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Eigene
Stärken stärken!
Bundestagung
Stadtlandschaften der DGGL
vom 23. bis 25. Oktober 2003 in Saarbrücken
Zusammenfassung
der Vorträge
Gerd
Rainer Damm, zuständig für die
Landesplanung im Saarland, unterstrich in
seinem Grundsatzreferat die Notwendigkeit
kooperativer Planverfahren und zusätzlicher
informeller planerischer Netzwerke über
die Grenzen der bestehenden Gebietskörperschaften
hinweg. Nur so seien die Herausforderungen
des strukturellen Wandels zu meistern. Sein
Kollege Philippe Peters aus Luxemburg bestätigte
diesen Ansatz und berichtete von den Schwierigkeiten
bei der Entwicklung der ehemaligen Stahlregion
Esch sur Alzette im Süden von Luxemburg.
Auch die Stadt Trier gehe auf ihrem Petrisberg
neue Wege, führte Stefan Leist vom
Planungsamt Trier aus. Auf der ehemals militärisch
genutzten Fläche entstehen der Wissenschaftspark,
ein neues Wohngebiet und viele anspruchsvolle
Freiräume, die 2004 der Öffentlichkeit
im Rahmen der Landesgartenschau Rheinland-Pfalz
präsentiert werden. Die aktuellen Saarbrücker
Entwicklungsprojekte Saarterrassen, IT-Park
und insbesondere das Projekt aw hallen auf
der Fläche des ehemaligen Bundesbahnausbesserungswerks
in Burbach wurden von Dieter Blase, dem
Geschäftsführer der Gesellschaft
für Innovation und Unternehmensförderung
(GIU) auf der Exkursion erläutert.
Der Landschaftsarchitekt Dr. Frank Lohrberg
aus Stuttgart betonte die zunehmende Bedeutung
der urbanen Waldwirtschaft für den
Verdichtungsraum um die Landeshauptstadt
Saarbrücken. Für die Waldwirtschaft
zeichnen sich gerade in waldreichen altindustriellen
Stadtregionen ganz neue Aufgaben ab. Dies
unterstrich auch Jörn Wallacher vom
Ministerium für Umwelt des Saarlandes.
Das Projekt Urwald vor den Toren der
Stadt als Kernbereich des Saarkohlenwalds
sei auch deshalb für die Menschen von
großer Bedeutung, weil hier ein Kontrast
zur lauten, hektischen Stadt angeboten würde.
Sinnliches Erleben von Wildnis würde
an die Stelle von belehrenden Führungen
treten. In die gleiche Richtung argumentierte
Rudolf Krumm von SaarProjekt. Bergehalden
seien Natur aus zweiter Hand, sogenannte
Industrienatur, welche mit ihren charakteristischen
kahlen Kuppen deutliche Erhebungen in der
Waldlandschaft seien. Sie gelte es zukünftig
herauszustellen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Geschäftsführer
der Industriekultur Saar GmbH Karl Kleineberg,
als er zusammen mit Roel Wolters aus dem
Amsterdamer Planungsbüro VISTA den
Masterplan für die Nachnutzung des
Bergwerks Reden vorstellte. Auf dem alten
Bergwerksgelände sollen neue Betriebe
angesiedelt werden. Darum herum, auf z.
T. kontaminierten Böden, Halden und
Schlammweihern soll eine neue Landschaft
mit moderner Architektur und Gärten
entstehen.
Günter Diesel, ehemaliger Leiter des
Umweltamts der Landeshauptstadt Saarbrücken,
erläuterte den Tagungsteilnehmern das
grenzüberschreitende Projekt Natur-
und Kulturraum Spicherer Höhen. Hier
wurden grenzüberschreitend nicht nur
industriekulturelle Relikte in Wert gesetzt.
Auch wurden die Überreste eines 2800
Jahre alten keltischen Ringwalls ausgegraben
und für den sanften Tourismus erschlossen.
Dass der beschrittene Weg in der Region
richtig ist, bestätigte Dr. Manfred
Kühn vom Institut für Regionalentwicklung
und Strukturplanung Berlin in seinem Vortrag
Stadtlandschaften Freiraumstrukturen
in Stadtregionen. Er ermutigte die
Regionen, mit eigenen, individuellen Konzepten
ihre Landschaften in Wert zu setzen und
als Standortvorteil zu nutzen. Regionen
sollen vor Ort gucken, was vorhanden
ist und eigene Stärken stärken.
Das mache eine Region interessant und hebe
sie von den Angeboten anderer ab.
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