Der Evenburger Park - Bilanz eines Jahres
(DGGL LV BrNN 2007/2008)


Die DGGL LV BrNN bemüht sich seit Anfang 2007 entsprechend ihrer Zielsetzung und Satzung unentwegt die verantwortlichen Stellen auf das Dilemma dieser einmaligen denkmalgeschützten  Parkanlage im ostfriesischen Raum aufmerksam zu machen:

13.  Januar 2007
Ortsbegehung Evenburger Park

24. Januar 2007
Der LV BrNN der DGGL schreibt an den Präsidenten des Niedersächsischen Heimatbundes, weist auf die aktuellen Probleme (seit sieben Jahren zu hoher und stagnierender Wasserstand) des Evenburger Parks hin und bittet, durch geeignete Initiativen, mit der Unterstützung der DGGL, auf Abhilfe zu drängen.

12. Februar 2007
Der Präsident des Europäischen Parlaments Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering erhält einen Bericht über den Zustand des Evenburger Parks.

28. März 2007
Eingehendes Gespräch in Hannover mit Herrn Professor  Dr. Hansjörg Küsters, dem Präsidenten des Niedersächsischen Heimatbundes (Dr. L. Naumann, DGGL, U.R.Gerdes, DGGL, Dr. H.J.Tute, NHB).

17. April 2007
Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europaparlaments, bittet die niedersächsische Landesregierung um eine aktuelle Stellungnahme zum Zustand des Evenburger Parks, nachdem ihm ein Parteifreund in einem Schreiben vom 12.02.07 die derzeitige Situation geschildert hat.

19. April 2007
Prof. Dr. Hansjörg Küsters weist in seinem Schreiben an Herrn Rainer Schomann (Landesamt für Denkmalpflege) auf den Zustand des Parks hin und hält Maßnahmen unbedingt für sofort (Absenkung des seit 7 Jahren zu hohen Wasserstandes) und den Einbau eines höhenregulierbaren Wehrs zu einem späteren Zeitpunkt für dringend erforderlich.  Dazu ein weiterer Vorschlag von ihm:  Ein Arbeitsgespräch in Leer einzuberufen mit der Perspektive, über Beantragung von Projektmitteln nachzudenken, die dazu dienen solle, eine Verbindung der Pflege des Parks und seines historischen Umfeldes herstellen zu können.

19. April 2007
Prof. Dr. Hansjörg Küsters schreibt an Herrn Bernhard Bramlage, Landrat des Kreises Leer.  Er weist als „Ökologe aus eigenen fachlichen Hintergrund“ eindeutig darauf hin, dass Bäume, vor allem Buchen, absterben, wenn der Wasserstand auf einem gleich hohen Niveau gehalten wird.  Er schreibt weiter:  „ …zwar können diese Bäume auch in einem Auenwald existieren, aber es dürfen höchstens für einige Wochen hohe Wasserstände in ihrem Wurzelraum bestehen.  Zu anderen Jahreszeiten muss gewährleistet sein, dass der Wurzelraum durchlüftet wird, dies ist nur bei niedrigem Grundwasserstand möglich.  Weil vor allem die Buchen, aber auch andere Laubbäume durch die neuerlich hergestellten Wasserstände Schaden nehmen, ist es unbedingt erforderlich als eine Sofortmaßnahme den Wasserstand zu erniedrigen …“

17. Mai 2007
Das Niedersächsische Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (Frau von Reitzenstein)
reagiert in seinem Schreiben an die DGGL BrNN u. A. mit folgendem Hinweis  „ … zur Verbesserung der aktuellen Situation halte ich Ihre Ratschläge für so bedenkenswert, dass sie sowohl an den Eigentümer, den  Landkreis Leer, und das Nds. Landesamt für Denkmalpflege weiter geleitet wurden …“

31. Mai 2007
Ministerpräsident Christian Wulff nimmt Stellung zu der Anfrage des Europäischen Parlamentspräsidenten.  „… Offenkundig ist es dem Eigentümer, dem Landkreis Leer, trotz vielfältiger Probleme gelungen dieses bedeutende baukulturelle Zeugnis langfristig zu erhalten und dauerhaft zu einem kulturhistorischen Kristallisationspunkt in der Region zu entwickeln.  In Abstimmung mit zahlreichen Experten und Institutionen konnten in jahrzehntelangen Bemühungen denkmalverträgliche Maßnahmenpläne entwickelt und umgesetzt werden.  Um die Gehölze und das Erscheinungsbild  bestmöglich zu pflegen werden regelmäßige Begehungen und Pflegearbeiten durchgeführt.
Das das Engagement des Landkreises und der Bevölkerung zum Erhalt des Ensembles so vorbildlich ist, halte ich ein Einschreiten der Landesregierung für nicht erforderlich.  Stattdessen sollten die Bemühungen des Landkreises Leer, die denkmalgerechten Maßnahmen kontinuierlich fortzuführen, weiter unterstützt werden.  Das Land wird sich ebenfalls durch fachliche Beratung seitens des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege einbringen und – soweit gewünscht – an Expertenrunden beteiligen.
Es würde mich außerordentlich freuen, wenn so die bisherigen Bemühungen zum Erhalt dieses bedeutenden Denkmalensembles auf der regionalen Ebene mit allen Verantwortlichen und Interessierten in der Zukunft fortgesetzt werden können …“

26. Juli 2007
Ortsbegehung Evenburger Park

14. September 2007
Der LV BrNN der DGGL (Dr.L.Naumann, U.R.Gerdes) hat ein eingehendes in Hannover mit Herrn Rainer Schomann (Landesamt für Denkmalpflege), Herrn Luka und Frau Rennpferd (Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur).  Es wurde vorgeschlagen und seitens des LA erwogen, von einem einzusetzenden neutralen Gutachter feststellen zu lassen, wie sich der Baumbestand des Parks sieben Jahre nach der Gewässersanierung (1999), die vom Landkreis Leer veranlasst wurde, auf diese Veränderung eingestellt hat.

30. Oktober 2007
Ortsbegehung Evenburger Park

Sommer / Herbst 2007
Erstellung einer Bilddokumentation vom  LV BrNN der DGGL  In dieser wird auf den dauerhaft bestehenden Wasserstand und auf den massiven Pilzbefall an fast allen Bäumen hingewiesen. Der Textteil „Wie ein Park verkommt“ wurde mit einigen Abbildungen ins Internet gestellt und ist seit Monaten mit einigen Zusätzen und Zeitungsausschnitten unverändert hier nachzulesen.

Februar 2008
Auf Empfehlung des Landesamtes für Denkmalpflege wird die Schlossinsel, d.h. der Vorplatz des Schlosses neu gestaltet,  Aber anstatt vorliegende authentische Bilder (Fotos, Zeichnungen) und nachzuvollziehende Darstellungen zu berücksichtigen und eine Abstimmung auf die heutige Funktionalität zu prüfen, hat das Landesamt empfohlen, eine historisierte Zeichnung auszuführen zu lassen, die keinen direkten historischen Bezug hat und in der Flächenaufteilung die Symmetrie des Schlosses unbeachtet lässt.  Auch wurde bei den vorbereitenden Erdarbeiten und Abgrabungen auf diesem nachweislich mehr als 1.000 Jahre  historischen Gelände (es sollen hier schon zwei Schlösser oder Burgen gestanden haben, auch ein Kloster wird vermutet), geht man wie im Straßenbau vor  -  ohne Beachtung und Grabung nach möglichen archäologischen Findungen.  Ein Archäologe ist bisher nicht eingeschaltet worden.

29. Februar 2008
Der LV BrNN der DGGL erinnert in seinem an Frhr. Dietrich von Hake, dem 1. Vorsitzenden der „Niedersächsische Gesellschaft zur Erhaltung Historischer Gärten e.V.“ gerichteten Schreiben an ihre  Aufgabenstellung (Aktiver Erhalt von Gärten, Zukunft der Gärten) und bittet nochmals eindringlich um Mitwirkung und Einwirkung auf alle Verantwortlichen.

01. März 2008
Der LV BrNN der DGGL informiert Frau Christiane Segers-Glocke (Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege) in einem persönlichen Schreiben (mit Anlagen) und teilt ihr seine persönliche Auffassung mit, die Meinungen in Bezug auf den Evenburger Park würden im Landesamt offensichtlich sehr kontrovers gesehen.  Empfehlungen von dort würden in Leer fast bedenkenlos umgesetzt, aber leider sehr zum Schaden dieses historischen Gartendenkmals.

06. März 2008
Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege antwortet (Amtsleiter Dr. Rainer Zittlau in Vertretung der Präsidentin Dr. Christiane Segers-Glocke):  „ …nachdem die beiden Themen Wasserstand im Evenburger Park und Vorplatzgelände der Evenburg in verschiedensten Facetten erörtert wurden, obliegt es dem Landkreis Leer nach Abwägung aller zur Verfügung stehender Argumente Entscheidungen zu treffen – nach besten Wissen und Gewissen.  Durch die Beratungmeines Kollegen und Mitarbeiters Herrn Schomann hat das NLD an der Entscheidungsvorbereitung unter Berücksichtigung aller uns zugänglichen Quellen und Argumente verantwortlich mitgewirkt.  Selbstverständlich sind dabei auch Ihre Argumente mit abgewogen worden …“  Und weiter heißt es zum Schluss:  „… ich möchte Ihnen versichern, dass die staatliche Denkmalpflege grundsätzlich Schutz, Pflege, Erhaltung und die angemessene Behandlung von Kulturdenkmalen zum Ziel hat …
 Ihr zu unterstellen, mehr oder weniger mutwillig die Zerstörung eines Kulturdenkmals zu verursachen oder wenigstens in Kauf zu nehmen, stößt an die Grenzen guter Sitten in der wohl gemeinten Auseinandersetzung.  Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir, bei aller Anerkennung Ihrer Sorge um das Wohl der Evenburg, solche Anwürfe nicht bereit sind hinzunehmen…“

- Kommentar

Tatsache ist, dass der gesamte Park nunmehr seit 8 Jahren durch den angestauten Schlossgraben und seinen angrenzenden Teichen permanent unter erhöhtem Wasserdruck steht.  Tatsache ist, dass das angrenzende Bodengefüge durch- und vernässt, das Wurzelsystem der Bäume nicht mehr atmungsaktiv, von der Sauerstoffzufuhr weitgehend abgeschnitten ist. Tatsache ist, dass die Ursache nicht wegzuleugnen ist, nämlich die bauliche Veränderung und „Sanierung“ des Gewässersystems 1999 unter Nichtberücksichtigung der bisher funktionierenden historischen Wasserführungen und Wasserständen.

Die Folge:  Seit Herbst 2006 wird von Jahr zu Jahr erhöhter Pilzbefall an den durch den Sauerstoffentzug geschwächten, widerstandlosen, todkranken Bäumen beobachtet und - sogar während der milden Wintermonate (200//2008) festgestellt..  Die Bäume mögen noch einmal in diesem Jahr austreiben (Angstaustrieb); der nächste Herbst steht aber bevor, ein weiterer Verlust von wertvollen alten Bäumen ist zu befürchten und somit der Untergang eines jahrhunderte alten Park-Ensemble.
„ … Es obliegt dem Landkreis Leer nach Abwägung aller zur Verfügung stehenden Argumente Entscheidungen zu treffen – nach bestem Wissen und Gewissen …“  so das NLD (06.03.08)

Seit mehr als einem Jahr bemüht sich die DGGL, die Verantwortlichen auch ihrer Verantwortung bewusst zu werden und unverzüglich das abzustellen, was offensichtlichen Schaden verursacht.  Es geht ihr allein nur um die „Sorge um das Wohl der Evenburg“, vor allem ihres Parkgeländes.  Und die Frage sei noch einmal erlaubt:  Ist auch mit „bestem Wissen und Gewissen“ die Entscheidung gefallen, einen Park so „unter Wasser“ zu setzen -  wie hier seit nunmehr 8 Jahren unverändert geschehen?  Wäre es nicht schon eine kleine Erlösung für den erkrankten Baumbestand, den Wasserstand im Schlossgraben und in den Teichen sofort um mindestens einen halben Meter dauerhaft abzusenken und auf diese Höhe möglichst dauerhaft einzustellen?  So wie es Prof. Dr. Hansjörg Küsters in seinem Schreiben (19.04.07) an den Landkreis Leer unmissverständlich  dargelegt hat?

DGGL-Landesverband Bremen/ Niedersachsen-Nord e.V.
Udo Rolf Gerdes
Geschäftsführung
E-Mail: brnn@dggl.org

- Pressestimmen

02.04.06: Ostfriesen-Zeitung
„Gewässer-Gutachten von 1969 wirkt sich nicht aus“

07.02.07: „Welt“
„Historischer Park in Leer:  Pilzbefall tötet Bäume – Fachleute werfen Behörden Pfusch bei Sanierung des Baudenkmals Evenburg vor

09.03.07: „Ostfriesen-Zeitung
„Alte Bäumen sterben sehr langsam“

11.04.07: „Ostfriesen-Zeitung
 „Wieder Kritik an Grabensanierung“

01.11.07: „Ostfriesen-Zeitung
„Motorsäge rattert im Park der Evenburg“

11.11.07: „Abendkurier“
„Der Wasserstand muss runter

11.01.08: „Ostfriesen-Zeitung“
„Die Bäume im Evenburger Park sterben“

12.01.08:  „Abendkurier“
„Die Ursache des Pilzbefalls muss zeitnah geklärt werden“

18.01.08: „Ostfriesen-Zeitung
„Neuer Burg-Vorhof – Ensemble Arbeiten haben begonnen“

30.01.08: „Ostfriesen-Zeitung“
„Baum war verfault“

26.01.08: „Abendkurier“
Evenburgpark:  Ministerium im ‚Dialog’“

15.02.08: „Ostfriesen-Zeitung“
„Schloss-Vorplatz erhält ein ganz neues Gesicht“

20.02.08: „Ostfriesen-Zeitung“
Vorplatz:  Protestbrief an Landrat“

23.02.08:  „Abendkurier“
„Evenburg:  Streit um den Vorplatz“

Landesverband
Bremen / Niedersachsen-Nord e.V.
Kontaktadresse

Am Hasenmoor 39 B
27726 Worpswede
Tel: (04792) 5 49
Fax: (04792) 39 50
E-Mail: BrNN@dggl.org




Sie finden ein aktuelles und bebildertes Portait des Landesverbandes Bremen/ Niedersachsen-Nord e.V. im Bereich Panorama oder wenn Sie hier klicken.
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Pressestimmen

Pro und Contra in den Medien zu diesem Thema, hier finden Sie einige der originalen Zeitungs-Artikel kommentiert.

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Ein Garten ist ein idealer Ort, um sich auf die großen Fragen einzulassen.
Charles Jencks