Präsidentenbrief Nr. 24

Liebe Mitglieder und Freunde der DGGL!

Mit Freude, aber auch einem Hauch Wehmut schreibe ich Ihnen heute diesen letzten Präsidentenbrief in meiner nun schon beendeten Zeit als Präsident der DGGL. Wie viele von Ihnen wissen, wurden im Rahmen der Landesverbandskonferenz am 3. Oktober 2014 in Köln, die im Zusammenhang mit der Fachtagung „Fritz Encke und die Reform der Gartenkunst“ veranstaltet wurde, auch Neuwahlen für das Präsidium der DGGL durchgeführt.

Auf dieser Konferenz wurde für den langjährigen, satzungsgemäß ausscheidenden Vizepräsidenten Friedhelm Blume als Nachfolger Ronald Clark gewählt, Gartendirektor in Hannover-Herrenhausen, und für den turnusmäßig ebenfalls ausscheidenden Klaus von Krosigk Jens Spanjer, Vorstand der „Stiftung Schloss Dyck – Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur“ in Jüchen bei Neuss, zum neuen Präsidenten der DGGL bestimmt.

Nach einer längeren Zeit der Suche nach einem fachlich und menschlich geeigneten Nachfolger bin ich besonders froh, dass ich in Jens Spanjer nicht nur einen hoch anerkannten Kollegen aus dem Rheinland für das Amt des Präsidenten der DGGL gewinnen konnte, sondern auch einen Fachkollegen, der sich durch seine vorzügliche Arbeit zur Gründung und Konsolidierung der inzwischen bundesweit bekannten Stiftung Schloss Dyck, aber auch durch seine nationale und inzwischen sogar internationale Verbandsarbeit einen guten Ruf und einen entsprechenden Bekanntsheitsgrad erworben hat.

Es wundert daher nicht, dass Jens Spanjer schon im ersten Wahlgang einstimmig als mein Nachfolger gewählt wurde und ich ihm, mit allen anderen DGGL-Mitgliedern, von Herzen zu dieser Wahl gratulieren konnte. Ich bin sicher, dass wir mit unserem neuen Präsidenten im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Wahl getroffen haben und unsere Gesellschaft mit diesem Präsidenten zu neuen Ufern aufbrechen wird. Ich habe ihm dazu meine volle Unterstützung zugesagt.

Gemeinsam mit dem Präsidium und Karin Glockmann habe ich mich aber auch über die ebenfalls einstimmige Wahl unseres neuen Vizepräsidenten Ronald Clark gefreut, der nicht nur als anerkannter Fachmann und Direktor des berühmten Herrenhäuser Gartens, sondern in DGGL-Kreisen auch als langjähriges Vorstandsmitglied des Landesverbandes Niedersachsen bekannt geworden ist. Auch ihm ein herzlicher Glückwunsch und eine gute Zeit in seiner neuen, verantwortungsvollen Aufgabe im Präsidium der DGGL.

Ohne Gegenstimmen wurden auch unser längst hoch bewährter Vizepräsident Oliver Hoch im Amt bestätigt sowie unser nicht zuletzt im Geldeinwerben äußerst erfolgreicher „Schatzkanzler“ Professor Rainer Schmidt. Beiden ein herzliches Dankeschön für die gute Arbeit in der letzten Legislaturperiode. Als scheidender DGGL-Präsident kann ich wirklich mit Freude und Genugtuung feststellen, dass unsere DGGL-Zentrale in Berlin nach dieser erfolgreichen Wahl in Köln nicht nur gut, sondern sehr gut aufgestellt und voll arbeitsfähig ist. Neben meinem großen persönlichen Dank - im Namen aller DGGLer - auch an den nun ausscheidenden, sehr verdienstvollen Friedhelm Blume bleibt mir daher nur, unserem neuen Präsidenten Jens Spanjer und dem gesamten Präsidium eine glückliche Hand und eine gute Zeit zu wünschen.

Ich darf zugleich von der sehr erfolgreich verlaufenen Encke-Tagung in Köln berichten, die dankenswerterweise der Landesverband Rheinland der DGGL, namentlich Rita Hombach, Claudia Feldhaus, Almuth Spelberg und Christoph Gerdes, zusammen mit der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V. und der Fachhochschule Köln organisiert hat. Es war nicht nur richtig, sondern längst überfällig, sich des außerordentlich verdienstvollen Wirkens des langjährigen Stadtgartendirektors der Stadt Köln, Fritz Encke, zu erinnern und sich im Anschluss an die Vorträge auch mit einer Fachexkursion zu zwei seiner Parkanlagen - Humboldt-Park und Friedenspark - zu begeben und sich mit seinem heute als Gartendenkmal geschützten gartenkulturellen Erbe in Köln kritisch auseinanderzusetzen.

Man muss wohl sagen, dass es auf dieser Exkursion in der Tat mehr Fragen als Antworten gab und es auch aus meiner Sicht richtig war, zum Umgang mit dem Erbe Enckes in Köln eine fachlich unbedingt konstruktive „Kölner Erklärung“ verabschiedet zu haben. Möge diese fachlich sehr gut begleitete Erklärung helfen, dass ein auch national gesehen wertvolles Gartenkulturerbe zukünftig konservatorisch deutlich besser erhalten und unterhalten wird.

Im Rahmen der Landesverbandskonferenz in Köln ging es natürlich auch schon um Veranstaltungen und Termine des kommenden Jahres, wie dem im Rahmen der in der Havelregion stattfindenden Bundesgartenschau 2015 mit dem wunderbaren Motto "Das blaue Band der Havel" geplanten gemeinsamen Bundeskongress der Planerverbände vom 10. bis 13. Juni 2015 in der Stadt Brandenburg, der sich mit dem Thema "Wasser in der Kulturlandschaft" auseinandersetzen wird. Die DGGL wird mit zwei Auftaktreferaten sehr präsent sein und unser neu gewählter Präsident wird die Freude haben, im Rahmen des Kongresses in der wasserreichen Havel-Stadt unser Jahrbuch 2015 zum Thema „Wasser in Garten und Landschaft“ vorzustellen.

Das nunmehr zehnte Jahrbuch ist unter der bewährten Chefredaktion von Vizepräsidentin Eva Henze auf sehr gutem Wege; der Redaktionsbeirat wurde auf insgesamt sechs Personen erweitert: Neben Kaspar Klaffke, Heino Grunert, Bernd Modrow und Oliver Hoch sind nun auch Friedhelm Blume und Sibylle Centgraf in die Arbeit eingebunden. Zu meiner großen Freude liegen erste Texte und Fotobeiträge – so von Lutz Spandau von der Allianz-Umweltstiftung – bereits vor. Großartig!

Buchbestellungen werden in unserer Bundesgeschäftsstelle gern entgegengenommen – vorrätig sind noch Exemplare der Jahrbücher 2013 "Energielandschaften – Geschichte und Zukunft der Landnutzung" und 2014 "Zukunft Stadtgrün – Nutzen und Notwendigkeit urbaner Freiräume". Hier finden Sie auch die Liste unserer anderen Veröffentlichungen.

Die nächste Landesverbandskonferenz wird in Verbindung mit dem schon erwähnten Bundeskongress in Brandenburg am 11. Juni 2015 stattfinden. Gerne lade ich alle Interessierten schon heute zum Kommen ein. Die herbstliche Landesverbandskonferenz 2015 soll sinnvollerweise wieder in Verbindung mit der dann anstehenden Kulturpreisverleihung, also am Wochenende rund um den 3. Oktober 2015 stattfinden. Auch diesen Termin bitte ich schon einmal zu notieren.

Seit mehr als einem Jahr beschäftigt sich das Präsidium mit Ideen zum Kulturpreis 2015. Hier liegt u.a. ein schöner Vorschlag von Eva Henze vor für eine Auszeichnung der „Freunde des Jenischparkes“ in Hamburg, die dieses Haus- und Gartenensemble am Elbufer über Jahre vorbildlich wiederhergestellt haben sowie ein Vorschlag unseres verehrten Past-Präsidenten, Professor Klaffke, zu Gunsten der Klosterkammer in Hannover, die u.a. Forschungsstipendien im Bereich "Klostergärten und klösterliche Kulturlandschaften" vergeben hat und seit langen Jahren auch bei der "Offenen Pforte" mitwirkt.

Außerdem gibt es aber auch zwei Vorschläge aus Sachsen-Anhalt. Neben dem „Förderverein Park Dieskau“, der sich seit 1999 bei der behutsamen, natur- und denkmalschutzgerechten Wiederherstellung dieses bedeutenden Kulturdenkmals und Naturrefugiums vor den Toren Halles engagiert, beschäftigt uns vor allem die auf Gut Zichtau in der Altmark angesiedelte Gartenakademie Sachsen-Anhalt. Durch das uneigennützige Engagement von Hasso von Blücher sind Gut und Park Zichtau zu einem Mittelpunkt des kulturellen, künstlerischen und gartenpflegerischen Lebens in der Altmark geworden. Sowohl der Landrat des Altmarkkreises Salzwedel als auch der Bürgermeister von Gardelegen unterstützen nachdrücklich unsere entsprechenden Ideen. Im Rahmen der weiteren Vorbereitung werden sich das Präsidium der DGGL, Karin Glockmann und der Vorstand des Landesverbandes Sachsen-Anhalt nach Zichtau begeben, um sich auch persönlich einen Eindruck zu verschaffen und dann hoffentlich auf gesicherter Grundlage die erforderlichen Entscheidungen für die weiteren Kulturpreisverleihungen treffen zu können.

Im Jahr 2015 begeht auch die Zeitschrift "Garten+Landschaft" ihr 125jähriges Bestehen. Nach einigen Vorläufern wird die Zeitschrift, die die DGGL ja herausgibt, seit Beginn der 1950er Jahre im Callwey-Verlag hergestellt; wir sind daher mit der dortigen Chefetage im Gespräch, was aus diesem Anlass Besonderes unternommen werden kann.

Präsidium und Vorstand haben auch die Diskussion mit dem Callwey-Verlag hinsichtlich der aktuellen Situation auf dem Bücher- und Zeitschriftenmarkt fortgesetzt, die im Rahmen der Landesverbandskonferenz im Mai in Leipzig begonnen wurde. Dominik Baur-Callwey sagte uns u.a. zu, in jedem Fall unser „Flaggschiff“, die Zeitschrift "Garten+Landschaft" weiter als Print-Produkt zu verle-gen. Ständige Modernisierungen und Marktbeobachtungen mit entsprechenden Veränderungen im Verlagsablauf sind aber unumgänglich. Präsidium und Geschäftsleitung der DGGL haben hier dringend eine weitaus intensivere Beteiligung angemahnt und u.a. auch darauf hingewiesen, dass es beispielsweise Sinn machen würde, neben den von Bettina Oppermann engagiert und erfolgreich bearbeiteten DGGL-Seiten in "Garten+Landschaft" auch den renommierten und national bekannten DGGL-Arbeitskreis Historische Gärten zu Wort kommen zu lassen und damit eine deutlich breitere inhaltliche Vielfalt in der von der DGGL herausgegeben Fachzeitschrift zu eröffnen.

Sehr anzuerkennen ist die monatliche Arbeit von Bettina Oppermann, die seit knapp einem Jahr die Redaktion unserer beiden Seiten managt und mit vielen neuen Ideen bestückt; ich darf hier aber ihre Bitte um Zusendung von Textbeiträgen und Fotos aus dem Kreise der DGGL-Aktiven weitergeben und herzlich bitten, Frau Oppermann mit gutem Material in der Öffentlichkeitsarbeit für die DGGL zu unterstützen.

Im Übrigen haben wir die Gelegenheit in Köln auch genutzt, dem Chefredakteur der Zeitschrift, Robert Schäfer, zu seinem dreißigjährigen Dienstjubiläum am 1.10.2014 zu gratulieren und ihm un-sere Anerkennung für die geleistete Arbeit in den zurückliegenden drei Jahrzehnten auszusprechen.

Ende Oktober findet ein weiteres Treffen des Arbeitskreises Landschaftskultur in der schönen Rhön statt. Der Leiter, Udo Woltering vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, hat inzwischen einen festen Teilnehmerstamm um sich geschart; dessen ungeachtet lädt er aber alle Interessierten ein, noch kurzfristig zum AK dazu zu stoßen. Das nunmehr siebte Treffen findet am 25. und 26. Oktober 2014 im "Röhniversum", einer Umweltbildungsstätte im unterfränkischen Oberelsbach, statt.

Natürlich gilt das Augenmerk auch den weiteren Vorbereitungen der in der speziellen Verantwortung von Oliver Hoch liegenden „DGGL-Zukunftswerkstatt“ am 22.und 23. November 2014 im Kloster Lehnin im Land Brandenburg. Glücklicherweise liegen für dieses wichtige „Werkstatt-Workshop“, welches im Übrigen dankenswerterweise der Landesverband Berlin-Brandenburg sowie zwei Firmen des hiesigen GaLaBaues finanziell unterstützen, schon mehr als 50 Anmeldungen vor. Ich darf dennoch darauf hinweisen, dass es sich hier um keine „Vorstandskonferenz“ handelt, sondern alle Mitglieder der DGGL herzlich zur Teilnahme eingeladen sind. Nur was wir uns gemeinsam auf breiter Basis erarbeitet haben, wird dann auch für die Zukunft Bestand haben. Bei Interesse setzen Sie sich bitte direkt mit unserem Vizepräsidenten Oliver Hoch in Verbindung.

Während ein weiterer Arbeitskreis der DGGL, der AK Junge Landschaftsarchitekten, auch in diesem Jahr wieder höchst erfolgreich gearbeitet hat und der Präsident gemeinsam mit Karin Glockmann die Preisverleihung zum 20. Förderwettbewerb „Garten der Gärten – Ideen für den Eingangsgarten auf dem Gelände der zukünftigen Gartenschau in Brandenburg / Havel“, am 26. April 2014 in der Stadt Brandenburg persönlich vornehmen konnte, wurde mangels Interesse der Arbeitskreis Spielraum durch einen Beschluss der Konferenz der DGGL-Landesverbände in Köln aufgelöst.

Interesse besteht hingegen für die Auslobung des nächsten Förderwettbewerbes des AK Junger Landschaftsarchitekten in Kooperation mit der IGA Berlin 2017 GmbH: Erste Ideen für ein Thema sind mit den Beteiligten bereits diskutiert worden, auch neue Wege der Finanzierung sind durch unseren Schatzkanzler vorbereitet. Das Präsidium sucht aus dem Kreis der DGGL-Mitglieder derzeit Personen, die sich an der Arbeit der Wettbewerbsauslobung, der Jury oder der Preisverleihung beteiligen möchten; die langjährigen Leiter des AK, Wolfgang Aldag aus Halle und Winfried Wendling aus Niederhosenbach, möchten sich verständlicherweise aus der ersten Reihe der Verantwortung für die DGGL-Wettbewerbe zurückziehen.

Jochen Martz, 1. Vorsitzender des Arbeitskreises Historische Gärten, hat seit seiner Amtsübernahme Mitte 2013 auf der Mitgliederversammlung in Hannover eine Vielzahl von Aktivitäten angestoßen. Im September fand in Wien gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Historische Gärten eine Fachveranstaltung „50 Jahre internationale Gartenschauen“ statt. Am Rande dieser Tagung wurde eine Arbeitsgruppe "Gärten der 1950er und 1960er Jahre" gegründet; eine weitere Arbeitsgruppe ist in Vorbereitung zum Themenfeld "Historische Pflanzenverwendung". Die im März diesen Jahres in Bad Elster gegründete Arbeitsgruppe "Historische Kurparkanlagen" bereitet bereits die nächste Tagung vor. Jochen Martz wies zugleich  auch schon auf die vom 19. bis 21. März 2015 in Baden-Baden vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg organisierte große internationale Tagung „Zwischen Heilung und Zerstreuung: Kurparks und Kurgärten in Europa“, hin.

Zu meiner großen Freude konnte von der Landesverbandskonferenz in Köln dann auch die von Jochen Martz vorgelegte, nach langjähriger guter Vorbereitung - an der ich auch teilnehmen konnte - erarbeitete Geschäftsordnung des AK Historische Gärten verabschiedet werden.

Den schönen Fortgang der vormittäglichen Landesverbandskonferenz in Köln ergab dann nachmittags ein vom Landesverband Rheinland wunderbar vorbereiteter Ausflug in die Parkanlagen der „Stiftung Arboretum Härle“ bei Bonn-Oberkassel. Unter der Führung des Leiters des Arboretums, Michael Dreisvogt, 2. Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland, konnten wir uns eingehend den insgesamt aus drei Bereichen bestehenden Park Härle ansehen und aus einer unbedingt bevorzugten Hanglage heraus ein spannendes Relief mit abwechslungsreichen Perspektiven in die Rheinebene und das Siebengebirge, aber auch innerhalb des weitläufigen Parks, genießen.

Das im Wesentlichen im 20. Jahrhundert unter der Familie Dr. Carl Härle entwickelte Arboretum  wurde schon 1997 in eine Stiftung überführt, die das Erbe der beiden kinderlos verstorbenen Schwestern Maria und Regina Härle heute mit großem Engagement pflegt und entwickelt.

Den Abschluss des Tages bildete ein fröhlich-festlicher Abendempfang, den uns der Landesverband, in Verbindung mit der Familie Dreisvogt, die mit drei Generationen zugegen war, gab. Bei gutem Wein und gutem Essen kam es dann noch, charmant von Eva Henze eingeleitet, zur Überreichung schöner Abschiedsgeschenke an Friedhelm Blume und mich und ich war persönlich mehr als gerührt über einen Strauß wundervoller Konzertkarten, den ich von der DGGL erhielt, deren Hör-Genuss mich noch lange Zeit an meine „DGGL“ erinnern wird.

Nicht zuletzt die schöne Ansprache unseres neuen Präsidenten Jens Spanjer verwandelte den Fachnachmittag in einen rheinisch-fröhlichen Festabend und machte zugleich deutlich, worin die eigentlichen, inneren Werte der DGGL-Familie bestehen. Möge dieser schöne und gute Zusammenhalt, ein stets geübtes familiäres Miteinander, in Verbindung mit unseren hohen fachlichen Ansprüchen, auch zukünftig das Gesicht unserer DGGL bestimmen.

In diesem Sinne bin ich mit herzlichen Grüßen

Ihr

Dr. Ing. Klaus-Henning von Krosigk
September 2014