Präsidentenbrief Nr. 11

Liebe DGGL-Mitglieder,

Sie haben vor kurzem die Einladungen zum Symposion „Stadt-Garten-Kunst“ erhalten, das vom 27.- 29. September in Hannover stattfinden wird. Darin freundlich eingebettet ist die Verleihung des DGGL-Kulturpreises 2007 an Herrn Dr. Dietrich H. Hoppenstedt, den Präsidenten der Stiftung Niedersachsen. Sehen wir uns bei dieser Gelegenheit?
Das DGGL-Jahrbuch 2007 „Gartenkunst im Städtebau“, mit dem dieser Präsidentenbrief verschickt wird, hat zu dem Symposion eine enge Verbindung. Denn es enthält Beiträge fast aller Referentinnen und Referenten der Tagung. Aber es ist nicht nur ein Begleitband, sondern es greift auch unser Jahresthema 2007 auf, erweitert insbesondere im exemplarischen Bereich den Strauß der Beiträge und berichtet über Aktivitäten der Landesverbände zum Jahresthema.

Ich habe nach dem Erscheinen des ersten Jahrbuches „Regionale Gartenkultur“ den Eindruck gewonnen, dass die Entscheidung für eine solche jährliche Veröffentlichung richtig war. Ihre Reaktionen waren, wenn auch nicht überwältigend zahlreich, so doch nur positiv. 

Ich bitte Sie, auch bei dem zweiten Jahrbuch wieder kritisch zu überlegen, ob Sie die thematische Festlegung der Jahrbücher richtig und auch das Konzept kurzer, aber anspruchsvoller essayistischer Texte gut finden. Noch befinden wir uns in der Übungsphase. 

Das gilt ebenso für die Erfindung der DGGL- Jahresthemen, mit denen die Jahrbücher zurzeit eine Einheit bilden. Auch die Jahresthemen scheinen sich zu bewähren. Sie wollen und sollen die Aktivitäten der einzelnen Landesverbände nicht gängeln, aber als Angebot nach innen und nach außen erkennbare Schwerpunkte setzen. Auch bei den Jahresthemen bitte ich Sie um Ihre kritische Begleitung. Auf der letzten Konferenz der Landesverbände in Gera ist entschieden worden, als Jahresthema für 2008 „Garten und Gesundheit“ auszuwählen. 

Das Hauptanliegen dieses Präsidentenbriefes ist jedoch etwas ganz Anderes, Überraschendes und Erfreuliches. Seit langem wurde in der DGGL immer mal wieder über die Frage diskutiert, ob es zur Sicherung unserer finanziellen Basis und zur Erhöhung unserer Aktivitäten hilfreich sein könnte, eine Stiftung zu gründen. Diese Diskussionen fanden stets beim fehlenden Grundkapital ihr jähes Ende. Im letzten Jahr nun hat der Landschaftsarchitekt Herbert Heise aus Frankfurt/Main, seit langem Mitglied der DGGL, angeboten, für eine  die Arbeit der DGGL unterstützende Stiftung ein Anfangsvermögen von gut 300 000 € zur Verfügung zu stellen. Ich möchte Ihnen heute mitteilen, dass die „Herbert-Heise-Stiftung für Gartenkunst und Landschaftskultur“ im Juli dieses Jahres mit dem Segen der Stiftungsaufsicht in Berlin tatsächlich gegründet worden ist. In der Präambel der Stiftungssatzung heißt es: „Mit der Stiftung möchte der Stifter Herbert Heise an das Lebenswerk des Hochschullehrers und Gartendirektors Ulrich Wolf er innern und die gemeinnützige Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) dauerhaft unterstützen“.

Zweck der Stiftung ist die Förderung von Naturschutz und Landschaftspflege sowie von Kultur- und Bildung im Bereich der Gartenkunst und Landschaftskultur. Zum Stiftungszweck soll insbesondere beigetragen werden durch Unterstützung begabter Studierender und junger Absolventen und Absolventinnen im Bereich Landschaftsarchitektur und Umwelt-planung, die Förderung von Planungswettbewerben und anderen Weiterbildungsangeboten für junge Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen sowie durch Zuwendungen von Publikationen. 

Die DGGL-Bundesgeschäftsstelle ist zugleich die Geschäftsstelle der Stiftung. In ihrer Satzung ist festgelegt, dass der jeweilige Präsident der DGGL geborenes Mitglied des Vorstandes ist und dass mindestens drei der fünf Vorstandsmitglieder der DGGL angehören müssen. Dadurch ist eine enge Verzahnung der Stiftung mit der DGGL sichergestellt. Dem ersten Vorstand gehören Frank Blecken, Hildebert de la Chevallerie, Herbert Heise (stellvertretender Vorsitzender), Michael Oberlies und ich (Vorsitzender) an.

Eine Stiftung arbeitet mit Ihren Kapitalerträgen. Die großzügige Einlage von Herrn Heise ist zwar ein wunderbarer und ermutigender Batzen Geld, aber das Kapital könnte gern noch größer sein und Zustiftungen sind nach der Stiftungssatzung ausdrücklich möglich und erwünscht. Wenn Sie Möglichkeiten sehen, sich durch eine solche Zustiftung zu engagieren, sind Sie herzlich aufgefordert, mich oder Frau Karin Glockmann (Geschäftsstelle) darüber zu informieren. Ich bin gespannt, wie sich die Stiftung weiterentwickeln wird. 

Meinen Brief möchte ich - wie immer - mit einigen Mitteilungen zu Veranstaltungen abschließen: Der zusammen mit GALK, bdla, FLL und BGL durchgeführte Bundeskongress im Juni in Gera zu „Städtische Feiraumkultur“ war aus meiner Sicht ein sehr anregendes Ereignis. Der Kongress fügte sich in die verschiedenen Aktivitäten der DGGL zum Jahresthema „Gartenkunst im Städtebau“ bestens ein und belegte erneut, wie wichtig Bemühungen zu einer Renaissance städtischer Gartenkultur zurzeit sind. Die Bundesgartenschau Gera/Ronneburg zeigte (und zeigt ja auch immer noch) besonders deutlich, welche strukturell durchgreifende Schubkraft solche großen Ereignisse entfalten können.

Vom 25. bis zum 27. Oktober lädt der Landesverband Baden-Pfalz alle DGGL- Mitglieder zu einem herbstlichen Treffen mit Tagung (26.10.) und der zweiten Konferenz der Landesverbände dieses Jahres (27.10.) nach Ettlingen ein. Diese Veranstaltung bildet thematisch den Auftakt zum Jahresthema 2008 (Garten und Gesundheit) und wird sich vor allem den Erfahrungen vor Ort widmen. Im nächsten Jahr wird die Ständige Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag (GALK) 50 Jahre alt. Aus Anlass dieses Jubiläums wird vom 12. bis zum 14. Juni 2008 in Frankfurt/Main gemeinsam mit uns und anderen grünen Verbänden ein Bundeskongress stattfinden, der sich zukunftsorientiert mit den „Leistungen der Landschaftsarchitektur und der Grünverwaltungen“ beschäftigen soll.
Mir fällt dabei ein, dass die Erfolge der Gartenkunst und der Landschaftskultur professionell vor allem drei Gruppierungen zu verdanken sind: den grünen Verwaltungen, den freien Landschaftsarchitekten und den Fachhochschulen und Universitäten. Die DGGL bietet seit 120 Jahren diesen Gruppierungen ein Forum des Gedankenaustauschs. Aber der Erfolg kann sich nur einstellen, wenn die Adressaten - die Bürger, die Politiker und die Bauherren - für die Gartenidee gewonnen werden. Deshalb sind auch sie in der DGGL stets willkommen!

Es grüßt Sie herzlich Ihr 

Prof. Dr. Kaspar Klaffke im September 2007