Prof. Uta-Birgitta Koschnick gestorben - Ein Nachruf

Birgit Koschnick, nachdenklich vor der Marienburg während der Sommerexkursion 2005 des DGGL LV BrNN in die Masuren

Sie hat uns verlassen müssen, eine Kämpferin bis zuletzt! Trotz aller Leiden und Schmerzen wollte sie nicht aufgeben. Aber alle Bemühungen waren vergeblich.

Wir erinnern uns: Seit 1981 Mitglied in der DGGL.

Seitdem kennen wir sie und ihren selbstlosen Einsatz, ihre Tätigkeit im Präsidium, ihre wichtigen Mitentscheidungen an vielen Tagungen und Bundeskonferenzen, ihr, wenn auch aus der Ferne, anregendes Mitdenken an Veranstaltungen und Exkursionen unseres DGGL-Landesverbandes Bremen / Niedersachsen-Nord.

Die Begegnungen mit ihr waren geprägt von großem Wissen auf allen Gebieten der Landes- und Landschaftspflege, Landschaftskultur und der Gartenkunst. Sie setzte sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein, forschte und referierte als Professorin an der Fachhochschule Oldenburg / Ostfriesland/ Wilhelmshaven in den Fachbereichen „Soziale Arbeit und Gesundheit“ über „nachhaltige Entwicklung, Agenda 21 und ihre Umsetzung in Wirtschaft und Gesellschaft“, förderte die Kunst im ostfriesischen Raum und war persönlich mit entscheidend für die Gründung (1989) des Ökowerks in Emden (Emder Bürgerstiftung Regionales Umweltzentrum Ökowerk Emden), in dessen Förderverein sie zweite Vorsitzende gewesen ist.

Mit ihrem Mann, Georg, Professor für Maschinenbau, hatte sie Gemeinsames: Segeln auf Flüssen, Seen und Meeren, Haus mit Garten in Hinte am Kanal (gleich hinter Emden), mit Weitblick über saftige ostfriesische Wiesen, ihre beiden Kinder Mareike und Tilman …

Am 17. Januar 2009 schrieb sie mir zuletzt per E-Mail u. a.

" … meine Sitzungen vor dem PC sind sehr selten geworden. Deshalb fand ich eben erst Deinen lieben und nachdenklichen Gruß vom 03.01.! Hab ganz herzlichen Dank! … Im Liegen geht es mir dank Morphin-Pflaster (ohne große Nebenwirkungen) ganz gut. Im Sitzen und Stehen / Laufen weniger. Daher s.o. … Alles Liebe und herzliche Grüße den Kollegen! Birgit".

Darauf habe ich geantwortet:

" … überstehe tapfer und mit Zuversicht die schwere Zeit Deines Leidens. Du hast das eigentlich alles gar nicht verdient. Wir wollten Dich noch sehr oft sehen und hören und Deine Meinung erfahren. Das es jetzt nicht geht, macht uns traurig, aber wir denken an Dich und wissen, dass Du gerne dabei sein möchtest, wenn wir zusammen kommen. Also wissen wir Dich in Gedanken bei uns, und das hilft uns bei der (ehrenamtlichen) Arbeit …"

Birgit Koschnick ist nicht mehr unter uns, aber gegenwärtig in unseren Gedanken. Von Jochen Klepper wurde ihr folgendes Zitat mit gegeben:

"Manchmal denkt man,
Gott müsste einem in all den Widerständen des Lebens
Ein sichtbares Zeichen geben, das einem hilft.
Aber dies ist eben sein Zeichen:
Dass er einen durchhalten und es wagen und dulden lässt."

Nichts trifft besser auf sie zu als dieses! Wenn die letzten Wochen, Tage, Stunden zur Qual werden, ist die „Erlösung von allem Übel“ das einzig Sinnvolle nach einem erfüllten Leben und Trost für die Bleibenden.

Udo Rolf Gerdes
Worpswede, am 07. Mai 2009