Jahresbericht des DGGL Landesverbandes Baden-Pfalz für das Jahr 2009

Am 20.2.2009 war die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen des Vorstandes in Ludwigshafen.

Einladung zur Insel Mainau
Verleihung des Kulturpreises des Bundesverbandes DGGL posthum an Gräfin Bernadotte af Wisborg mit Kranzniederlegung in der Schlosskirche und Rundgang über die Insel am 4.4.09.

Zum Thema Gärten und Medien fand am 13.3. die erste Veranstaltung beim Rhein-Neckar Fernsehen statt. "Gärten und Medien", so lautet das Motto der DGGL im Jahre 2009.
Bereits die erste Veranstaltung des Jahres beschäftigte sich mit diesem Thema. Eine Gruppe aus dem DGGL-Landesverband traf sich beim Rhein-Neckar-Fernsehen in Mannheim zu einem Blick hinter die Kulissen. Bei der Führung durch die Studios bekam man schon eine Ahnung von der Arbeit im Fernsehsender. Aber den richtigen Einblick gab erst die Teilnahme an einer Sendung. Im Zuschauerbereich konnte man alle Schritte verfolgen, die bei der Produktion einer Sendung erforderlich sind.
Und das Wichtigste: Die DGGL - Landesgruppe wurde namentlich erwähnt – eine gute Werbung für uns. Vielleicht gelingt es, in Zukunft das Medium Fernsehen stärker für die gärtnerischen Themen zu begeistern. Die ersten Kontakte gibt es ja nun.

Am 12.6. konnte der Schlosspark in Worms-Herrnsheim begeistern.
Der Herrnsheimer Schlosspark ist der bedeutendste englische Landschaftspark in Rheinland-Pfalz. Der Eigentümer des Schlosses Heribert von Dalberg beauftragte Friedrich Ludwig von Sckell die einst barocke Gartenanlage in einen Park nach englischem Vorbild umzugestalten. Der Umbau dauerte von 1788 bis 1793. Nach einer Pause bedingt durch die Ereignisse der Französischen Revolution baute Gartendirektor Hofrat von Zeyher, ein Schüler und Nachfolger von Sckells die Anlage auf der Grundlage der Sckellschen Pläne weiter aus. Unter seiner Regie wurde der südwestliche Teil des Parks angelegt und durch eine gusseiserne Brücke mit dem Nordteil verbunden. Um 1824 war die Wiederherstellung abgeschlossen. Die späteren Besitzer der Schlossanlage nahmen neue Elemente wie einen Pavillon und einen Tennisplatz auf.

Die Stadt Worms erwarb das vom Abriss bedrohte Anwesen in den 50 er Jahren und stellte sich nach der Schlosssanierung der Aufgabe in welchem Baustil der Garten erhalten werden sollte.

Vor ca. 15 Jahren wurde ein Parkpflegewerk erarbeitet auf dessen Basis die einzelnen Bausteine restauriert wurden, beginnend mit dem Teich fortgesetzt mit der Wegesanierung. Der Aufbau der Gehölzgruppen, Arten und Alter des Baumbestandes, die Mahd der Wiesen und Rasenflächen sowie die Pflege der Blumerabatten sind Aufgaben aus dem Parkpflegewerk die umgesetzt, geprüft und angepasst werden.

Der Herrnsheimer Schlosspark ist eine der Anlagen, die ihre ursprüngliche Konzeption weitgehend bewahrt hat, wenn auch aus der „neueren“ Zeit der Pavillon als schönes zeitgemäßes Ensembel erhalten wurde. Vorbildlich ist das Engagement der Stadt Worms zur Wiederherstellung und Erhaltung dieser kulturhistorischen und landschaftlichen Kostbarkeit.

Friedrichsplatzanlage
Am Freitag, den 3. Juli 2009 führte uns Herr Christian Konowalczyk, ein Kollege des Fachbereiches Straßenbetrieb und Grünflächen der Stadt Mannheim, über die Friedrichsplatzanlage am Wasserturm, dem Wahrzeichen der Stadt Mannheim. Folgende Informationen über die Friedrichsplatzanlage hat uns Herr Konowalczyk zusammengestellt:

Der Mannheimer Friedrichsplatz ist die repräsentativste Grünanlage der Stadt, das meist fotografierte Motiv und die bedeutendste Jugendstilanlage Deutschlands. Das gesamte Ensemble steht aus heimatgeschichtlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Gründen unter Denkmalschutz. Seine Entstehung steht in Zusammenhang mit dem Bau des Wasserturms und einer östlichen Stadterweiterung.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Mannheim die erste Wasserversorgung gebaut wurde, musste an zentraler Stelle ein Hochbehälter errichtet werden. Mit der Festlegung des Wasserturm Standortes an der von Ingenieur Smreker empfohlenen Stelle, hat die Stadt Mannheim im Jahr 1885 eine weit reichende Entscheidung getroffen. Damit war die seit den 1870er Jahren erwogene östliche Stadterweiterung festgelegt. Nach den Plänen des Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber entstand der Wasserturm 1889 auf dem Platz des abgetragenen Heidelberger Tors.

Der Wasserturm wurde zum monumentalen Denkmal und Wahrzeichen der Stadt Mannheim. Um die Architektur des Turmes besser zur Wirkung kommen zu lassen, bestand die Gelegenheit und der Wunsch nach einer umgebenden Grünanlage.

Vor allem über die Art der Gestaltung der Grünanlage war man sich zwischen damaligen Hochbauamt und dem Grünflächenamt nicht einig. Während die Gärtner einen englischen Landschaftspark favorisierten, tendierten die Architekten mehr zu einem architektonischen Gartenplan.

In der Diskussion standen auf der einen Seite die Ideen des landschaftlichen Gartens, im Stile des englischen Landschaftsparks, vertreten von den Gartenkünstlern und des ersten Obergärtners Hermann Lippel, auf der anderen Seite die architektonischen Gartengestaltung nach französischem Vorbild der Architekten.

Man baute nach den Plänen des Stadtgärtners Hermann Lippel eine hufeisenförmige Grünanlage. Ein zur Straße hin ebenerdig aufgefülltes Gelände zwischen Ring und Wasserturm und ein Tiefparterre in östlicher Richtung. Nach einer über längere Zeit hinweg geführten Debatte wurde diese Stelle auch zur Aufnahme der Fest- und Konzerthalle (Rosengarten) sowie eines großen städtischen Museums (Kunsthalle) bestimmt.

Eine endgültige und im wesentlichen bis heute erhaltene Gartengestaltung kam erst dann zustande, als der Berliner Architekt Prof. Dr. Bruno Schmitz neben dem Bau der Festhalle und der den Platz umgebenden Wohn- und Geschäftshäuser im Jahre 1899 auch mit der Gestaltung des Friedrichsplatzes beauftragt wurde.

Schmitz orientierte sich bei der gärtnerischen Gestaltung an französischen Vorbildern, welche vor allem in der Symmetrie des Platzgrundrisses, in der geometrischen Wegführung und in dem Kastenschnitt für Hecken und Bäume, sowie der Bepflanzung der Bosquets zum Ausdruck kommen.

Im Tiefparterre entstand die heute noch vorhandene repräsentative Pergola als Leitmotiv, die sehr gekonnt die Unterschiede im Niveau des Geländes überspielt. Weiterhin entstand die in Höhe des Wasserturms fallende und in einem Fontänenbecken auslaufende Wassertreppe (Kaskade). Den Böschungsfuß mit Eibenhecken eingefasst und im östlichen Teil der Anlage wurden festliche Jugendstilglasleuchten an der Pergola aufgehängt und im Tiefparterre auf schmiedeeiserne Kandelaber aufgesetzt.

Im Jahr 1907 - zur 300-Jahr-Feier der Stadtgründung - wurde der Friedrichsplatz zum Eingangsbereich der "Internationalen Kunst- und Gartenbauausstellung". Dem schloss sich das eigentliche Ausstellungsgelände südlich der Augustaanlage an. Die Ausstellung unter der Leitung von Prof. Max Läuger, wurde ein großer Erfolg und hat Maßstäbe für die weitere Entwicklung der Gartenkunst gesetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Anlage stark beschädigt. Die Wiederherstellung erfolgte entsprechend den Entwürfen von Schmitz. Allerdings konnten die Pergolen zunächst nur in verkürzter Form wiederhergestellt werden, auch die Jugendstilleuchten wurden nur zum Teil ergänzt. Die Treppenabgänge zum Tiefparterre wurden aus Betonstein ausgeführt.

Um die originale konkrete Beschaffenheit und materielle Authentizität zu bewahren bzw. wiederherzustellen, sanierte die Stadt Mannheim im Jahr 2006 zum bevorstehenden 400 jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2007, die Jugendstilanlage in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand.

Spielgerätehersteller in Hinterweidenthal

Im September waren wir bei der Firma Seibel in Hinterweidenthal eingeladen. Hier werden Spielgeräte vorwiegend aus Holz hergestellt. Wir wurden eingewiesen in die Entwicklung von Spielgeräten, über die erste Ideenfindung, die Entwicklung im Computer im 3D Format, so dass sogar die Prüfkörper gem. EN 1176 im Vorhinein zur Anwendung gelangen.

Das 3D Computeranimierte Gerät wird nach Beauftragung in der gewünschten Materialart, es gibt Robinie, Kiefer, Lärche und Stahl als Grundbaustoffe, je nach Bauherrenwunsch zusammengebaut.

Nach dem kompletten Aufbau des Gerätes wird es in verladbare Einzelbaugruppen zerlegt und an den Auftraggeber verschickt. Vor allem die 3D-Animation und die Holzbaumaschinen beeindruckten uns Besucher maßgeblich.

Nach gemeinsamem Meinungsaustausch bei Kaffee und Kuchen schlossen wir die Veranstaltung mit Mehrwissen für Das Machbare zum Thema Spielen im Freien.

Der Geopark in Heidelberg
Eine Führung durch den Wald mit Erläuterungen zu verschiedenen Themen des Forsts, des Geoparks und des Naturparks. Abstraktere Begriffe wie „Geopark“, „Naturpark“ und „Waldfunktionen“ werden zu wahrnehmbaren Phänomenen in der Landschaft.

So wurden Besonderheiten wie Posseltslust, Kohlhof, Wegesteine, Brunnen, Aussichtspunkte zu interpretierbaren Spuren, die in größerem Zusammenhang zueinander stehen.

Besuch des Hauptfriedhofs in Mannheim
Am Samstag, den 7. November 2009 hat uns freundlicher Weise Herr Pirmin Schäfer, ein Kollege des Eigenbetriebes Friedhöfe Mannheim, über den Hauptfriedhof Mannheim geführt.

Beim Gang über den Friedhof hat er uns die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Hauptfriedhofes und die Bestattungskultur in Mannheim sehr unterhaltsam geschildert. Er zeigte uns die Trauerhalle und das alte Krematorium, wo wir über die Geschichte der Feuerbestattung viel Interessantes erfuhren. Wir sahen die unterschiedlichen Grabarten und viele Sonderanlagen, wie das neue Parkgrabfeld. Das Parkgrabfeld ist als parkähnliche Landschaft gestaltet, in der keine Grabgrenzen zu sehen sind. Die Grabnutzungsrechte werden hier verbunden mit einem Pflegevertrag erworben.

Am 4.12. Ausstellung im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe
Besuch der Sonderausstellung Biospheres „Leuchtender Klang als werdendes Sein in Raum und Zeit, klingendes Licht als seiendes Werden von Zeit und Raum. Das ZKM zeigt zu seinem 20 jährigen Jubiläum eine Ausstellung, in der die besten am ZKM in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlerinnen produzierten Meisterwerke präsentiert werden. Zur Förderung von Kunst und Medientechnologie werden Stipendien vergeben. Freiheit der Kunst im digitalen Zeitalter ist ein Thema. Die Inhalte dieser Kunstausstellung werden lückenlos für alle Endgeräte zur Verfügung gestellt. Laut Info ist dies die weltweit einzige Kunstausstellung, die dies anbietet.

Aufgestellt 14.4.2010
Gabriele Bindert