Bremen: Ex-Parkdirektor Reinsch gestorben - Ein Nachruf

Ex-Parkdirektor Reinsch gestorben

Der ehemalige Bürgerparkdirektor Günter Reinsch ist Mitte März 2009 gestorben. Reinsch hatte sich 37 Jahre mit großem Engagement für den Erhalt , für die Wiederherstellung und Weiterentwicklung des größten Bremer Parks eingesetzt und damit wesentlich die Bedeutung des inzwischen 143 Jahre alten Volksparks nach den Plänen Wilhelm Benques gefestigt.

Günther Reinsch wurde 1923 in Stettin geboren. Obwohl vom Elternhaus nicht entsprechend geprägt, wählte er zielstrebig den gärtnerischen Werdegang. Nach der Lehrzeit und Studium begann er seine berufliche Laufbahn als Mitarbeiter in dem anerkannten Gartenarchitekturbüro von Professor G. Allinger in Köln.

1952 wechselte er in die Dienste des Bürgerparkvereins, dessen fachliche Leitung von dem damaligen Parkdirektor Hugo Riggers getroffen wurde. Schnell arbeitete sich Günter Reinsch in die Anforderungen der historischen Parkpflege ein. Besondere Probleme bereiteten die Behebung der Kriegsschäden aus 326 Bombentrichtern, der große Verlust dendrologischer Vielfalt nach jahrelanger mangelnder Pflege und die schwierigen Standortbedingungen des Geländes.

1964 übernahm er dann die Parkleitung für die nächsten 25 Jahre. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg war das keine leichte Aufgabe. So ermahnte er anlässlich des 100jährigen Bestehens des Bürgerparkvereins 1965 Vertreter des Senats, der Bürgerschaft und Unterstützern des Parks „dass in einer Zeit zunehmender Beanspruchung von Flächen für Verkehrs- und Hochbauten die Erhaltung des städtischen Grüns durchaus keine Forderung nur aus sentimentalen oder ästhetischen Gründen sei, sondern , erinnernd an die Gedanken der Parkgründer, ein dringendes Bedürfnis und eine soziale Forderung schlechthin“.

Über viele Jahre blieb dies die bedeutendste und wichtigste Aufgabe für Reinsch: die Sicherung und Erhaltung des Parks gegen zweckfremde Eingriffe und Ansprüche. Abgewehrt mussten zu dieser Zeit u.a. der Ausbau der Ringstrasse zur 4-spurigen Hauptverkehrsstrasse und der Bau eines zweiten Hotels an der Hollerallee.

Die Betonung der eigenen Ansprüche verlangte zugleich auch eine Klärung der außerordentlichen, historischen Bedeutung des Bürgerparks. Seine Geschichte und die des Vereins waren in der Euphorie der Wiederaufbaujahre schlicht vergessen oder in den Hintergrund gedrängt worden. Hinzu kam der Verlust zahlreicher Akten während des Krieges. In sorgfältiger Recherche konnte Günter Reinsch die Lücken wieder schließen und die Parkgeschichte aufarbeiten.

Auf sein Betreiben konnte schließlich der Bürgerpark 1984 als Kulturdenkmal in die Bremische Denkmal-Liste eingetragen werden. Mit diesen grundsätzlichen, z.T. auch übergeordneten mit der Stadtentwicklung Bremens verzahnten Aufgaben war Reinsch sehr erfolgreich, auch im Vergleich zu ähnlich gelagerten Problemfällen anderer Grünanlagen Bremens, beispielsweise der Bremer Wallanlagen.

Ebenso erfolgreich kümmerte er sich um ein nachhaltiges Parkpflegewerk, wie beispielsweise in der Aufarbeitung der Gehölzbestände anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Bürgerparks deutlich wurde, der Entschlammung der Parkgewässer, der Instandsetzung und Restaurierung von Bauten, Brücken und alten Bänken, der Modernisierung des Pflegebetriebes sowie der Verwaltung.

Neben der Bewahrung des historischen Gartendenkmals leitete er gleichzeitig behutsam die Öffnung des Parks für die wachsenden Freizeitansprüche u.a. mit der Anlage mehrere Spielplätze, Umgestaltung der Tiergehege, der Förderung der ökologischen Vielfalt ein.

Auch noch aus seinem Ruhestand heraus meldete sich Günter Reinsch mit der Fortführung seiner Forschung über den Schöpfer des Bürgerparks, Wilhelm Benque, insbesondere dessen Tätigkeit in den Vereinigten Staaten.

Mit Günter Reinsch verliert die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur ein engagiertes Mitglied. Sein Lebenswerk wird uns noch lange an ihn erinnern. 

Dr. Klaus Rautmann