründ der extremen Standortverhältnisse nicht zu kurz kommen – der Klimawandel. Neuste Erkenntnisse flossen bei der Erarbeitung der neuen Liste in die Auswahl der Arten und Sorten ein. Um dauerhaft gesundes, widerstandsfähiges und stattliches Grün in unseren Städten zu haben, sind optimale Standortvoraussetzungen von außerordentlicher Bedeutung. Wer die neusten Erkenntnisse über den laufenden Test erhalten möchte, kann sich über das Internet unter www.galk.de informieren.

Im Anschluss an diesen Vortrag stellte Frau Steffi Soldan die aktuelle Straßenbaumliste Rostocks vor. Aus den in der Praxis erworbenen Erfahrungen etablierten sich verschiedene Baumarten, andere mussten auf Grund von Krankheits- und Schädlingsbefall aussortiert werden.

Im nächsten Beitrag entführte Herr Ministerialrat Prof. Dr. Hans Walther Louis LL.M die Teilnehmer in das spannende und nicht so leicht zu durchschauende Gebiet der Rechtssprechung im Bereich des Denkmal- und Naturschutzes. Nach Erläuterung der Begrifflichkeiten und Wirkungsweisen wurde das Verhältnis beider beleuchtet. Denkmalschutz und Naturschutzrecht stehen sich bei vorliegenden Tatbeständen gleichgeordnet gegenüber. Im weiteren Verlauf wurde dies anhand von geschützten Teilen – z.B. Alleen, Sichtachsen, Kulturdenkmalen etc. - in Natur und Landschaft erläutert.

Das nachfolgende Referat von Dr. Silvius Wodarz beschreibt die Entstehungsgeschichte der Nordischen Baumtage, dessen Gründer er ist und seine große Leidenschaft für Bäume. „Bäume muss man nicht neu erfinden – man muss sie nur immer wieder neu entdecken“. Das Kuratorium „Baum des Jahres“ wirbt für mehr Beachtung und Sympathie für unsere grünen Freunde. Dieses aus 32 Mitgliedern bestehende Kuratorium wählt in geheimer, schriftlicher Abstimmung den Baum des Jahres. Ziel dieser Aktion ist es, konkrete Kenntnisse über Bäume zu vermitteln. „Wir wollen Menschen an Bäume heranführen und Sensibilität für dieses lebendige Kulturgut schaffen. In den Herzen großer und kleiner Menschen pflanzen wir Bäume, um gedankliche Veränderungen anzustoßen.“

Dem Baum des Jahres 2010 – der Vogelkirsche – widmete Herr Wolf-Peter Polzin im letzten Beitrag eine umfängliche Betrachtung. Begonnen bei der Systematik und Taxonomie über die Verbreitung und Ökologie spannte sich der Bogen zu Besonderheiten der Befruchtung, deren leckeres Ergebnis uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Gespickt mit zum Schmunzeln anregenden Zitaten, Darstellung in der Kunst, vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in Küche, Volksmedizin und Bildern belebte Herr Polzin die Zuhörerschar. Als Dank für die ungebrochene Aufmerksamkeit wurden die Lehrgangsteilnehmer mit einer Auslese von kirschigen Köstlichkeiten belohnt.

Katrin Gorka, Landschaftsarchitektin im Sächsischen Immobilien und Baumanagement Dresden