Präsidiumsbericht Nr. 37

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der DGGL, sehr geehrte Damen und Herren,

noch ersetzt unbeschwerte Freude nicht die Ungewissheit der letzten Monate, aber mit einer gewissen Vorfreude blicken viele DGGL-Mitglieder auf das Frühjahrs- und Sommerprogramm ihrer Landesverbände. Es wird Zeit, dass die Exkursionen und Reisen wieder starten, die Treffen mit den Mitgliedern und den interessierten Gästen, der Erfahrungsaustausch vor Ort.

Ein abschließendes Fazit, wie die DGGL mit ihren Landesverbänden durch die Pandemie gekommen ist, steht noch aus. Viele Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Ein größerer Mitgliederschwund ist nicht zu verzeichnen, unsere finanzielle Situation hat sich nicht verschlechtert (aber leider auch noch nicht verbessert). Mit einigem Stolz können wir sogar sagen, dass wir für einen ehrenamtlichen Verein manche Chance zur Digitalisierung genutzt haben und das Videoformat längst ein bewährtes Element der Vereins-Kommunikation darstellt. Ich darf an eine sog. „kleine Landesverbandskonferenz“ erinnern, an ein Schatzmeistertreffen, an die Redaktionsarbeit zur Vorbereitung des Website-Relaunchs und des Themenbuchs, an unzählige interne Besprechungen und an die Präsidiumssitzungen – alles im Online-Format.

Auf der hervorragend organisierten Landesverbandskonferenz in Berlin konnte die DGGL im November wichtige Weichen für die notwendige Optimierung unserer Mitgliederverwaltung stellen. Ein großer Dank gebührt für seine Anregungen, die Präsentation und auch die weitere Beratung unserem nordbayerischen Vorsitzenden Lars Möller! Die eigentliche Arbeit steht uns hier jedoch noch bevor.

Auch die Planungen zur Website konnten vorgestellt werden, doch mussten wir nach dem Rückzug des zunächst favorisierten Programmierers noch einmal den Anbieter wechseln. Wir sind zuversichtlich, dass wir im Jahresverlauf das Thema Website abarbeiten und absehbar abhaken können.

Für zwei unserer langjährigen Projekte konnte die DGGL Fördergelder einwerben, die unseren öffentlichen Auftritt deutlich verbessern. Das jährliche Gartenfestival „Rendezvous im Garten“, das seit 2018 vom Gartennetz Deutschland durchgeführt wird, erhält für drei Jahre eine Förderung von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Mit dieser finanziellen Unterstützung gelingt es der DGGL, das Festival angemessen zu bewerben und eine zentrale Auftaktveranstaltung gemeinsam mit der französischen Botschaft zu organisieren.

Das gemeinsam mit dem Verein Schlösser und Gärten in Deutschland e.V. gegründete Initiativbündnis Historische Gärten im Klimawandel wird vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz für ein Jahr finanziell unterstützt, unter anderem, um die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit zu garantieren und eine Online-Plattform für den gemeinsamen Erfahrungs- und Wissensaustausch zu erstellen.

Das wichtigste Marketinginstrument stellt nach wie vor unser Themenbuch dar. Unter Hochdruck wird derzeit am Themenbuch 2022, das sich dem Thema „Stadt als Natur“ verschrieben hat, gearbeitet. Wenn wir auf Anregung des Arbeitskreises Grün in der Stadt die Stadt als einen Ort beleuchten, der aufgefordert ist, sich an natürlichen Systemen und Modellen der Kreislaufwirtschaft zu orientieren, befinden wir uns in bester grüner Gesellschaft. Das Jahrbuch Ökologie 2022 erschien Anfang des Jahres unter dem Titel „Das Zeitalter der Städte. Die entscheidende Kraft im Anthropozän“. Mit dieser inhaltlichen Nähe der Jahrbücher möchten wir noch einmal auf die Konstellation verweisen, der sich die DGGL ausgesetzt sieht. Es existieren einerseits zahlreiche Verbündete, mit denen es sich lohnt zu kooperieren; andererseits stellt dies aber auch eine Konkurrenzsituation dar, die uns beständig dazu auffordert, das Profil der DGGL zu wahren und zu schärfen. Die Themenbücher sind dafür das geeignete Medium und auch für 2023 haben wir uns bereits thematisch festgelegt. Angeregt und verantwortet vom Arbeitskreis Landschaftskultur wird sich das Themenbuch dann mit Landschaft und Wasser beschäftigen – ein Themenkreis, der nicht erst seit dem Bau der Tesla-Produktionsstätte in Grünheide bei Berlin neue Relevanz gewinnt.

Die Kooperationen mit anderen Verbänden wollen aktiv gelebt werden. Wir sind froh, dass wir in den Landesverbänden so viele engagierte Mitglieder haben, aber die aktiven Zirkel sind in der Regel klein. Um unsere Schlagkraft zu erhöhen sollten wir die Arbeitslast auf mehr Schultern verteilen und noch mehr Mitglieder aktiv einbinden. Auch Neumitglieder können im Grunde sofort aktiv loslegen, eine Platzhirschkultur kennt die DGGL nicht.

Auf der Herbsttagung des Arbeitskreises Historische Gärten auf Schloss Seehof bei Bamberg wurde noch einmal deutlich, dass wir uns zukünftig auf vermehrte Konflikte zwischen Naturschutz und Denkmalschutz einstellen müssen. Wir sind gut beraten, diese Themenstellung als ein Kompetenzfeld der DGGL wahrzunehmen und dazu tragfähige Konzepte zu erarbeiten. Vor dem Hintergrund notwendiger Klimaanpassungsmaßnahmen ist die Gefahr groß, dass ein Rechtsgut gegen das andere ausgespielt wird.

Überhaupt muss man mit Blick auf das sich anbahnende neue Denkmalschutzgesetz NRW immer wieder feststellen, dass die Politik etablierte Verfahren der Denkmalpflege leichtfertig aufs Spiel setzt und damit auch Denkmalpflege gefährdet. Ein breites Bündnis hat Stellung bezogen und der Arbeitskreis Historische Gärten seine ganze Kompetenz eingebracht, um auf mögliche Fehlentwicklungen hinzuweisen. Leider wird die Anhörung zwischen der ersten und zweiten Lesung angesichts der bereits verstrichenen Zeit und der bevorstehenden Landtagswahlen wohl auf ein Minimum verkürzt und der Entwurf „durchgepeitscht“.

Mit großer Vorfreude schauen wir dem Bundeskongress der Grünen Verbände und der vom Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein organisierten Landesverbandskonferenz in Kiel im Mai entgegen und würden uns freuen, Sie dort herzlich begrüßen zu können.

Im Namen des DGGL-Präsidiums

Prof. Dr. Stefan Schweizer
im März 2022