Präsidentenbrief Nr. 31

Liebe Mitglieder und Freunde der DGGL, sehr geehrte Damen und Herren,

im europäischen Kulturerbejahr 2018 erfahren unsere historischen Parks, Gärten und Kulturlandschaften ein wachsendes öffentliches Interesse. Gleichzeitig erleben wir gerade wie sensibel unser kulturelles Gartenerbe ist, leiden viele Anlagen aktuell unter extremer Trockenheit. Umso wichtiger ist es, dass wir uns als DGGL für eine qualifizierte Entwicklung, Pflege und Präsentation unserer grünen Anlagen einsetzen. 

Jahresthema und Themenbuch Kulturelles Erbe

Unser aktuelles Themenjahr „Gärten als kulturelles Erbe“ konnten wir auf vielen Ebenen sehr gut platzieren. Als erstes möchte ich mich in diesem Zusammenhang bei den Landesverbänden bedanken, die mit wunderbaren Programmen Gartenkunst und Landschaftskultur sowohl fachlich als auch mit interessanten Veranstaltungen erlebbar machen. Auf Bundesebene haben wir dieses mit verschiedenen Projekten, aber vor allem mit einem wie ich finde, besonders gelungenem Themenbuch „Kulturelles Erbe – Gärten, Park und Landschaften“ ergänzt. Eva Henze hat gemeinsam mit einem sehr aktiven Redaktionsteam, engagierten Autoren und dem Callwey Verlag ein für unsere Themen wichtiges Werk geschaffen. Neu sind dabei die Kurzstatements bekannter Persönlichkeiten, die dem Buch auch für den Laien einen leichten Einstieg in die Thematik ermöglichen. Ich bedanke mich bei allen am Themenbuch beteiligten Personen und freue mich, Ihnen dieses mit dem Präsidentenbrief überreichen zu dürfen. 

Schirmherrschaft der Kulturstaatsministerin für Rendezvous im Garten in Deutschland

Die im Themenbuch an prominenter Stelle zu Wort kommende Staatsministerin für Kultur, Frau Prof. Monika Grütters, hat die Schirmherrschaft für das neue DGGL-Projekt „Rendezvous im Garten“ übernommen. Aus unserer Sicht ein großer Erfolg und eine besondere Anerkennung! Vor allem, weil die Ministerin bei den vielen, vom Bund geförderten Aktionen zum Kulturerbejahr nur bei zwei Projekten die Schirmherrschaft übernommen hat. Da die Schirmherrschaft für 2018 und 2019 gesichert ist, kann uns diese Anerkennung helfen, die DGGL vor allem in der Auswirkung weiter zu stärken. 

Gleichzeit ist das Projekt „Rendezvous im Garten“, welches vom Bund über das deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz gefördert wird und in Kooperation mit dem französischen Kulturministerium sowie der französischen Botschaft in Berlin durchgeführt wird, ein ausgezeichneter Start für das Gartennetz Deutschland in der DGGL. Am ersten Rendezvous im Garten haben mehr als 100 Parks und Gärten aus dem Gartennetz Deutschland teilgenommen. Um das Projekt dauerhaft zu etablieren, wird es auch in 2019 vom Bund unterstützt und hat dabei die Zielvorgabe, im kommenden Jahr 200 teilnehmende Gärten zu gewinnen. Machen Sie deshalb Werbung bei Ihnen bekannten Garteninitiativen, dem Gartennetz beizutreten und beim Rendezvous im Garten mitzumachen. Inzwischen haben wir mit der beauftragten Projektkoordinatorin Susanne Isabel Yacoub eine professionelle Struktur aufbauen können, so dass ich zuversichtlich bin, dass das Rendezvous in Deutschland in einigen Jahren genauso erfolgreich sein wird, wie das „Rendez - vous aux jardins“ in Frankreich, wo mehr als 3.000 Gärten teilnehmen.

Neue Vizepräsidentin gewählt

Für das Projekt Rendezvous im Garten hat sich, sowohl bei der Beantragung der Fördermittel, als auch bei der Umsetzung die Sprecherin des Gartennetz Deutschland Beate Reuber engagiert eingesetzt. Umso mehr freut es mich, dass Beate Reuber im Juni auf der LVK einstimmig zur Vizepräsidentin der DGGL gewählt wurde. Beate Reuber hat nach einer Gärtnerlehre in Berlin Landespflege studiert und ist bei der Grün Berlin GmbH für die Gärten der Welt verantwortlich. 

Tagung Gartenkunst in Hannover

Besonders freut es mich, dass die DGGL im Europäischen Kulturerbejahr mit einem zweiten geförderten Projekt internationales Parkett betritt. Das Symposium „From Garden Art to Landscape Architecture – Tradition, Re-Evaluations, and Future Perspectives” findet am 14. und 15. September 2018 im Schloss Herrenhausen in Hannover statt. Es wird von den Herrenhäuser Gärten der Landeshauptstadt Hannover, der VolkswagenStiftung, dem Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) der Leibniz Universität Hannover und der DGGL veranstaltet. Die Idee des Symposiums stammt von unserem Vizepräsidenten Ronald Clark, es wird von der VolkswagenStiftung finanziert und maßgeblich mit organsiert. Die internationalen Referenten schauen dabei nicht nur rückblickend auf das Thema Gartenkunst, sondern richten den Blick auch auf aktuelle Themen und in die Zukunft. 

Verbändeförderung Netzwerk Garten & Mensch und Kulturpreis Bürgerschaftliches Engagement

Das Projekt Netzwerk Garten und Mensch hat mit Regionalkonferenzen in Hamburg, im Rheinland, in München und Frankfurt weitere Fortschritte gemacht. Die 5. Regionaltagung findet am 09. November in Leipzig statt. Inzwischen ist auch die Web-Präsenz des Netzwerks Garten & Mensch gewachsen, zu finden unter: www.gartenundmensch.org

Im ersten Schritt sind nun die Grundinformationen hinterlegt und es besteht etwa die Möglichkeit, die Dokumentationen zu den bisherigen Regionaltagungen herunterzuladen. Den zweiten Schritt mit Mitgliederbereich und Wettbewerbstool für den Preis für Bürgerschaftliches Engagement, der zum Abschluss des Förderprojektes im Frühjahr 2019 verliehen wird, bereitet Philipp Sattler gerade vor. Natürlich können schon jetzt Vorschläge für den Kulturpreis zu herausragendes bürgerschaftliches Engagement im Bereich Parks und Gärten an Phillip Sattler oder unsere Geschäftsführerin Karin Glockmann geschickt werden.

Kooperation mit der Stiftung die Grüne Stadt

Ebenso wurde auf der Landesverbandskonferenz in Frankfurt über eine mögliche Kooperation mit der gemeinnützigen Stiftung Die grüne Stadt beraten. 

Wesentlicher Punkt einer solchen Kooperation sind die gemeinsamen Bestrebungen beider gemeinnütziger Organisationen, die Ziele einer lebenswerten urbanen Umwelt im Sinne des Weißbuches der Bundesregierung durch Projekte, Publikationen, Veranstaltungen und ähnliches umzusetzen. Dabei behalten beide Organisationen natürlich Ihre Eigenständigkeit und eigene Identität. 

Der inhaltliche Fokus der Kooperation soll vor allem auf der Entwicklung gemeinsamer Projekte, insbesondere Förderprojekte zum Thema Grün in der Stadt, liegen. Zweiter Punkt der Kooperation wäre, dass die DGGL über einen Geschäftsbesorgungsvertrag die Geschäftsführung der Stiftung Die Grüne Stadt übernimmt. Hierüber wäre dann gewährleistet, dass über die Teilzeitstellen der DGGL und der Stiftung beide Organisationen durchgängig zu regulären Bürozeiten von außen erreichbar wären. 

Schließlich ergibt sich über die Kooperation die Möglichkeit einer neuen gemeinsamen Geschäftsstelle im Zentrum der Hauptstadt. Hierzu besteht ein Angebot zu einer gemeinsamen Büronutzung im Allianz Forum, womit die DGGL einen äußerst zentralen Platz in örtlicher Nähe zur Bundespolitik finden könnte. Das Präsidium sieht eine solche neue sehr zentrale Adresse mit durchgehender Bürobesetzung mehrheitlich positiv. 

Der Ort Pariser Platz mit seiner Nähe zur Bundespolitik und den Verwaltungen des Bundes sowie der Nachbarschaft zu anderen Stiftungen würden dem DGGL-Leitbildthema „Einfluss nehmen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft („für den Wert des Freiraums, des gestalteten Grüns und der Landschaft“) eine deutliche Gestalt geben.  Schließlich ist zu erwähnen, dass der Pariser Platz, an dem das Allianz Forum liegt, von unserem Pastpräsidenten Dr. Klaus von Krosigk als herausragendes Gartendenkmal im Zentrum Berlins wiederhergestellt wurde, womit der Ort auch inhaltlich zur DGGL passt. 

LVK hat den Vorschlag im Juni sehr positiv aufgenommen – und das Präsidium beauftragt, die Möglichkeit einer gemeinsamen Geschäftsstelle an zentraler Stelle in Berlin voran zu bringen und hierzu einen zustimmungsfähigen Kooperationsvertrag vorzulegen. Voraussetzung hierzu ist aus Sicht der Landesverbände, dass die Kooperation nochmals konkretisiert wird, für die Mitglieder der DGGL kostenneutral umsetzbar ist sowie dass Fragen der Haftung juristisch geprüft und durch Versicherungen weitestmöglich minimiert sind. Gemeinsames Ziel ist, die Kooperation auf der nächsten LVK im September weiter zu beraten und zu einer Beschlussfassung zu bringen.

Zukunftswerkstatt

Unser Vizepräsident Oliver Hoch hat auf der letzten Konferenz der Landesverbände in Frankfurt die bisherigen Ergebnisse der Zukunftswerkstatt nochmals zusammengefasst. 

Damit wurde für uns alle deutlich, dass wir in den letzten Jahren einen sehr konsequenten Weg gegangen sind, der uns ermöglicht hat, heute über ein Leitbild, klare strategischen Ziele und sehr konkrete Maßnahmenvorschläge zu verfügen. Alles dies haben wir gemeinsam erarbeitet, mehrfach in die Landesverbände zurückgespiegelt und schließlich auf insgesamt fünf Landesverbandskonferenzen erörtert und förmlich beschlossen.

In unseren vier Arbeitsgruppen ist aber bisher noch lange nicht alles getan:

Die AG Kommunikation hat sich unter Moderation von Eva Henze zweimal getroffen und einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der Kommunikation nach außen und innen vorgelegt, vor allem unseres Internetauftritts sowie zur Nutzung sozialer Netze. Die Ergebnisse liegen vor und können auf der nächsten LVK förmlich bestätigt werden.

Die AG Veranstaltungen unter Moderation von Oliver Hoch wird in den nächsten Wochen mit einem Arbeitsvorschlag zur Sichtung und Weiterentwicklung des Veranstaltungsportfolios an die Landesverbände herantreten.

Für die anderen beiden Arbeitsgruppen haben sich in den letzten Monaten Entwicklungen ergeben, die Anpassung der Arbeitsaufträge durch die kommende LVK erfordern:

Für die AG Onlineshop (Ronald Clark) liegen inzwischen wirtschaftliche Auswertungen vergleichbarer Aktivitäten der großen Kulturstiftungen vor, die eine breitere Ausrichtung der Arbeitsaufgaben nahelegen.

Die Aufgabenstellung der AG Fundraising und Projekte, für ich selbst stehe, sollte die Erfahrungen aus den bisher begonnenen drei Projekten durch eine Konkretisierung ihrer Aufgabenstellung berücksichtigen.

In jedem Falle sollten wir für alle drei noch anstehenden Aufgaben auch die Frage nach einer Teilnahme nochmals stellen, um weiteren interessierten Vertretern der Landesverbände die Möglichkeit der Mitarbeit geben.

Oliver Hoch hat uns abschließend aber auch noch einmal deutlich gemacht, dass die Frage nach der Zukunftsfähigkeit unserer Strukturen noch ungelöst im Raum steht: Ist unser Aufbau, sind unsere Institutionen und die Detailregelungen unserer Satzung noch geeignet, unsere strategischen Ziele und Maßnahmen umzusetzen? 

Schließlich stellt sich die Frage, ob wir wachsenden Aktivitäten in den verschiedenen Ebene der DGGL nicht auch unsere Kommunikationsstrukturen, sowohl intern als auch nach außen, ausbauen müssen?

Arbeitskreis Historische Gärten

Unser Arbeitskreis „Historische Gärten“ trifft sich zur diesjährigen Mitgliederversammlung am 5. September in Berlin-Friedrichsfelde im Kontext einer europäischen Fachtagung „Gartendenkmale der 1950er und 1960er Jahre: Schutz, Pflege und Instandsetzung“, die u.a. auch von Mitgliedern des AKs organisiert wird. 

Die fachlichen Arbeitsgruppen sind weiter überaus aktiv. Die AG „Grünes Nachkriegserbe“ (Sprecher Peter Fibich, Christian Hlavac und Klaus Lingenauber) trifft sich zu einer Exkursion nach Leipzig vom 24. bis 26. August. Bereits getagt hat die AG „Historische Kurparkanlagen“ mit ihrer Sprecherin Petra Martin im Januar in Bad Sulza; ein weiteres Arbeitstreffen ist im August in Bad Schwalbach geplant. Die AG „Historische Pflanzenverwendung“ unter der Leitung von Swantje Duthweiler traf sich zu einem Austausch mit Fachbeiträgen und Rundgang Ende Juni im thüringischen Greiz. Die vierte Arbeitsgruppe mit Hartmut Troll zum Thema „Theorie in der Gartendenkmalpflege“ plant für den Herbst ein Treffen in Kassel.

Arbeitskreis Landschaftskultur

Der Arbeitskreis „Landschaftskultur“ trifft sich regelmäßig im Frühjahr und im Herbst in spannenden deutschen Kulturlandschaften. Gäste sind herzlich willkommen, Infos gibt es bei Udo Woltering, dem AK-Sprecher (Udo.Woltering@LWL.org). Zuletzt war die Metropolregion „Rhein-Neckar“ um Bad Dürkheim das Ziel, das nächste Treffen findet am 9. und 10. November 2018 rund um Oberhausen statt.

Arbeitskreis Grün in der Stadt 

Der DGGL- AK “Grün in der Stadt“ mit einem ständigen Kreis von derzeit rund 10 Personen um Professorin Dr. Andrea Haase und Professor Dr. Hartmut Balder hat ein detailliertes Positionspapier erarbeitet und geht damit nun in die Öffentlichkeit. Wir haben Ihnen dieses Papier beigelegt und würden uns freuen, wenn Sie darüber mit uns vielleicht beim nächsten AK-Treffen aktiv einsteigen in die Diskussion. E-Mail genügt und wir laden Sie gerne ein.

Arbeitskreis Junger Landschaftsarchitekten  

Wettbewerbe und Nachwuchsförderung sind derzeit die Schwerpunkte im AK „Junge Landschaftsarchitekten“ unter der Leitung von Philipp Sattler und Professor Dirk Stendel.  Erfolgreich abgeschlossen mit rund 30 Teilnehmerinnen und einer Preisverleihung Anfang Juni in Heilbronn wurde der Wettbewerb „Gärten der Europa-Minigärtner“ für die BUGA im kommenden Jahr. Den mit 2.000 € dotierten 1. Preis gewann Bernadette Brandl aus Weihenstephan mit ihrem Entwurf „The pop-up boxes“ - ein Themengarten, der Kindern die Lust am Gärtnern nahebringen wird, denn er wird im Rahmen der BUGA auch gebaut werden. Den zweiten Platz belegten mit ihrem Entwurf „Der verrückte Garten“ Jasmin Schorr, Emma Haberstock und Marcel Dölling aus Berlin. Sie erhielten 1.000 €, den dritten Preis, dotiert mit 500 €, gewann Theresa Günther Lamego, ebenfalls aus Berlin, mit ihrem Plan „Ein Garten im Garten im Garten“. Der BUGA Heilbronn 2019 GmbH danken wir für die organisatorische und finanzielle Unterstützung. 

Gartennetz Deutschland in der DGGL und Green Flag Award

In den letzten Monaten wurde vor allem das Projekt Rendezvous im Garten wie oben erläutert auf den Weg gebracht. Darüber hinaus wurde durch das Gartennetz in der DGGL in Kooperation mit der englischen Organisation „Keep Britain Tidy“ am 30. Juli 2018 in Ascherleben der „Green Flag Award“ an sieben Parkanlagen in Deutschland verliehen. In Großbritannien ist der „Green Flag Award“ für besonders gut gepflegte und nachhaltig bewirtschaftete Parks so bekannt wie die blaue Flagge für schöne und saubere Strände. Die neuen deutschen Träger des Green Flag sind: Gärten und Parks Aschersleben, Europa-Rosarium Sangerhausen, Elbauenpark Magdeburg, Gärten der Welt Berlin, Stadtpark – Botanischer Garten Gütersloh, Kurpark Bad Pyrmont sowie Insel Mainau. 

Für die weitere Gartensaison wünsche Ich Ihnen auch mit den umfangreichen Aktivitäten unserer DGGL viel Erfolg.

Jens Spanjer, Schloss Dyck
im August 2018