Ehrung Dr. Lothar Heft - 26.04.2014

„Alles Rübennatur und Torf und Heide“ urteilten Anfang des 19. Jh. Besucher über Bremens Umwelt. Wie gelang es daraus ein Jahrhundert später eine „wissenschaftliche Enclave“ und Alltagsort überschäumender sinnlicher Wahrnehmungsvielfalt in wenigen Jahrzehnten zu schaffen?

1. Man braucht Persönlichkeiten, die für ein Projekt brennen
2. Einen überzeugenden Gesamtentwurf
3. Viel Geduld und Phantasien zur Umsetzung

Es waren bescheidene Anfänge mit 1 ha Versuchsfläche für Rhododendren und Bodendecker bei Eröffnung des Rhododendron‐Parks 1937. Auch wenn der Gesamtplan von Homann (1936) und die Aufstellung des „Wisent“ (v. Prof. Gorsemann) 1940 mehr verhießen, erfolgte dessen Umsetzung zunächst nur in recht kleinen Schritten. Glücklicherweise hatte sich die Stadt schon frühzeitig ein großflächiges Areal durch Ankauf des Rickmerschen (1911) und des Allmerschen Landguts (1936)  gesichert. Das Gemeinschaftsprojekt, aus geplanter Verlagerung des Botanischen Gartens vom Osterdeich und Aufbau einer Rhododendron‐Sammlung unter dem Schirm alter Bäume dieser Landgüter konnte beginnen.

Doch wie sahen die Voraussetzungen auf kommunaler Ebene aus? Das erst junge Gartenbauamt Bremens, 1921 gegründet,  hatte in den wenigen Jahren bis Kriegsbeginn keine gesamtstädtische Grünplanung entwickeln können, in die das Projekt angemessen integriert gewesen wäre. Immerhin hatte der erste Gartenamtsleiter Paul Freye bereits in den 30er Jahren die Bedeutung der Gartenkunst und die Notwendigkeit sozialen und funktionalen Grüns für die aufblühende Großstadt konzipiert. Durch den nahenden Krieg konnten jedoch nur wenige daraus resultierende Projekte realisiert werden. Hierzu gehörten erste Pflanzbereiche des Rhododendron‐Parks durch Richard Homann, der ab 1935 das Amt leitete. Umgehend hatte er 1936 eine Gesamtplanung vorgelegt und dessen Umsetzung betrieben. Kriegsbedingt gingen die Pflanzbestände jedoch größtenteils wieder verloren. Keine guten Startbedingungen für einen Park und erst recht nicht für eine gesamtstädtische Grünordnung.

Nach dem ganzen Elend und der Zerstörung der Kriegsjahre musste sich die Begeisterung für Schönes erst mühsam wieder behaupten. Die Flächenbombardierungen ganzer Stadteile mit der massiven Zerstörung der Wohngebäude (61 %), Arbeitsplätze (z.B. Hafenbereiche zu 88% zerstört), und Infrastruktur gaben den Ton an, hinsichtlich der Prioritäten beim Wiederaufbau. Da grenzte es schon fast an ein Wunder, dass der Ausbau des Botanischen Gartens / Rhododendron‐Parks bereits 1949 begann. In nunmehr 65 jähriger Erweiterung des Sortiments wuchs die Sammlung an Wildarten und Züchtungen der Gattung inzwischen zu einer der wissenschaftlich wichtigsten heran. Zugleich entstand mit dem gärtnerischen Kleinod ein Publikumsmagnet besonderer Art. Dies verdanken wir der Zusammenarbeit mehrerer Persönlichkeiten. Zum einen schufen die ersten Gartenbaudirektoren der Nachkriegsjahre Erich Ahlers und Berndt Andreas den konzeptionellen Rahmen für das Großprojekt. Der Park wurde in das gesamtstädtische Grünkonzept eingebunden. Zugleich bildete er die Krone der Programmlinie „Blütenreiche Gärten“ der Nachkriegsjahre. Sie wurden in den Jahren, “als es noch an allem fehlte“, als Lichtblicke der Hoffnung in der Trümmerwüste Bremens angelegt. Ich erinnere u.a. an den Fockegarten der Wallanlagen, den Staudengarten im Utbremer Grünzug oder den Sebaldsbrücker Schlossgarten. Der Rhododendron‐Park jedoch übertraf schon bald alle anderen. Stadtplan 1950 mit geplantem „grünem Netz“ Gleichermaßen entscheidend für den zügigen Aufbau und die fachspezifische Differenzierung waren zweitens die Parkdirektoren Johann Berg (bis 1967) sowie Dr. Lothar Heft (bis 1992).

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Text und Bilder: Dr. Klaus Rautmann