Portrait des DGGL - Landesverbandes Bremen / Niedersachsen - Nord. e.V.

Wie kann, wie sollte, sich unser Landesverband profilieren angesichts der Widersprüchlichkeit, mit der grüne Themen alltäglich behandelt werden, zum einen Besucherrekorde von Parkanlagen, Umsatzspitzen grüner Messen und Freizeitparks – und dann die Sprachlosigkeit hinsichtlich zeitgemäßer grüner Konzepte angesichts derzeitiger politischer Prioritäten bei leeren Kassen?

Mit Engagement für historischer Gartenkunst, Grünordnung, Landschaftskultur.

Historisches Wissen für die aktuelle Diskussion grüner Stadtentwicklung wach zu halten, ist der Einstieg unserer Arbeit. Glücklicherweise können wir bei unseren Vorträgen, Führungen, Konzerten auf Grünjuwelen wie Wallanlagen, Bürger-, Schloss-, Stadtparks zurückgreifen mit denen Bremen, Oldenburg, Wilhelmshaven oder die Region seit altersher ihr grünes Image unterstreichen.

Kurzportrait Landesverband Bremen/Niedersachsen-Nord e.V.

Aus dem reichen Fundus von über 100 ausgewählten Objekten der ersten, der „Route der Gartenkultur im Nord Westen“ werben wir auf Tagesexkursionen für die Verknüpfung der Gartenkunst mit weiteren Kunstgattungen. Als Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungstrends ihrer Zeit wirken vorbildliche Lösungen bis heute positiv nach, und bieten sich an, immer wieder „neu entdeckt“ zu werden.

So z.B. durch einen Besuch der Gemäldeausstellung „Garten Eden“ in der Kunsthalle Emden oder unsere jährliche Teilnahme am „GartenKultur Musikfestival der Kulturregion Bremen/Oldenburg".
Als Veranstalter eines Konzertes, wirbt unser Landesverband zudem mit einer Ausstellung historischer und aktueller Bilder sowie Texten, einem Flyer und Führung für einen bislang wenig bekannten Park.

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Grünanlagen gehören seit dem Aufbruch in die Moderne zum Selbstverständnis modernen Siedlungswesens. Um dieses auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einzufordern, muss Garten- und Landschaftsarchitektur der Gegenwart explizit thematisiert und präzisiert werden. Immerhin hat die Volksparkbewegung auch in früheren Rezessionsjahren dank des vehementen Einsatzes von Berufsvertretern wie Freye und Migge bei uns, in Bremen und in der Region, Zeitzeugen einer vielversprechenden Planungsvision und deren Realisierung hinterlassen. Doch wie beispielgebend sind heute diese Konzepte, wo entwickeln sich neue, mitreißende, überzeugenden Grünkonzepte für die Betroffenen wiederkehrender Armut, Freiraumbedarfe von Migranten, Pantoffelgrün alter Mitbürger sowie Beiträge zur Stadtökologie? Finanznöte, demografischer Wandel, organisatorische Zersplitterung städtischer Grünverantwortung (bei uns), alles Themen, um unsere Vortragsreihe vorbild-orientiert aber auch kritisch auszurichten. Gartengestaltung lässt ja durchaus den Bogen zu lokalen/regionalen Besonderheiten z.B. privater Gartenkunst und ihrer Weiterentwicklung spannen.

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Während andere Großstädte Mietskasernen bauten, avancierte beispielsweise das „Bremer Haus“ mit Vorder- und Hausgarten von der Ober- bis zur Arbeiterschicht zum dominierenden Wohntyp. In den 30er Jahren stieg Bremen zudem zur Großstadt des Kleingartenwesens in Deutschland auf. Soziale Stiftungen haben uns in ehemaligen Landgütern ein weiteres grünes Erbe an Kinder-, Altenheimen und Reha-Stationen hinterlassen. Letzteres Thema wird im diesjährigen Beitrag zum Musikfestival aufgegriffen. Übrigens, unsere Bildtafeln, Vortrag und Exkursion zur Freiraumgestaltung von Kurbädern passen ebenfalls zum Jahresthema 2008 der DGGL „Garten und Gesundheit“.

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In der Flut täglicher Informationen und Eindrücke bedarf es starker Zeichen des Grüns, um zudem Landschaftskultur, im Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten präsent zu halten, selbst wenn unsere Region noch reich ist an großen zusammenhängenden, prägnanten Landschaftsräumen. Gut erreichbar bietet der Stadtrand Bremens, Oldenburgs oder Wilhelmshavens eine im Jahresverlauf hoch emotional, sinnliche Nutzungs- und Wahrnehmungsvielfalt für das Freizeitverhalten der Städter und das touristische Potential der Region. Unsere Wochenendexkursionen, Führungen und wieder ein Mitglieder-treffen, diesjährig im Klosterkielhof bei Hude (zwischen Oldenburg und Bremen), dem Garten eines Mitgliedes, sind die Aufhänger dazu.

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Offensives Werben für die Themenvielfalt unserer ehrenamtlichen Arbeit ist sowohl auf die eigenen 108 Mitgliedern als auch an die Bevölkerung und Politik gerichtet. Es gilt immer wieder neu durch grüne Inhalte zu begeistern, um schwierige, überfällige Diskussionen durchzustehen, Mitglieder auch im entfernten Einzugsbereich unsere Arbeit zu erreichen. Immerhin, einen erfolgreichen Schritt haben wir mit der Öffentlichkeitsarbeit im Wall-Infocenter der DGGL seit 2007, eine permanente Anlaufstelle mit festen Öffnungszeiten für Informationen, Ausstellungen, Nachfragen sowie zwei praxisbezogene Veranstaltungen im Außengelände, vollzogen.

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Eine Podiumsdiskussion zur Grünsituation Bremens im Herbst dieses Jahres, wird den Abschluss des Jahresprogramms bilden.

Autor:
Dr. Klaus Rautmann
1. Vorsitzender
DGGL-Landesverband Bremen-Niedersachsen/ Nord e.V.

 
 
Ein Garten ist ein idealer Ort, um sich auf die großen Fragen einzulassen.
Charles Jencks