Ausstellung „GartenSichten“ im Sennestadthaus 15. Mai 2011 - 29.Mai 2011

Gemälde von Ilko Koestler „Kois“ 2010 Öl auf Lwd. 36 x 36 cm
Gemälde von Ilko Koestler „Phlox im Garten W.“ 2011 Öl auf Lwd. 181 x 80 cm

Der Berliner Künstler Ilko Koestler hat in seinen „GartenSichten“ einen ungewöhnlichen Gegenstand für bildwürdig erklärt: den deutschen Privatgarten. Ein ungewöhnlicher Gegenstand? Viele von uns umgibt die Lebensumwelt privater Gärten täglich, ihr Anblick kommt uns gleich gewohnt und vertraut vor. Nur als Gegenstand von Malerei haben wir ihn noch nicht gesehen.

Und so verringert sich beim zweiten Blick auf Koestlers Bilder auch schon das Gefühl des Vertrauten: Denn indem der Maler einen uns alltäglich vor Augen stehenden Gegenstand ästhetisiert, distanziert er ihn auch von uns. So haben wir die Gärten noch nie gesehen: im harten Aufeinandertreffen quasi ungestalteter großer Farbflächen mit virtuos im Detail geschilderten Portraits einzelner Pflanzen, in der skizzenhaften Erfassung seiner Besitzer, in einer Perspektive, die an die Technik moderner Digitalkameras erinnert, die aber in der Dimension und Technik der klassischen Ölmalerei gearbeitet ist.

Koestler distanziert also den Betrachter vom Gewohnten, indem er es ihm ungewohnt erscheinen lässt – und bringt ihm so sein alltägliches Lebensumfeld ganz neu wieder nah.

Text: Michael G. Gromotka

Der Künstler hat im Rahmen des 40 jährigen Jubiläums des Planungsbüros L-A-E LandschaftsArchitekturEhrig Bilder in Öl auf Leinwand aus dem reichen Fundus von vier Jahrzehnten privater Gartenplanung dargestellt.