Der Bremer Westen 1945
Neubebauung nach dem Krieg
Fleißige Helfer
Es gab viel Arbeit
Auch Wasser darf nicht fehlen
Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Blumen gegen die Tristesse der Trümmerwüste

Seit vielen Jahren erhält der DGGL Landesverband auf ehrenamtlicher Basis den Staudengarten.

Verschwenderische Blumenfülle das ganze Jahr sollte ein Zeichen der Hoffnung setzen in der Trümmerwüste des Bremer Westens. Seit nunmehr 65 Jahren leuchtet der farbenprächtige Staudengarten im Utbremer Grünzug zu Füßen des „ersten Hochhauses Bremens“ an der Hansestraße. Nach dem Schock der Bombennacht vom August 1944, 25.000 Wohnungen und Infrastruktur waren auf einen Schlag zerstört, fasste man erst Anfang der 50er Jahre wieder  Mut zum Aufbau. Trotz knappen Geldes damaliger Jahre setzte man als Gegengewicht zur schlichten Bauweise der Neubebauung den farbenprächtigen ersten öffentlichen Blumengarten. Eingebunden in die Leitidee „durchgrünter Stadtlandschaft“ bildete er einen Höhepunkt in dem Grünzug vom Stadtzentrum Bremens über Walle bis nach Gröpelingen. Eine einfache, zugleich geniale Konzeption, indem man entlang des schmalen Grünzugs Einrichtungen des täglichen Bedarfs, wie z.B. Kindergarten, Schule, Läden, Arztpraxen, Kirche, Alteneinrichtungen, etc. schuf. Fußläufig und per Rad erreichbar entstand eine Achse lebendiger Kommunikation, die bis heute nichts an Attraktivität verloren hat.

Derartige blumenreiche öffentliche Orte sind als traditionelle Elemente städtischer Gartenkunst inzwischen selten geworden. Zugleich ist er ein seltenes positives lokales Zeitzeichen, um beim schwierigen Wiederaufbau die Erinnerung an die Kriegsschrecken zu überwinden. Diese Bedeutung gälte es auch heute wach zu halten. Als im Zuge der Bremer Sparbeschlüsse die Freiraumqualität des Ortes sich einschneidend verschlechterte, hat der DGGL-Landesverband (Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur) eine aktive Pflege-Patenschaft übernommen. Seit vielen Jahren pflanzt, pflegt, wässert, säubert eine Schar um Dr. Klaus Rautmann den Garten und Abschnitt des Grünzuges. Ein bunter Frühlingsschmuck aus Krokusse, Narzissen, Tulpen, Märzenbecher läutet seitdem das Gartenjahr ein. Es folgt die Vielzahl der Sommerblumen bis zu den Anemonen, Chrysanthemen, Astern, Christrosen und Herbstfärbung der Blütensträucher und Bäume nicht zu vergessen.