Präsidentenbrief Nr. 23

Sehr geehrte, liebe Mitglieder und Freunde der DGGL,

gutem Brauch entsprechend soll Sie auch zu Beginn des Jahres 2014 ein Präsidentenbrief erreichen, verbunden mit den besten Wünschen für ein hoffentlich wieder gutes und erfolgreiches neues Jahr. Ich darf zugleich die Gelegenheit nehmen, Sie auch vom Präsidium und unserer Bundesgeschäftsführerin herzlich zu grüßen und Sie nicht nur über zahlreiche DGGL-Aktivitäten in diesem Jahr zu informieren, sondern Sie vor allem auch herzlich einzuladen, mitzumachen. Nur durch Ihre aktive Teilnahme können Sie dazu beitragen, dass unser „Grünes DGGL-Vereinsleben“ Ihnen Freude und Genuss, fachlichen Gewinn, aber eben auch immer wieder wertvolle, menschlich-kollegiale Begegnungen bringt.

Das in Jahrzehnten entstandene, gut gepflegte und stetig weiterentwickelte Netzwerk der DGGL, sowohl nach innen als auch nach außen, ist fachlich wie gesellschaftlich ein großer Schatz, der unsere Gesellschaft auch vor vielen anderen „Grünen Vereinen“ auszeichnet. Mein größter Wunsch als scheidender DGGL-Präsident ist, dass uns ein besonders schönes Zusammengehörigkeitsgefühl, ebenso wie das Wissen, Mitglied eines höchst aktiven Vereins zu sein, im dem eben auch jedes Mitglied unendliche Möglichkeiten hat, sich gestaltend einzubringen, nicht abhandenkommt.

Ich freue mich daher sehr, dass in den Gremien und Arbeitskreisen der DGGL rege Aktivitäten herrschen, wie beispielweise im „Arbeitskreis Junger Landschaftsarchitekten“, und von Wolfgang Aldag wieder ein Wettbewerb im Rahmen der BUGA 2015 Havelregion ausgelobt werden konnte ("Der Garten der Gärten – Ideen für den Eingangsgarten auf dem Gelände der zukünftigen Gartenschau in Brandenburg an der Havel."). Dieser läuft noch bis Ende März, die Preisverleihung findet Anfang Mai in einer Stadt der Havelregion statt.

Auch Udo Woltering hat mit unserem Arbeitskreis Landschaftskultur bereits einiges angeschoben; zum nächsten Treffen in Aschaffenburg im April (5. und 6.4.14, Schwerpunkt Archäologie und Landschaft) sind alle Interessierten herzlich eingeladen, Programm und Tagesordnung finden sich auf unseren Internetseiten.

Und auch im Arbeitskreis Historische Gärten sind unter dem im letzten Jahr in Hannover gewählten neuen Vorstand Jochen Martz und Marcus Köhler zahlreiche neue Initiativen festzustellen. Die neu entwickelten Arbeitskreisstrukturen und eine entsprechende Geschäftsordnung können und sollen schon bald mit Leben und jedes AK-Mitglied aktiv zum Mittun aufgefordert werden. Die nächsten Veranstaltungen sind am 15. und 16. März eine Fachtagung "Historische Kurparks" in Bad Elster und im Rahmen der Festivitäten aus Anlass des Doppel-Jubiläums "100 Jahre Volksparke Winterhude und Altona – 100 Jahre Grünverwaltung in Hamburg" die Mitgliederversammlung des Arbeitskreises vom 19. bis 21. Juni, derzeit in Planung durch Heino Grunert und den Landesverband Hamburg/-Schleswig-Holstein.

Viele andere, ebenfalls sehr interessante Veranstaltungen finden  Sie in den Programmen der 17 Landesverbände – und besuchen Sie auch einmal die Nachbarn, informieren Sie sich im Internet über die Aktivitäten der anderen DGGL-Landesverbände. Insbesondere die Exkursionen und Fachreisen stehen allen Mitgliedern und Gästen, dann i.d. Regel zu einem geringen Zusatzpreis, natürlich offen.

Dies alles sind Entwicklungen, die mich sehr positiv stimmen, dass es auch in der DGGL – trotz des anhaltenden Problems des Mitgliederschwundes und der damit verbundenen knappen Finanzmittel – doch starke Kräfte der Erneuerung und der aktiven und intensiven Vereinsgestaltung gibt.

Dass dieses auch für das gesamte Präsidium gilt, ist eigentlich selbstverständlich. Den-noch darf ich an dieser Stelle dem Präsidium für sein vielfältiges Engagement herzlich danken. Ohne das vorbildliche Engagement unserer Vizepräsidenten Eva Henze als Kuratorin unseres Jahrbuches 2014 „Zukunft Stadtgrün“ hätten wir diese Arbeit schwerlich geschafft. Unterstützt vom Redaktionsteam Kaspar Klaffke, Oliver Hoch und Bernd Modrow, hat sie hat alle Fachbeiträge pünktlich eingefangen und damit sichergestellt, dass auch dieses Jahrbuch, sozusagen unser Flaggschiff für das Jahresthema „Zukunft Stadtgrün“, pünktlich gedruckt werden kann. So habe ich schon heute die Sicherheit, dieses Jahrbuch dann auch auf dem Gemeinsamen Bundeskongress, ebenfalls mit dem Thema "Zukunft Stadtgrün", am 23.Mai in Leipzig vorstellen zu können. Eva Henze, dem Redaktionsteam, aber auch der unermüdlich im Hintergrund alle Fäden in der Hand haltenden Karin Glockmann, sei an dieser Stelle für diese Herkulesarbeit herzlich gedankt.

Großartig ist es im Übrigen auch wieder unserem Schatzkanzler Rainer Schmidt gelungen, dank wunderbarer und weitreichender Verbindungen sowie seinem nie erlahmenden, gewinnbringenden Charme, viel Geld und zahlreiche Anzeigen für das Projekt Jahrbuch einzuwerben, und so den knappen Haushalt der DGGL maßgeblich zu entlasten. Hier kann man nur sagen chapeau!

Dankbar können wir auch sein, dass unser Vizepräsident Oliver Hoch sich immer wieder für Sonderaufgaben höchst aktiv einsetzt, so unter anderem für die „Charta Zukunft Stadt und Grün“, eine Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), die kürzlich der Ministerin Barbara Hendricks überreicht werden konnte, und bei der die DGGL zu den Erstunterzeichnern gehört. Wichtig ist auch das im Verantwortungs-bereich von Oliver Hoch liegende Vorhaben der „DGGL-Zukunftswerkstatt", die dann auch möglichst in diesem Jahr ausgerichtet werden sollte (Planung 22. und 23. November, Umgebung von Berlin). Hier werden die Vorstände unserer Landesgruppen, Präsidium und Geschäftsleitung zu diskutieren haben, wo stehen wir, wohin geht die DGGL-Reise und wie können wir unsere Zukunft noch besser und effektiver gestalten?

Mit einer gewissen Wehmut sehe ich das Ausscheiden unseres Vizepräsidenten Friedhelm Blume, der sich ebenfalls satzungsgemäß wie ich nicht mehr zur Neuwahl stellen kann. Ihm kann die DGGL nur sehr dankbar sein, war er es doch, der u.a. entscheidend unser großes 125-Jahre-Jubiläum 2012 vorbereitet und intensiv begleitet hat. Seiner fundierten Fachlichkeit, ebenso wie seinem stets auf Ausgleich und Überzeugung angelegten Charakter, ist es zu verdanken, dass wir noch heute mit Stolz an unser Festjahr zurückdenken und immer wieder mit Freude und Genugtuung in unserem anspruchsvollen Jubiläums-Jahrbuch 2012 studieren können.

Hinsichtlich des unser Jahr 2014 bestimmenden Jahresthemas „Zukunft Stadtgrün“ lassen Sie mich aber auf den Bundeskongress in Leipzig im Mai dieses Jahres und die dortige Vorstellung unseres nun schon 9. Jahrbuches hinweisen. Ich freue mich ganz besonders, dass es gelungen ist, das mir in meinem ganzen beruflichen Leben stets wichtige städtische Grün in den Fokus auch unserer DGGL-Arbeit stellen zu können, hieß es doch sehr zu recht schon in dem von der Berliner Gartendenkmalpflege 1999 neu herausgegebenen, 1860 erstmalig vorgelegten „Lehrbuch der schönen Gartenkunst“ von Gustav Meyer: „Im Wettbewerb der europäischen Metropolen spielt die Qualität des öffentlichen Raumes eine ganz entscheidende Rolle. Die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem näheren Umfeld ist wesentlich für die Lebensfähigkeit und Zukunft unserer Städte. In der Gestaltung des öffentlichen Freiraumes kommen Selbstverständnis und Lebensgefühl einer Gesellschaft zum Ausdruck. Der städtische Freiraum ist Ort des sozialen Lernens, der Begegnung und Erfahrung.“

Ich glaube, diesen Worten ist nichts hinzuzufügen und man kann nur hoffen, dass die deutsche Kommunalpolitik sich wieder ihrer Grünflächenämter und ihrer außerordentlichen Leistungsfähigkeit erinnert, neuerlich stärkt und kompetent ausstattet. Und ich habe die stille Hoffnung, dass es nicht nur uns im Präsidium, sondern auch in den Landesverbänden gelingt, mit unserem aktuellen Jahrbuch die leider nur noch wenigen vertretenen Leiter der kommunalen Grünflächenämter für die DGGL zu interessieren und zu einer aktiven Mitarbeit in den Vorständen einzuladen. Ich denke, gerade die traditionsreiche Mischung von freien Garten- und Landschaftsarchitekten mit den ebenfalls wunderbaren Gartenamtsleitern hat eben auch das besondere Profil der DGGL geschärft. Beste Beispiele dafür sind – wie Sie wissen – vormalige Präsidenten wie Erhard Mahler, Hildebert de la Chevallerie oder Kaspar Klaffke.

Ich darf abschließend darauf hinweisen, dass im Anschluss an die GALK-Konferenz in Leipzig eine DGGL-Landesverbandskonferenz geplant ist (Samstag, 24. Mai) und – falls die Umstände das erlauben – dann auch dort Wahlen zum Präsidium anstehen. Ich darf hier gerne an die schon wiederholt geäußerte Bitte um geeignete Vorschläge für die anstehende Wahl eines Präsidenten oder einer Präsidentin bzw. eines Vizepräsidenten oder einer Vizepräsidentin erinnern.

Die im Herbst folgende Konferenz der Landesverbände, in Verbindung mit einer Fachkonferenz zum Werk Fritz Enckes, organisiert vom Landesverband Rheinland der DGGL, wird uns am 2. und 3. Oktober nach Köln führen. Ich darf Sie ebenfalls schon heute herzlich bitten, sich diesen Termin vorzumerken.

Sicherlich wird der eine oder andere von Ihnen erwarten, dass wir an diesem für uns traditionsreichen Termin, nämlich am 3. Oktober 2014, auch wieder unseren Kulturpreis verleihen - dem ist jedoch nicht so. Wie sich viele von Ihnen erinnern werden, hatten wir auf der Landesverbandskonferenz im Schloss Biebrich im letzten Oktober beschlossen, nur noch alle zwei Jahre eine Kulturpreisverleihung vorzunehmen. Diese Entscheidung trug damit richtigerweise dem Umstand Rechnung, dass uns eine jährliche Preisverleihung finanziell und organisatorisch überfordert. Die nächste Verleihung des DGGL- Kulturpreises findet also erst wieder im Herbst 2015 statt. Gerne nehmen wir dazu auch Vorschläge für zu ehrende Persönlichkeiten entgegen.

Ich hoffe nun zunächst für 2014 auf viele schöne Begegnungen mit Ihnen bei unseren Landesverbänden und Arbeitskreisen und eine Fülle von Arbeitserfolgen und bin zugleich 

mit besten Grüßen stets


Ihr
Dr. Ing. Klaus-Henning von Krosigk
Januar 2014