Das European Garden Heritage Network
Vortrag von Herrn Jens Spanjer am 15. Februar 2005 im Haus Ripshorst in Oberhausen

Seit September 2003 unterstützt die EU eine gemeinsam von mehreren Partnern in Deutschland, England und Frankreich entwickelte Initiative. Unter der Leitung der Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur sind folgende Partner beteiligt: die regionalen Verwaltungen des Comité Régional du Tourisme des Pays de la Loire in Frankreich, Surrey County Council, Somerset County Council und Cheshire County Council in England, ferner die Freunde des National Trust in Deutschland, das Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung des Landes Nordrhein-Westfalen, The National Council for the Conservation of Plants and Gardens (NCCPG) in England und der Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V.

Das reiche gartenkulturelle Erbe Europas wurde lange vernachlässigt, rückt aber heute wieder stärker in den Blickpunkt u.a. derer, die sich davon einen Beitrag zur Identität von Regionen und ihrer touristischen Aufwertung versprechen. Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt; folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden:

Spatial Strategy - Regionalplanung der Zukunft
Durch die Entwicklung von Planungsstrategien, die auch über nationale Grenzen hinweg wirken, sollen Möglichkeiten zur touristischen Vermarktung und Nutzung von Gärten und Parks aufgezeigt werden. Besonders Politik und Verwaltung sollen durch die Ergebnisse angesprochen und zum Handeln angeregt werden.

Inter-Regional-Gateways - Wege in die
Kulturlandschaft

Gärten ebenso wie Schlösser, Burgen und historische Dörfer sind Teil ihrer Kulturlandschaft und können dort die Rolle von funktionalen Zentren einnehmen. Einzelne herausragende Garten- und Parkanlagen sollen Ausgangspunkte für touristische Routen in ihrer Region werden.

Access - Wie hinkommen?
Gärten und Parks sollen auch mit dem öffentlichen Nahverkehr (besser) erreichbar werden. Außerdem werden spezielle Konzepte erarbeitet, durch die ihre Zugänglichkeit für Nutzergruppen mit verschiedensten Handicaps erleichtert werden soll.

Interpretation - Man sieht nur, was man weiß
Unterschiedliche Besuchergruppen (Fachleute, Laien, Kinder) müssen durch die Vermittlung von Wissen über kulturhistorische, ästhetische, botanische und landschaftsplanerische Aspekte für Gärten und Parks interessiert werden. Dies trägt stark zu deren Wertschätzung bei. Mittel hierzu sind u.a. Mehrsprachigkeit bei allen Informationen, Audiokassetten, interaktive Informationsseiten.

Education - Gartenausbildung: Vom Ferienkurs für Kinder zum Postgraduate-Studium
In Kooperation mit den am Projekt beteiligten Regionen und verschiedenen Universitäten wird die Etablierung einer gemeinsamen NWE (North West Europe)- Summer School vorbereitet, die in Dyck und Somerset angesiedelt sein soll und Studenten und Absolventen der Fachgebiete Landschaftsarchitektur, Garten- und Landschaftsbau, Gartendenkmalpflege und angrenzender Bereiche eine europäisch ausgerichtete Sommerakademie anbieten wird. Programme für Kinder und Jugendliche sollen gleichermaßen entwickelt werden und ihnen den Umgang mit Gärten und Parks nahe bringen.

Transnational Themes - Europäische Gartenrouten
Ziel diese Schwerpunktbereichs ist es, das gemeinsame europäische Gartenerbe einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Vier thematische Schwerpunkte werden dabei gesetzt: Geschichte der Gartenkunst, Garten der Zukunft, Gärten berühmter Persönlichkeiten, Der fruchtbare Garten. Einzelne Gärten sollen auf einer Website mehrsprachig beschrieben werden und können so zum Ausgangs- oder Zielpunkt einer europäischen Gartenreise werden. In den Regionen Cheshire und Nordrhein-Westfalen sollen zwei exemplarische Themenrouten umgesetzt werden.

Ruth Schulze


Landesverband
Ruhrgebiet e.V.
Impressionen aus unserem Landesverband

European Garden
Heritage Network
Vortrag von Herrn Jens Spanjer am 15. Februar 2005
 
Ein Garten ist ein idealer Ort, um sich auf die großen Fragen einzulassen.
Charles Jencks