Pressemitteilung zum drohenden Abriss der Sternbrücke

Foto: Der Blick von der Max-Brauer-Allee auf St. Johannis – nach den Entwürfen der Bahn in Zukunft fast vollständig mit einer Brücke verstellt. (Foto: Ehlers/ DGGL)

Als Verbände, die sich für das Grün in Hamburg engagieren, sehen wir uns als Fürsprecher des öffentlichen Raums und seiner kulturellen, ästhetischen und sozialen Werte. Wir erheben deshalb Einspruch gegen die Planungen der Deutschen Bahn und des Hamburger Senats zur Sternbrücke in Hamburg-Altona.

Die Sternbrücke ist anerkannt als ein bedeutendes Zeugnis der historischen Ingenieurbaukunst in Hamburg und ein Ort der Identifikation für die umgebenden Stadtviertel. Wir schließen uns daher dem Statement des Hamburger Denkmalrats an und protestieren gegen den geplanten Abriss des denkmalgeschützten Brückenbauwerks. Wir fordern den Hamburger Senat auf, denkmalgerechte Lösungen für den Erhalt und die Sanierung der Brücke zu entwickeln und diese gegenüber der Deutschen Bahn wirksam zu vertreten.

Mit Nachdruck wenden wir uns gegen das geplante, überdimensionale Brückenbauwerk, das dem städtebaulichen Kontext in keiner Weise angemessen ist und an dieser Stelle jeden Maßstab sprengt. Die Maßgabe der Stadt, einen stützenfreien Kreuzungsbereich mit einer Vierspurigkeit der Stresemannstraße herzustellen, ist nicht nur überzogen, sie ist mit Blick auf die Mobilitätswende unsinnig und unzeitgemäß.

Wir erheben Einspruch gegen die mit diesen Maßnahmen verbundenen, irreversiblen Gestalt- und Bedeutungsverluste für die benachbarten, historisch geprägten Straßenzüge, u. a. für die Wohlersallee mit dem gründerzeitlichen Denkmalensemble „Bei der Johanniskirche“, für das weithin sichtbare landmark der Kirche St. Johannis und für die Max-Brauer-Allee, deren prägende Baumreihen bis zum Schulterblatt fast ausnahmslos gefällt werden sollen.

Auch ohne ein Bauleitplanverfahren müssen aus unserer Sicht bei den Planungen die im Baugesetzbuch verankerten Grundsätze einer verantwortungsvollen Stadt- und Verkehrsplanung gelten. Dazu zählen auch die baukulturelle Erhaltung und Entwicklung der städtebaulichen Gestalt und des Orts- und Landschaftsbilds.

Wir fordern den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg auf, von den bisherigen Planungen und Finanzierungszusagen an die Deutsche Bahn umgehend Abstand zu nehmen und ein neues, transparentes Planverfahren mit vernünftigen und der städtebaulichen Situation angepassten Lösungen einzuleiten.

Unterzeichner:
Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL),
Landesverband Hamburg/ Schleswig-Holstein e.V.

Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla, Landesverband Hamburg