Erweiterung PLANTEN UN BLOMEN und Umgestaltung DAG-HAMMARSKJÖLD-PLATZ

Die Sanierung des Congress Centrums Hamburg (CCH) und die hiermit verbundene Neugestaltung des gemeinsamen Eingangsbereiches vom CCH und dem „Radisson Blu“ Hotel ermöglichen die Verlegung der großen Tiefgaragenzufahrt beider Einrichtungen in die Tiergartenstraße. Es ergibt sich so die Gelegenheit die bisherige, baufällige, unterirdische Zufahrt zum CCH und dem Hotel im Zuge der Marseiller Straße zurückzubauen und die beiden Parks Planten un Blomen und Alter Botanischer Garten bzw. Wallanlagen wieder zu vereinigen. 

Es wird so der Zustand vor der Errichtung des CCHs zu Anfang der 1970er Jahre wieder hergestellt. So kann auch der südliche Vorplatz des Dammtorbahnhofes - der Dag-Hammarskjöld-Platz - neugestaltet werden. 

Am Montag den 14. März 2016 fand zu diesem spannenden Thema im Nocht-Speicher in Hamburg Sankt Pauli die gemeinsame Diskussionsveranstaltung der Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur Landesverband Hamburg / Schleswig-Holstein (DGGL) sowie der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V. statt. 

Zur Erlangung von Entwürfen für dieses Projekt wurde im Jahr 2015 ein offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb durchgeführt. Aus diesem ging das Büro „Pola“ Landschaftsarchitekten aus Berlin mit dem 1. Preis hervor. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellte Herr Jörg Michel vom diesem Büro „Pola“ seine Planungen vor, die dann im Folgenden lebhaft diskutiert wurden. 

Ziel dieser Planungen ist es, attraktive barrierefreie Zugänge für Fußgänger und Radfahrer vom Bahnhof Dammtor in die einzelnen Parkteile sowie zum neuen Eingang des CCH bzw. „Radisson Blu“ Hotel zu schaffen. Die einzelnen Parkteile sollen miteinander verknüpft und aus Richtung des Karolinenviertels eine übergeordnete Rad- und Fußwegeverbindung von und zum Dammtorbahnhof entwickelt werden. Der südlich des Dammtorbahnhofes gelegene Dag-Hammarskjöld-Platz soll sich von einer Stellplatzfläche zu einem attraktiven innerstädtischem Platz mit Aufenthaltsqualität und Verbindungsfunktion vor allem für Fußgänger und Radfahrer entwickeln. 

Die vorhandenen Geländesprünge werden geschickt in die Gestaltung integriert und als Aufenthaltsbereiche sowie durch ein unterirdisches Fahrradparkhaus nutzbar gemacht.

Auf einem durchgängigen Wegebelag vereinigen sich die unterschiedlichen Funktionen - wie Zugang zum CCH, Hotel und Planten un Blomen - mit der Infrastruktur für Carsharing-Fahrzeuge und Mietfahrräder. Große immergrüne Bäumen auf der Platzfläche sollen ganzjährig für eine attraktive Gestaltung sorgen. 

Derzeit ist die vollständige Finanzierung dieser Maßnahme noch nicht gesichert. Es gibt Überlegungen einen Teil der Fläche als Baufläche für ein Hotel bzw. Studentenwohnheim für die „Bucerius Law School“ zu veräußern und darüber die Maßnahmen zu finanzieren. Alternativ könnte auch die Hamburg Messe und Congress GmbH ein solches Gebäude selbst errichten und betreiben, wobei dann diese Erlöse wohl nicht dem Park sondern der defizitären Messegesellschaft zu Gute kämen. 

Mit einem weiteren hohen Gebäude, analog zu dem gerade errichteten Hotelhochhaus an der Sankt Petersburger Straße, würde der stadtweit bedeutsame große Spielplatz „Bullerberge“ zu einem schattigen und windigen Randort werden. Mit einem Gebäuderiegel quer über die derzeitige Marseiller Straße würde die wichtige Wege- und Blickachse durchtrennt, welche ja gerade jetzt erst wieder gestärkt werden soll.  

Alle Diskussionsbeträge sprachen sich gegen diesen Verlust von attraktiven gestalteten und intensiv nutzbaren innerstädtischen Grünflächen aus. Kommt diesen doch angesichts steigender Bevölkerungszahlen und der gewünschten innerstädtischen Verdichtung eine steigende Bedeutung zu. Die zusammenhängende, großflächige Freifläche von Planten un Blomen, Altem Botanischen Garten und den Wallanlagen hat wegen ihrer Ausgleichsfunktion eine große Bedeutung für das Stadtklima sowie für die Versickerung und Rückhaltung von Niederschlägen. 

Die DGGL und die Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur sind übereingekommen sich für dieses Anliegen einzusetzen und weitere Mitstreiter zu suchen. 

Die vor rund zehn Jahren errichtete Messe- und Ausstellungshalle am CCH hat seit ihrer Errichtung weder die wirtschaftliche Grundlage dieses Congresszentrums verbessert noch ist diese funktional und gestalterisch in den umliegenden Park integriert. Dieses lässt im Falle einer Bebauung einer weiteren Fläche von Planten un Blomen nichts Gutes erwarten. 

Wenn wieder das zusammen wachsen soll, was zusammen gehört, muss nicht nur die  Marseiller Straße zurückgebaut und in eine Parkfläche verwandelt werden. Es dürfen auch auf keinen Fall weitere Gebäude innerhalb von Planten und Blomen errichtet werden.