DGGL Exkursion nach Lübeck / Travemünde am Samstag 9. Mai 2015

An einem regnerischen Samstag haben sich rund 15 Mitglieder und Interessenten am Holstentor in Lübeck getroffen, um bei dieser DGGL-Exkursion aktuelle Freiraumprojekte der Lübecker Innenstadt und Travemündes zu erkunden. 

Als erstes Projekt stellte der Lübecker Landschaftsarchitekt Gunnar ter Balk seine Freiraumgestaltung des Platzes vor der Holstentorhalle aus dem Jahr 2009 vor. Anlass für die Umgestaltung war die Umnutzung der denkmalgeschützen Holstenhalle in ein Übungs- und Unterrichtsgebäude für die Musikhochschule Lübeck. Die als offene Rasenfläche mit kleinem Amphitheater gestaltete Grünfläche dient als multifunktional nutzbarer Vorbereich für diese Übungs- und Konzertstätte, so können hier auch Freiluftkonzerte stattfinden.

Das nächste Ziel war das neugestaltete Obertraveufer auf der Altstadtseite südlich des Holstentores, welches nach einem Wettbewerbserfolg durch das Büro Trüper und Gondesen geplant und realisiert worden ist. Herr Teja Trüper stellte das Konzept zu den Planungen vor. Auch hier sind die Anlagen multifunktional gehalten. Sitzquader aus Granit zieren die Promenade im Sommer, machen Platz für Parkraum im Winter. Bäume wurden eher sparsam eingesetzt, um die historischen Fassaden nicht zu verdecken. Mit den beiden Vertretern der Stadt Lübeck - Bereich Stadtgrün und Verkehr – Herrn Tilch und Herrn Schott entbrannte eine lebhafte Diskussion über die Entstehungsgeschichte und die unterschiedlichen Ansichten, wie viel vom Charakter der alten Hafennutzung an den Kais erhalten bleiben kann oder wie viel Rücksicht auf  die touristische Nutzung genommen werden muss. 

Nach einem Streifzug durch den „Malerwinkel“ in der Lübecker Altstadt ging es zum wieder aufgewerteten Mühlenteich mit dem Gartenamtsleiterhaus von Erwin Barth, der von 1908-1911 hier Amtssitz und Dienstwohnung hatte.  Durch die Wiederherstellung zahlreicher Sichtachsen, Aufwertung von Uferbereichen und neu angelegten Pflanzungen sowie die Verbesserung der Ausstattung ist dieser Bereich wieder zu einer guten Adresse und zu einer beliebten Grünanlage geworden, was Herr Tilch anhand seines Entwurfsplans näher erläutert. Der Teich mit der sich darin spiegelnden Altstadtkulisse ist wieder erlebbar.

Durch den Bau des Elbe-Lübeck-Kanals zum Ende des 19. Jahrhunderts sind die Wallanlagen Lübecks zerstückelt worden. Geblieben ist das Kaisertor und der vorgelagerte historische Spielplatz Kaisertor mit der Skulptur „Knabe mit Reif“ und einem halbkreisförmigen Wasserbecken. Harry Maasz fertigte hierfür einen expressionistischen Spielplatzentwurf in seiner Zeit als Garteninspektor in Lübeck 1912- 1922, der jedoch beim Bau 1927 keine Berücksichtigung fand. Im benachbarten Teil der Wallanlagen befindet sich der von Erwin Barth gestaltete Sportplatz Buniamshof.

Der nächste Besichtigungspunkt war die Schmuckstaudenpflanzung am Mühlentorplatz. Gemäß dem Konzept für eine attraktive Gestaltung der Stadteingänge der Hansestadt Lübeck hat Herr Tilch auch für dieses südliche Entrée zur Altstadt von Frühjahr bis Herbst sich ständig verändernde Blühaspekte  mit langlebigen und zugleich pflegeleichten Stauden und Zwiebeln entwickelt. Es folgten die Pflanzungen im Hessepark, der eine freie Gestaltung mit einem beeindruckenden Altbaumbestand aufweist.  Herr Tilch und Herr Schott erläuterten ihr Bepflanzungskonzept mit großflächigen ornamentalen Zwiebelpflanzungen die jahreszeitlich umlaufend blühen. Bewusst wurde auf aufwändige Wegebaumaßnahmen und Geländegestaltungen verzichtet.

Zurück führte die Route durch die neugestalteten Bereiche am Klingenberg-Platz und der Breiten Straße in der Altstadt mit ihrem großflächigen Wasserspiel, dass im Sommer mit den wechselnden Fontainen ein Anziehungspunkt für Jung und Alt ist.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es nach Travemünde, wo Herr Andreas Werning vom Landschaftsarchitekturbüro Brien Wessels Werning über die Neugestaltung und Verlängerung der Strandpromenade von Travemünde berichtete.

Ausgehend von einem Gutachten wurde in den vergangen Jahren der historische östliche Abschnitt neugestaltet und nach Westen verlängert. Modulartig reihen sich kleine Spielbereiche und Sitzplätze entlang der Promenade auf und geben je weiter man sich nach Westen bewegt ein zunehmend naturbelasseneres Bild ab. Über die Kaiserallee und den Godewindpark, bei denen über deren Rekonstruktion diskutiert wurde, ging es dann zum Ausgangspunkt, dem Strandbahnhof Travemünde, zurück.

DGGL Exkursion nach Lübeck / Travemünde

DGGL Exkursion nach Lübeck / Travemünde
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