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Eine
neue Kultur des freundschaftlichen Umgangs
- Eindrücke von der Landesverbandskonferenz
in Dresden
"Wann
gehen wir denn endlich raus?" Höre
ich meine Nachbarn einander zuflüstern.
"Wir sind jetzt schon seit einer Stunde
in diesem Gebäude und möchten
doch auch noch den Großen Garten sehen."
Unterdessen gehen die Erläuterungen
zum Grand Palais weiter. Einzelheiten des
im Krieg stark zerstörten und während
der DDR-Zeit wieder zu restaurieren begonnen
und in seiner Instandsetzung noch lange
nicht abgeschlossenen Gebäudes gehen
weiter. Als Dresden im Februar 1945 bombardiert
wurde, flüchteten viele Menschen in
den Großen Garten im Glauben, sie
seien hier sicher. Der tödliche Irrtum
ist heute noch am Haus und an den Splittereichen
im Garten ablesbar.
Nach über einer Stunde entlässt
das Grand Palais die Besucher in die frische,
kühle Luft des Großen Gartens.
Herr Puppe von der sächsischen Schlösserverwaltung
und 2. Vorsitzender der DGGL Sachsen hat
eine für das verbleibende Zeitbudget
anspruchsvolle Route für uns zusammengestellt.
Wir streifen die Barockzeit, den gekonnten
Umbau des Gartens durch Friedrich Bouchés
ab 1873 zum Landschaftsgarten und die Einbauten
in den Garten während der DDR-Zeit.
In letzterer wurden auch viele wunderbare
- heute rar gewordene - Blumenpflanzungen
realisiert, wenn man einmal von den begrenzenden
und erschließenden Waschbetonplatten
absieht.
Es gibt viel Applaus für Herrn Puppe,
der pünktlich kurz vor 11:00 Uhr seine
Exkursion beendet. Nun folgt der bisher
immer eher langweiligere und langatmigere
Teil der Veranstaltung: die Landesverbandskonferenz.
Doch oh wunder, eine neue Kultur des freundschaftlichen
Umgangs lässt die Tagesordnungspunkte
Protokoll, Satzungsänderung und Finanzen
vorbei galoppieren wie das berühmte
Brezeln backen. Zank und Streit werden ersetzt
durch konstruktiven Dialog und gute Vorschläge.
Mit der Wiederwahl des Präsidenten
Kaspar Klaffke hat die DGGL abermals einen
guten Griff getan. Der neue Zusammenhalt
ist ihm geschuldet. Seine Blickrichtung
ist sowohl nach innen in den Verband, als
auch nach außen gerichtet. Eine gute
menschliche Grundstimmung ist ihm wichtig.
Der Tagesordnungspunkt Kulturpreis hat dann
doch noch zu einer lebhaften Diskussion
geführt. Die Auswahl der Kandidaten
wird zukünftig transparenter und nachvollziehbarer
gestaltet werden. Das soll den diesjährigen
Kandidaten, dem nordrhein-westfälischen
Städtebauminister Dr. Michael Vesper
und der Gräfin Marie Christine Wolff
Metternich aber nicht zum Nachteil gereichen.
Sie genießen die uneingeschränkte
Zustimmung der Landesverbandskonferenz.
Das Sorgenkind der DGGL sind die Arbeitskreise,
mit Ausnahme des Arbeitskreises Historische
Gärten. Als der Vorschlag, den AK Landschaftskultur
aufzulösen, eingebracht wurde, gab
es keinen nennenswerten Widerstand. Auch
wenn die Auflösung aktuell noch nicht
vollzogen wurde, sie steht an. Arbeitskreise
können nicht künstlich am Leben
gehalten werden, wenn ihnen Personen und
Inhalte fehlen. Es ist wohl besser, Arbeitskreise
mit Würde zu beerdigen, als sie lediglich
als Zombies auf dem Papier mitzuschleppen.
"Mehr Synergien mit Gleichgesinnten"
(die auch noch Geld mitbringen) fordert
Robert Schäfer, Chefredakteur der Zeitschrift
Garten + Landschaft. Er plädiert für
die Neugründung eines AK Stadtdesign
und verweist auf die jüngst stattgefundene
Kooperation zwischen der Messe Public Design
und Garten + Landschaft. In der Tat ist
der städtische Freiraum in keinem AK
so richtig vertreten. Das sieht auch der
Präsident so.
Die nächste Landesverbandskonferenz
findet im Rahmen der Kulturpreisverleihung
1./2. Oktober im Rheinland statt. Der genaue
Zeitpunkt für die Konferenz muss noch
gefunden werden. Allgemein ist die Terminierung
der Landesverbandskonferenz schwieriger
geworden. Wird die Konferenz ans Ende einer
Tagung angehängt, wie soeben geschehen,
dauert die Tagung insgesamt zu lange. Die
Leute reisen vorher ab. Findet die Konferenz
parallel zu Tagungsblöcken statt, müssen
sich die Landesverbandsvertreter zwischen
Tagung und Landesverbandskonferenz entscheiden.
Einige DGGL-Funktionsträger bevorzugen
grundsätzlich den Samstag, weil ehrenamtliche
und berufliche Tätigkeit dann nicht
miteinander in Konflikt kommen.
München wird der Austragungsort des
nächsten Bundeskongresses 2005 sein.
Wieder verspricht das Datum kurz vor Mittsommer
vom 16. bis 18. Juni 2005 gute Freiluftverhältnisse,
auch wenn man sich in dieser Hinsicht nicht
immer auf Petrus verlassen kann. Mit dem
Thema Landschaftsarchitektur im internationalen
Kontext, das diesmal vom BDLA federführend
vorbereitet wird, ist der passende Inhalt
für den Münchner BUGA-Rahmen gefunden.
Jetzt muss nur noch die Landesverbandskonferenz
zeitlich an der richtigen Stelle in die
Agenda integriert werden.
Über die Berichte aus den unterschiedlichen
Gremien der DGGL gibt es ein reges Feedback,
z.B. über das Für und Wider eines
regelmäßig tagenden Beirats.
Zum Schluss kristallisiert sich die pragmatische
und vernünftige Position heraus, dass
der Beirat das Präsidium und den Präsidenten
zu beraten habe und dass deshalb die Zusammenkünfte
grundsätzlich bedarfsbezogen zu erfolgen
haben. Frau Glockmann, die Bundesgeschäftsführerin
der DGGL berichtet wie immer aus der Geschäftsstelle
nicht ohne auf die fehlenden schriftlichen
Berichte der meisten Landesverbände
hinzuweisen. Erfolgreich war das Verbandsmarketing-Folgeseminar
im März 2004. Und noch eine Erfolgsmeldung:
die Zugriffe auf die neu gestaltete und
professionalisierte Homepage www.dggl.org
sind deutlich angestiegen.
Carmen Dams
1. Vorsitzende DGGL LV Saar-Mosel
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