Günther Siegel - Ein Nachruf

15. August 1927 - 06. Juni 2012

Er ist wortlos, einsam; von Schmerzen geplagt, ohne einen Vertrauten in der Nähe, wohl  wissend von seinem baldigen physischen Ende, von uns gegangen.  Fort aus einem Dasein, dass er alleine geprägt, geformt, erlebt, durchwandert, durchlitten hat …

Wir denken zurück an seine reich illustrierten gut besuchten Vorträge, meistens im Anschluss an die trockenen DGGL-Jahreshauptversammlungen jeweils Mitte Januar im DGGL-Landesverband Bremen / Niedersachsen-Nord! Kritisch waren auch oft seine Bemerkungen zu manchen Themen und Ereignissen! Mit offenen Augen betrachtete er die sich wandelnde Welt. Er konnte sich aber auch berauschen an Landschaften in Portugal und Spanien sowie in Deutschland, brachte von seinen Reisen reichhaltiges Bildmaterial zurück, das er mit großem Wissen und ausgeprägter Sorgfalt zu kommentieren wusste.  Auch der Pflanzen- und Tierwelt widmete er sich in besonderem Maße. Die Schmetterlinge hatte es ihm angetan, und er bedauerte zutiefst, wie sehr diese und andere geflügelte Wesen aus unserem Gesichtsfeld verschwinden infolge der immer mehr sich verändernden und vor allem industriell geprägten Landschaftskultur.

Mein Eindruck ist, dass Günther Siegel Zeit seines Lebens ein stiller, aber energischer Kämpfer für Natur und Gerechtigkeit gewesen ist. In den mit ihm oft in den letzten Jahren geführten Telefongesprächen habe ich gespürt wie er sich bemühte, immer wieder etwas zu bewegen und zu verbessern. In Ansätzen versuchte er auf Fehlentscheidungen hinzuweisen, aber letztendlich rollte auch über ihn das hinweg, was auch uns in mancher Hinsicht zur Resignation und Aufgabe guter Vorsätze zwingt: Die fast totale Hilflosigkeit gegenüber einer erschreckenden Abhängigkeit und der Entwicklung sich einer immer mehr materiell ausgerichteten Lebenswelt!


Udo Rolf Gerdes im Namen aller Mitglieder des DGGL-Landesverbandes Bremen / Niedersachsen-Nord. e.V.