Präsidentenbrief Nr. 15

Liebe DGGL-Mitglieder,

dieser Präsidentenbrief wird Sie sicherlich in der sommerlichen Ferienzeit erreichen und ich hoffe, dass Sie dann vielleicht die Zeit haben, nicht nur das Buch zu lesen, welches schon lange Zeit ungeöffnet auf Ihrem Büchertisch liegt, sondern auch Muße haben, unser gerade erschienenes DGGL-Jahrbuch 2009 in Ruhe zu studieren und nicht zuletzt auch einen Blick in diesen Präsidentenbrief zu werfen.

Gerne darf ich Ihnen heute – nachdem schon wieder die Hälfte des Jahres wie im Flug vergan-gen ist – in Erinnerung rufen, was uns im Präsidium, aber auch mich ganz persönlich bewegt hat, darf aber auch das festhalten, was vielleicht für die DGGL insgesamt von Bedeutung war und was uns in nächster Zeit beschäftigen wird.

Ohne Zweifel stellte der am 4. April auf der Insel Mainau postum an Gräfin Sonja Bernadotte verliehene Kulturpreis unserer Gesellschaft einen besonders bemerkenswerten Höhepunkt im beginnenden Sommerhalbjahr dar. In einem Jahr, in welchem die Insel Mainau zugleich 100 Jahre Graf Lennart Bernadotte feiert, konnte die DGGL die leider viel zu früh verstorbene Gräfin Sonja angemessen mit der noch zu ihren Lebzeiten ausgesprochenen Ehrung auszeichnen. Sie war es, die in der Nachfolge ihres Mannes, Graf Lennart, getreu der gemeinsamen Verpflich-tung „Gärtnern um des Menschen und der Natur Willen“, nicht nur neue Akzente im Thema „Wege zur Naturerziehung“ gesetzt, sondern sich in besonderer Weise den Bereichen Garten-kultur und Gartendenkmalpflege verpflichtet gefühlt hat. Frühzeitig erkannte sie die hohe gartenkulturelle, ökologische sowie ökonomische Bedeutung der gewachsenen europäischen Kulturlandschaft für eine nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land und damit für eine gesunde und lebenswerte Umwelt.

Im Rahmen einer Feierstunde nahm die Tochter von Gräfin Sonja, Gräfin Bettina Bernadotte, neue Geschäftsführerin der Blumeninsel im Bodensee, die Ehrung für ihre Mutter entgegen. Im Anschluss an die Laudatio durch Professor Dr. Kaspar Klaffke und einer Ansprache durch Karl Zwermann, Nachfolger von Gräfin Sonja im Amt des Präsidenten der Deutschen Gartenbauge-sellschaft 1822 e. V., gab es nach einer Kranzniederlegung in der Schlosskirche einen alle Teil-nehmer beeindruckenden Rundgang über die Insel. Einerseits wurde anschaulich die seit 1853 anhaltende Entwicklung der Mainau als Park deutlich, andererseits aber auch etwas von den Sorgen und Nöten, die der laufende Unterhalt der inzwischen größten touristischen Attraktion am Bodensee heute verursacht. Intensive Diskussionen zum Spannungsverhältnis zwischen kulturlandschaftlichem Anspruch einerseits und touristisch-ökonomischen Erwartungshaltungen andererseits bestimmten mithin die lebhaften Gespräche.

Deutlich wurde im Übrigen, dass es auch am Bodensee verstärkte Überlegungen gibt, das regionale Gartenerbe stärker zu vernetzen und zu bündeln, um auch die Gartenlandschaft Bodensee insgesamt optimaler in den Focus garteninteressierter Touristen und Besucher zu stellen. Ich selber konnte mich von zahlreichen Garteninitiativen am Bodensee überzeugen, so u.a. in Haus und Garten von Herrmann Hesse in Gaienhofen auf der Höri, am sogenannten Untersee gelegen. Hier ließ sich Herrmann Hesse 1907 durch den Basler Architekten Hans Hindermann ein Haus mit Blick auf den Bodensee errichten und legte selbst den Garten für sich und seine junge Familie an - übrigens der erste und einzige den er selbst schuf und damit eine Gartenleidenschaft begründete, die ihn bis an sein Lebensende begleiten sollte. Neben einem aktiven Förderverein, Herrmann Hesse–Haus und –Garten e. V., kümmert sich vor allem ein gartenbegeistertes Ehepaar, das im Jahr 2003 Haus und Garten erwerben konnte, um das Hesse-Erbe und ist im Übrigen seit dem Jahr 2005 bemüht, schrittweise den Garten vorbildlich wiederherzustellen.

Auf der Schweizer Seite des Bodensees interessierten mich insbesondere der gartenreiche Kanton Thurgau mit dem direkt am Untersee gelegenen Schlosspark von Mammern, aber auch den bemerkenswerten Gärten der Karthause von Ittingen, vor allem aber das Napoleon-Anwe-sen Arenenberg mit dem einzigartigen Blick auf die Reichenau. Hier, wo Napoleon III., der letzte Kaiser der Franzosen, mit seiner Mutter, Königin Hortense de Beauharnais, die schönsten Jahre seines Lebens am Bodensee verbrachte, kann man heute wieder den in den letzten Jah-ren umfassend sanierten Landschaftspark mit seinen wunderbaren Ausblicken auf den Boden-see genießen. Schon die gartenbegeisterte Großmutter Napoleon III., Kaiserin Josephine, ließ aus dem vor den Toren von Paris gelegenen Landgut von Malmaison einen der schönsten Parks von Frankreich gestalten, die Tochter Hortense schuf den Garten auf dem Arenenberg und ihr Bruder, Prinz Eugen de Beauharnais, von 1803 bis 1806 den wundervollen Pleasureground an dem nach ihm benannten Palais Beauharnais in Paris, heute Residenz des Deutschen Botschafters in Frankreich. Dieser unmittelbar an der Seine mit Blick auf die Tuilerien gelegene Garten konnte vom Verfasser in den Jahren 2004 bis 2006 im Auftrag des Deutschen Außenministeriums wieder in alter Schönheit instandgesetzt werden.

Allenthalben wächst also die Begeisterung für Gärten und Parks, namentlich auch die Wert-schätzung für Erhaltung und Pflege des historischen Gartenerbes, wie ich es auch bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung „Lust am Garten“ in Hanau-Wilhelmsbad erleben konnte. Auch hier ging es darum, in der von der Projektleiterin der Initiative „Garten Rhein-Main“, Heidrun Merk, sehr engagiert vorbereiteten Auftaktveranstaltung zum „Tag der Parks und Gärten“ einerseits auf die allenthalben präsente Schönheit und Vielfalt unserer Gärten und ande-rerseits auf die gartendenkmalpflegerische Verantwortung für Pflege und Erhaltung hinzuwei-sen. In einer bundesweiten Aktion des Gartennetzes Deutschland – ein Zusammenschluss von 19 regionalen Garteninitiativen, hierin eingeschlossen u. a. auch die Kulturregion Frank-furt/Rhein-Main mit ihren regionalen Veranstaltungen Garten Rhein-Main – konnte im Beisein des hessischen Ministers für Bundesangelegenheiten, Michael Boddenberg, aber auch Frau Dr. Inken Formann, Nachfolgerin von Dr. Bernd Modrow in der Verwaltung der staatlichen Schloss-gärten in Hessen sowie Dr. Christian Antz und Christa Ringkamp von der Leitung des Bundes-verbandes Gartennetz Deutschland e. V., sowie von Wolf- Dieter Hirsch, Geschäftsführer des Landesverbandes Hessen der DGGL, die Auftaktveranstaltung im Comoedienhaus von Wilhelmsbad durchgeführt werden. Das Kernanliegen war auch in Hanau-Wilhelmsbad: „Parks und Gärten sollen geschätzt, besucht, gebucht und für nachfolgende Generationen erhalten werden“ – wie es im Gartennetz Deutschland so schön und treffend heißt.

In Berlin hatte ich die angenehme Gelegenheit, am Vortag, d. h. am Sonnabend, den 13. Juni, im Schlosspark von Biesdorf, dem vielleicht schönsten Park im Ostteil unserer Stadt, die grüne Veranstaltung „Lust auf Gärten“ offiziell zu eröffnen und damit zugleich auf ca. 70 am diesem Wochenende in der Region geöffnete Parks, Gärten, aber auch beispielsweise historische Friedhöfe, hinzuweisen. Das Besondere dieser Garteninitiative ist, dass die Besucher ohne Voranmeldung, ganz ungezwungen und ohne Eintritt in diese Gärten und Anlagen gehen können. Dies gilt z. B. für den Karl-Foerster-Garten in Potsdam-Bornim, aber auch für den als Geheimtipp gehandelten Garten Dr. Max Fränkel in Berlin-Kladow, seit den 90er Jahren in enger Kooperation von Natur- und Grünflächenamt Spandau und der Berliner Gartendenkmalpflege in alter Schönheit wiederhergestellt, oder den einem englischen Cottage-Garten nachempfundenen romantischen Garten von Markus und Michael Ackermann in Alt-Britz, wo es neben Kaffee und Kuchen auch „Cream Tea“ mit Scones und Clotted Cream gab.

Wie sehr im Übrigen das Thema Erhaltung und Unterhaltung gerade unserer älteren Gärten, also nachhaltige Sicherung und Pflege, die Arbeit des engagierten Garten- und Parkbesitzers, namentlich jedes Gartendenkmalpflegers bestimmt, ist bekannt. Vor dem Hintergrund, dass nach fast einer Generation intensiver Park- und Garteninstandsetzung hier inzwischen ein großes Bedürfnis und Interesse besteht, wie man die in den letzten 30 Jahren in ganz Deutschland wiederhergestellten, restaurierten und reparierten Gärten gartengemäß und damit werterhaltend pflegen soll, beschäftigt verständlicher Weise die grüne Szene. Ich bin daher – im Vorfeld der Konferenz der Landesverbände der DGGL Mitte Juni – gerne der Einladung des Gartennetzes Deutschland nach Schwerin gefolgt, um mich in einem Pflegeworkshop im Rah-men eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gestützten Modellprojektes „Pflegemanagement für Gärten und Parks“ namentlich mit der begonnenen breit angelegten Qualifizierung der Akteure der Pflege in historischen Gärten, aber auch dem ganzen Problem der Verantwortung einer entsprechend dauerhaften Organisation einer hochwertigen Pflege in historischen Gärten sowie entsprechenden Konzepten und Förderern zu beschäftigen.

Gemeinsam mit Dr. Harald Blanke, dem derzeitigen Vorsitzenden des AK Historische Gärten der DGGL, aber auch Heike Mortell, der Vertreterin des Gartendenkmalpflegereferates eines Landesdenkmalamtes sowie Lutz Töpfer von der DBU, natürlich Christa Ringkamp und Petra Schoelkopf, denen wir hinsichtlich ihrer Initiativen besonders dankbar sind, wurde intensiv über das kulturelle Erbe in Gärten und Parks und eine fachlich qualifizierte Pflege diskutiert. Natürlich wurde auch über die Frage z. B. einer deutschlandweiten Stiftung zur Finanzierung, bis zum Themenkomplex wer ist Antragsteller, wer kommt in den Genuss einer Förderung, u. a. mehr gesprochen. In jedem Fall wird uns das Thema Organisation, Finanzierung und Ausbildung im Rahmen des Projektes Pflegemanagement weiter intensiv beschäftigen, nicht zuletzt in Work-shops, z. B. am 23. September in Hannover zum Thema "Integration der Ziele des Natur-schutzes in entsprechende Pflegekonzepte", oder am 5. und 6. Oktober in St. Marienthal zum Thema "Pflege und bürgerschaftliches Engagement" und schließlich am 24. und 25. November 2009 auf der Abschlusstagung des Projekts „Pflegemanagement für Parks und Gärten“ in den Räumen der DBU in Osnabrück.

Vom 18. bis 19. Juni 2009 fand schließlich in Schwerin der gemeinsame Bundeskongress „Gärten, Parks und Medien“ der Gartenamtsleiter (GALK e. V.) und der DGGL statt, eine schöne Gelegenheit, die Bundesgartenschau 2009 „Der Garten des 21. Jahrhunderts“ zu besichtigen, von vielen Teilnehmern als eine besonders gut gelungene Buga empfunden. Auch ich meine, dem Planungsbüro Breimann & Bruun aus Hamburg ist es vorzüglich gelungen, in Schwerin einen Dialog zwischen Alt und Neu zu definieren und den um das Schloss und den Schweriner Burgsee lange Zeit sehr vernachlässigten Stadtbereich in einen unglaublich blühenden Landschaftsraum ganz neuer aber auch sehr alter Gärten zu verwandeln. Alle gartenhistorisch Interessierten haben mit großer Freude die umfassende Instandsetzung des 200jährigen Barockgartens, aber auch den zauberhaften Burggarten um das Schweriner „Feenschloss“ sowie den anspruchsvoll wiederhergestellten Lennéschen Parkbereich bewundert. Das, was in Schwerin gelungen ist, hat Respekt und Anerkennung verdient. Freude und Anerkennung löste aber auch die Vorstellung des von Professor Klaffke dankenswerter Weise neuerlich kuratierte DGGL Jahrbuch 2009 „Garten und Medien“ aus, welches mit seinen 18 Fachbeiträgen in Schwerin vorgestellt wurde und mit den Leiterinnen und Leitern der bundesrepublikanischen Gartenbauämter sowie den Vorständen der DGGL-Landesverbände diskutiert werden konnte.

Anlässlich einer nächtlichen Dampferfahrt auf den Seen rund um das Schweriner Schloss konnte man dann schon über den Bundeskongress 2010 im Mai kommenden Jahres in Essen, der Kulturhauptstadt Europas, nachdenken und erste Fachgespräche führen, sich aber auch bei einem vorzüglichen Buffet über die Themen der Landesverbandskonferenz am nachfolgenden Sonnabend unterhalten. Anlässlich der Landesverbandskonferenz wurde - wie stets - über gegenseitige Erfahrungen gesprochen, aber auch über ganz konkrete Hilfsangebote, über Personalien, aber auch über wichtige Themen von heute, morgen und übermorgen. Das Jahresthema der DGGL 2010 wird „Garten und Kulturen“ heißen, und die DGGL wird sich damit in eine aktu-elle gesellschaftliche Diskussion einklinken. Mit der für den Herbst 2010 in Weinheim an der Bergstraße vorgesehenen Verleihung des DGGL-Kulturpreises an das Ehepaar Freudenberg für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Anlage und Pflege ihres Staudensichtungsgartens Hermannshof in Weinheim soll dann zugleich das Gartenthema 2011 „Private Gartenkultur“ eingeläutet werden.

Natürlich konnten Karin Glockmann und ich auch schon über die angelaufenen ersten konkreten Überlegungen zur 125-Jahrfeier der DGGL im Jahr 2012 berichten. Das zentrale Thema und damit der Bogen zu den Gründungsvätern und ihren seinerzeitigen Problemen unserer Gesellschaft soll sich damit namentlich um das Verhältnis von Kulturschutz und Naturschutz bewegen und unter Einbezug der Landesverbände und ihrer diesbezüglichen Erfahrungen sollen Veranstaltungen sowohl in Berlin als auch in Dresden stattfinden, so dass wir mit der vorgesehenen kleinen Wanderausstellung das ganze Sommerhalbjahr über unser Leitthema an ganz unterschiedlichen Orten der Bundesrepublik präsentieren und damit für das Anliegen der DGGL werben können. Zwischenzeitlich konnten sowohl Kontakte zu Lutz Töpfer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt als auch zu Dr. Lutz Spandau von der Allianz Umweltstiftung aufgenommen und im Übrigen schon ein Arbeitskreis eingerichtet werden, der sich mit den weiteren Vorbereitungen bzw. Überlegungen zu unserem großen Jubiläum beschäftigt. Beide Organisationen, sowohl die DBU als auch die Allianz Umweltstiftung wollen unser schönes Anliegen im Übrigen nachdrücklich unterstützen und Kollege Roland Puppe, Leiter des Fachreferates Gärten der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens hat schon hinsichtlich des vorgesehenen Ortes des Abschlusskolloquiums im Herbst 2012, im Palais im Großen Garten in Dresden, die Unterstützung seiner staatlichen Dienststelle zugesagt.

Es gab aber auch schon in diesem Jahr ein Jubiläum zu feiern, nämlich 125 Jahre Callwey-Verlag, der 1884 in München gegründet wurde und dem wir vor allem durch die Herausgabe der Zeitschrift "Garten + Landschaft" besonders verbunden sind. Außerdem editiert Callwey seit einigen Jahren den GartenReiseführer von Ronald Clark sowie nunmehr auch unser DGGL-Jahrbuch. Ich habe dieses besondere Jubiläum gerne zum Anlass genommen, um Marcella Prior-Callwey für die große Verlegerfamilie Callwey, aber auch Geschäftsführer Lutz Bandte herzlich im Namen der DGGL zu gratulieren und habe der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass diese nun schon langjährig bewährte Partnerschaft auch zukünftig in guter Kooperation fortgesetzt werden kann.

Besonders dankbar möchte ich aber auch an dieser Stelle festhalten, dass unser langjähriger hochverdienter DGGL-Past-Präsident Professor Kaspar Klaffke nicht nur das wiederum gut ge-lungene Jahrbuch 2009 „Garten und Medien“ erfolgreich kuratiert hat, sondern sich nun schon wieder in der Schlussredaktion des bald in Druck gehenden Kataloges zu unserer DBU-gestützten Tagung „Stadt-Kultur-Landschaft“ im Februar dieses Jahres in Osnabrück befindet, von vielen schon mit Spannung erwartet.

Hinweisen möchte ich noch auf eine sehr gut gelungene Mitgliederversammlung des Arbeits-kreises Historische Gärten der DGGL unter Leitung von Dr. Harald Blanke am 13. Mai in Gotha in Thüringen, die in Verbindung mit einer ausgezeichneten Fachtagung „Fürstliche Gartenkultur in Gotha“ viele DGGL-Mitglieder für drei Tage in das landschaftlich ungemein reizvolle und gartenreiche Bundesland Thüringen entführte. Mit einer von allen Teilnehmern unterstützten Resolution zugunsten einer auch künftig regiegestützten Pflege in eigener Verantwortung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten konnte die DGGL in der anhaltenden Diskussion in Thüringen zugleich einen wertvollen Diskussionsbeitrag leisten.

Wehmütig wird sich zugleich mancher an die wohl letztmalig von unserem langjährigen DGGL-Mitglied und früheren DGGL-Präsidenten Professor Dr. Michael Goecke ausgerichtete Fach-tagung für Gartenhistoriker und Gartendenkmalpfleger in Freising-Weihenstephan erinnern. Diese Weihenstephaner Tage waren für jeden Freund von historischen Gärten ein Höhepunkt im tagungsreichen Sommerhalbjahr und werden uns, namentlich den jungen, noch in der Ausbildung befindlichen Kolleginnen und Kollegen, sehr fehlen. Michael Goecke auch auf diesem Weg nochmals ein herzliches Dankeschön für einen bewunderungswürdigen und nie erlahmenden Einsatz, er hat sich nicht zuletzt durch die Ausrichtung der Weihenstephaner Tage um den Berufsstand des Gartendenkmalpflegers besonders verdient gemacht.

Wohl wissend, dass ich manche Themen, die uns alle in der DGGL interessieren und wo sich viele auch unermüdlich engagieren, hier nur streifen konnte, oder gar nicht darauf eingegangen bin, wie z.B. die Aktivitäten anderer Arbeitskreise und nicht zuletzt die zahlreichen Initiativen unserer diversen Landesverbände, so will ich hier doch wenigstens die Gelegenheit nehmen, um Ihnen allen, aber auch Präsidium und Geschäftsleitung der DGGL eingeschlossen, herzlich für Ihren Einsatz zu danken und hoffe, dass mancher wieder gut erholt an seinen Arbeitsplatz zurückkehren wird, um sich dann auch neuerlich für unser gemeinsames Anliegen zu engagieren. Lassen Sie mich abschließend darauf hinweisen, dass es dem der DGGL in langen Jahren besonders verbundenen langjährigen Präsidenten des International Committee of Historic Gardens and Cultural Landscapes von ICOMOS-IFLA, Dr. Robert de Jong, gesundheitlich gar nicht gut geht. Ihm gelten daher an dieser Stelle unsere besonders herzlichen Grüße und Genesungswünsche in die uns nachbarschaftlich traditionell verbundenen Niederlande.

In diesem Sinne bin ich mit herzlichen Sommergrüßen
stets Ihr

Dr. - Ing. Klaus-Henning von Krosigk 
Präsident der DGGL
Berlin, im September 2009