Villengärten des 19. Jahrhunderts: Vergessene Denkmäler?

Villa Gemmingen Stuttgart / Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart / Birgit Steiner

Unsere Städte haben oft ein unerkannt reiches Erbe an Villen- und Villengärten des 19. Jahrhunderts. So ist offensichtlich in Stuttgart die Meinung weit verbreitet, es habe doch nur wenige Villen in der Landeshauptstadt gegeben. Diese Vorstellung und das hieraus resultierende geringe Interesse, verbunden mit einem oftmals Nichterkennen der Bedeutung des kunsthistorischen Erbes, wurde im Rahmen der Tagung thematisiert und soll geändert werden. Denn beschäftigt man sich mit diesem Thema, entdeckt man eine unerwartet große Fülle von Anlagen dieses Typs.

Signifikanterweise liegen dabei zu den Gebäuden inzwischen einzelne Forschungsergebnisse vor und es sind auch zahlreiche Villen in Baden-Württemberg als Kulturdenkmale eingetragen. Zu den Gärten jedoch existieren kaum Kenntnisse, häufig sind sie auch nicht als Denkmale erkannt und geschützt. Unter dem Schlagwort der Innenentwicklung werden Villengärten außerdem mehr und mehr als Baulandreserve gesehen. Es wird damit nicht nur ein schmerzlicher Verlust an historischer wertvoller Substanz riskiert, sondern es geht damit auch die Untrennbarkeit von Villar und Garten verloren. Die im Juli 2005 veranstaltete Tagung über die Villengärten des 19. Jahrhunderts war sehr gut besucht. Im Anschluß an die Vorträge besichtigten wir den Garten der Villa Gemmingen und ließen diesen schönen Tag auf der Karlshöhe ausklingen.

Als Ergebnis des Kolloquiums wurde eine Resolution zusammengefasst, die Sie hier im PDF-Format nachlesen können. Die Resolution wurde an Herrn Minister Heribert Rech (Innenministerium B-W) und Herrn Dr. Udo Andriof (Regierungspräsidium Stuttgart) versandt. Die beiden Antwortschreiben können Sie hier (Antwort 1) und hier (Antwort 2) im PDF-Format nachlesen. Das Innenministerium hat in seinem Antwortschreiben inzwischen signalisiert, dass im Falle einer verbesserten Haushaltslage des Landes eine adäquate Betreuung der Gartendenkmäler erfolgen wird.

Auch in den Medien wurde über das Kolloquium ausführlich gesprochen, hier der Link (PDF) zu einem Zeitungsartikel, erschienen am 20. September 2005.

Für ihre intensive Mitarbeit an dem Resolutionspapier sei an dieser Stelle nochmals unserem Mitglied Frau Martina Laun herzlich gedankt.

Resolution: Dr. Stefan Gugenhan