DGGL Bundesverband AK Historische Gärten
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Peter Jordan, Foto: ©J. Curtius

Ein unbeirrbarer Fürsprecher der Gartendenkmale

Mit Peter Jordan verliert die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur einen langjährigen Weggefährten und der Arbeitskreis Historische Gärten eine Persönlichkeit, die sich über Jahrzehnte mit großer Beharrlichkeit, fachlicher Klarheit und persönlicher Überzeugung für den Schutz des gartenkulturellen Erbes eingesetzt hat. Sein Tod hinterlässt eine Lücke – fachlich wie menschlich.

Peter Jordan gehörte früh dem Arbeitskreis Historische Gärten der DGGL an. Als Landschaftsarchitekt und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger verband er praktische Erfahrung, denkmalpflegerisches Wissen und eine ausgeprägte Fähigkeit zur Analyse. Gartendenkmalpflege verstand er als eine Aufgabe, die Aufmerksamkeit, Verantwortung und, wenn notwendig, entschiedenen Widerspruch verlangte.

Besonders prägend war sein langjähriges Wirken als Monitoring-Beauftragter des Arbeitskreises Historische Gärten. Er beobachtete Gefährdungen, begleitete Entwicklungen kritisch und verfasste fachlich begründete Stellungnahmen. Fast 60 solcher ehrenamtlichen Stellungnahmen entstanden in dieser Zeit. Manche Auseinandersetzungen begleiteten ihn über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte. Monitoring bedeutete für Peter Jordan dabei weit mehr als bloßes Beobachten. Es hieß für ihn, frühzeitig wahrzunehmen, wenn historische Anlagen unter Druck gerieten, fachliche Zusammenhänge zu benennen und dort Stellung zu beziehen, wo Eingriffe den Charakter oder die Substanz eines Gartendenkmals gefährdeten. Er verstand es als Verantwortung der Fachwelt, solchen Anlagen eine Stimme zu geben.

Sein Einsatz galt zahlreichen historischen Gärten und Parks. Er intervenierte unter anderem bei Planungen im Englischen Garten und im Olympiagelände in München sowie bei Vorhaben in Schwetzingen, Dresden, Wörlitz und Schwerin. Immer wieder ging es um Nutzungskonflikte, Verkehrs- und Bauvorhaben oder andere Veränderungen, bei denen die Belange des Gartendenkmals gegenüber aktuellen Interessen behauptet werden mussten. Peter Jordan scheute dabei die deutliche Position nicht. Seine Stellungnahmen zeichneten sich durch genaue Beobachtung, analytische Schärfe und klare Sprache aus. Er konnte entschieden argumentieren, blieb jedoch der Sache verpflichtet. Auch gegensätzlichen Auffassungen begegnete er mit Respekt, ohne seine fachliche Überzeugung preiszugeben.

Historische Gärten verstand er als komplexe Kulturdenkmale, deren Wert nicht in einzelnen Bäumen, Wegen oder Bauwerken aufgeht. Gestalterische, historische und pflanzliche Zusammenhänge mussten für ihn immer gemeinsam betrachtet werden. Gerade die Verbindung seines gartendenkmalpflegerischen Wissens mit der Beobachtungs- und Analysefähigkeit des Sachverständigen verlieh seinen Beiträgen besondere Präzision. Für Peter Jordan war Monitoring eine langfristige Aufgabe. Gefährdungen waren nicht zwangsläufig beendet, wenn ein Vorhaben zunächst abgewendet werden konnte. Manche Konflikte kehrten Jahre später unter veränderten Voraussetzungen zurück. Beispielhaft steht dafür sein wiederholter Einsatz gegen eine Trambahnführung durch den Englischen Garten in München. 2015 gab Peter Jordan die Aufgabe des Monitoring-Beauftragten weiter. Sein Engagement endete damit jedoch nicht. Er blieb der Arbeit des Arbeitskreises eng verbunden, brachte weiterhin seine Erfahrung ein und meldete sich zu Wort, wenn er Handlungsbedarf sah. Seine Aufmerksamkeit für das historische Gartenerbe blieb bis ins hohe Alter ungebrochen. Auch über das Monitoring hinaus brachte Peter Jordan sein Wissen in die Fachwelt ein. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge und hielt Vorträge zu Parkpflegewerken, Umgebungsschutz, Gehölzbeständen, Wertermittlung und zum Umgang mit Eingriffen in historische Anlagen. Die große Bandbreite dieser Themen zeigt, wie umfassend er Gartendenkmalpflege verstand.

Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement erhielt Peter Jordan 2009 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die DGGL würdigte seine Verdienste zudem mit der Ehrenmitgliedschaft. Mit Peter Jordan verliert der Arbeitskreis Historische Gärten einen Kollegen, der das Monitoring nicht nur über viele Jahre ausgeübt, sondern wesentlich geprägt hat. Sein Wissen, seine Beharrlichkeit und sein Gespür für drohende Veränderungen waren für die gemeinsame Arbeit von großem Wert. Seine Hartnäckigkeit konnte unbequem sein – und war gerade deshalb oft notwendig. Sie entsprang einer tiefen Verbundenheit mit den historischen Anlagen und dem Bewusstsein um ihre Verletzlichkeit. Peter Jordan blieb einer Sache auch dann verbunden, wenn andere längst weitergezogen waren. Sein wacher Blick, seine klare Sprache, seine große Erfahrung und seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, werden uns fehlen.

Der Arbeitskreis Historische Gärten und die DGGL werden Peter Jordan als kenntnisreichen, beharrlichen und leidenschaftlichen Fürsprecher der Gartendenkmale in großer Dankbarkeit und mit hoher Wertschätzung in Erinnerung behalten.

 

Jutta Curtius, im September 2026