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Foto Roland Wirtz
LV Saar-Mosel

Dauerwald im Klimawandel

Exkursion ins Forstrevier Eppelborn

Fr, 25. Sep. 2026
Uhrzeit: 14:30 bis 17:30 Uhr

Saarforst-Revier Eppelborn, Waldgebiet Klingelfloß, 66571 Eppelborn

Im Rahmen ihres Jahresthemas „Wald“ lädt die DGGL Saar-Mosel zu einer Exkursion in das Forstrevier Eppelborn des SaarForst Landesbetriebs ein. Gerade im Hitze- und Dürrejahr 2026 stellt sich besonders eindringlich die Frage, wie unsere Wälder angesichts zunehmender Trockenheit, hoher Temperaturen und klimabedingter Stresssituationen zukunftsfähig bewirtschaftet und zugleich als wertvolle Ökosysteme erhalten werden können.

Das rund 602 ha große Ausbildungsrevier Eppelborn bietet hierfür ein anschauliches Praxisbeispiel. Auf überwiegend tiefgründigen Lehmböden des Unterrotliegenden sind natürlicherweise vor allem Buchenwälder verbreitet. Ziel der Bewirtschaftung ist ein vorratsreicher, buchendominierter Dauerwald mit einem möglichst hohen Anteil an Mischbaumarten. Die Wälder sollen dabei nicht nur Holz liefern, sondern gleichzeitig ihre Funktionen für Biodiversität, Boden, Wasserhaushalt und Klima erfüllen.

Besonders eindrucksvoll lässt sich dieser Ansatz im rund 260 ha großen Waldgebiet Klingelfloß erleben. Die dortige Referenzfläche des internationalen ASKAFOR-Projekts weist einen Laubbaumanteil von 87 % und einen hohen Holzvorrat von rund 400 bis 460 Vfm/ha auf. Eiche, Buche, Hainbuche, Ahorn, Kirsche und weitere Baumarten bilden ein vielfältiges Waldgefüge. Alte Bäume, Biotopbäume und zahlreiche Mikrohabitate unterstreichen zugleich die hohe ökologische Bedeutung des Gebietes.

Die Bewirtschaftung erfolgt einzelbaumorientiert: Wertvolle Bäume werden gezielt genutzt, Mischbaumarten gefördert und ein Teil des Bestandes als dauerhafte ökologische Reserve belassen. So entsteht ein Mosaik aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen, das sowohl die natürliche Dynamik des Waldes als auch seine Widerstandsfähigkeit fördern soll. Die natürliche Verjüngung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Eine besondere Herausforderung ist der Einfluss des Wildes. Damit insbesondere die Eiche und andere Mischbaumarten ohne Schutzzaun aufwachsen können, ist eine angepasste Jagd von entscheidender Bedeutung. Das Beispiel Klingelfloß zeigt, dass sich bereits gute Ergebnisse erzielen lassen – dass dieser Zustand aber kontinuierlich gesichert werden muss.

Die Exkursion bietet damit Gelegenheit, den Dauerwald nicht nur als forstliches Bewirtschaftungskonzept, sondern als möglichen Baustein einer klimaresilienten Waldentwicklung kennenzulernen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Wie viel Vorrat ist unter den Bedingungen des Klimawandels sinnvoll? Welche Baumarten und Strukturen erhöhen die Widerstandsfähigkeit? Und wie lassen sich Holznutzung, Biodiversität und Ökosystemleistungen miteinander verbinden?

Gerade angesichts der Erfahrungen des Jahres 2026 soll die Exkursion dazu anregen, über die Zukunft unserer Wälder ins Gespräch zu kommen – zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz, Landschaftsplanung und Gesellschaft.

Das ausführliche Programm können sie hier herunterladen.