DGGL-Ortstermin: Nachbarschaftsgärten in Berlin

Nachbarschaftsgärten in Berlin
Nachbarschaftsgärten in Berlin
Nachbarschaftsgärten in Berlin
Nachbarschaftsgärten in Berlin
Nachbarschaftsgärten in Berlin
Nachbarschaftsgärten in Berlin

Mit einem Ortstermin in Kreuzberg im „Prinzessinnen Garten“ und im interkulturellen Garten „Bunte Beete“, konnte sich der Landesverband Berlin-Brandenburg einen Eindruck über die stetig wachsende interkulturelle Gartenbewegung in Berlin verschaffen. Der Prinzessinnen Garten, zurzeit Medienliebling in der Tagespresse, ist auf einer ehemaligen 6000 m² großen Brache am Moritzplatz in Kreuzberg angesiedelt. Auf transportablen Hochbeeten baut das gemeinnützige Unternehmen „Nomadisch Grün“, Gemüse und Kräuter auf mobilen Hochbeeten an und veranstaltet zusammen mit Nachbarn, Interessierten, Künstlern und Kindern aus dem Kiez Gartenbauaktionen.

Mit viel Kreativität entsteht mitten in der Stadt eine grüne Oase, die für das Projekt verantwortlichen Stadtgärtner Marco Clausen und Robert Shaw vermarkten alte Kartoffelsorten, Tomatensetzlinge und schmackhafte Kräuter in Kisten, Säcken und sehr originell, in gebrauchten Tetraboxen. Diese transportablen und biologisch angebauten Minibeete können ohne viel Aufwand auf der Terrasse oder dem Fensterbrett aufgestellt werden.

Ebenfalls in Kreuzberg befindet sich das interkulturelle Projekt „Bunte Beete“, das auf dem Schulgelände des Oberstufenzentruns Handel in der Wrangelstraße ein Zuhause gefunden hat. Durch den Garten, der gemeinschaftlich von Gärtnerinnen und Gärtnern aus 10 Ländern bearbeitet wird, führte der Mitbegründer Oliver Ginsberg und erläuterte das Konzept, das auf der Förderung von sozialen Integrationsprozessen , der Verminderung von Fremdenhass und der Bewusstseinsförderung für gemeinsamen natürlichen Lebensgrundlagen basiert. Unterstützt durch EU-Fördermittel sind auf einer 1200 m² großen Fläche insgesamt 23 Parzellen und eine Gemeinschaftsfläche entstanden, die auf der Basis biologischer Anbaumethoden bearbeitet wird.

Die interkulturelle Gartenbewegung boomt. Bisher sind 104 Gärten in 14 Bundesländern entstanden, davon befinden alleine 29 Gärten in Berlin und es befinden sich über 60 Garteninitiativen im Aufbau. Neben der traditionellen Kleingärtnerbewegung ist mitten in den Städten eine neue Form des Gärtnerns entstanden, die Menschen sind durch Informationsnetzwerke miteinander verbunden und der gemeinschaftliche Charakter und das soziale Miteinander stehen im Vordergrund.

Text Bettina de la Chevallerie
Fotos: Nicole Baensch