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DGGL Bundeskongress 2010/
Landesverbandskonferenz
„GRÜN.KULTUR.METROPOLE.“
mit DGGL, GALK und bdla
mit Exkursionen in die Kulturlandschaft Ruhrgebiet
Die Kulturhauptstadt Essen war Ort der diesjährigen Landesverbandskonferenz …
Am 6. Mai wurden der Präsident Klaus von Krosigk und der Vizepräsident Friedhelm Blume für eine weitere Amtsperiode in der Landesverbandskonferenz bestätigt. Das Treffen der Delegierten von 17 Landesverbänden der DGGL ist das wichtigste Beschlussgremium unseres Vereins. Hier wird ein kritischer Blick auf die Kassenlage geworfen und es werden die Themen und Veranstaltungen der nächsten Jahre beschlossen. Wer Einblick in die vereinsdemokratische Routine nehmen und sich mit anderen Verbänden austauschen will, ist hier herzlich willkommen. Das Jahresthema "Garten und Kulturen" hat uns voll im Griff. Das Ruhrgebiet umfasst aufgrund seiner Geschichte so viele gartenkulturelle Highlights vom historischen Park, über die industriellen Villen und bürgerschaftlichen Stadtgärten bis zu neuen Plätzen, Gärten, Halden und neuen Radwegen, dass der Tagungsort Essen optimal gewählt war. Die Landesverbandskonferenz diskutierte im Blumenhof der Gruga, ebenfalls ein traditionsreiches Terrain der Kulturhauptstadt 2010 ...
Viele Landesverbände wurden durch das Motto "Garten und Kulturen" zu neuen thematischen Veranstaltungen inspiriert, deutlich sichtbar an der Liste der Aktivitäten im neuen Jahrbuch zum Thema. Dieses ist nun für jedermann erhältlich. Historische Gartenkulturen werden darin ebenso beschrieben wie aktuelle und unterschiedliche Perspektiven für die Gärten einer zunehmend multikulturell geprägten Gesellschaft.
Schon im Herbst werden Aspekte des neuen Themenjahrs "Private Gartenkultur" aufleuchten. Es geht um private Beiträge zur Gartenkultur, um Pflanzen- und Gartenliebhaberei und den spürbaren Gewinn für alle, der durch das Gärtnern selbst und die Öffnung von Gärten erzeugt wird. Die Verleihung des goldenen Lindenblatts an das Ehepaar Freudenberg im Oktober in Weinheim wird durch eine Fachtagung auf dem Hermannshof flankiert. Dieser Sichtungsgarten wird zu 80% privat finanziert und dient der Öffentlichkeit zur Forschung und Erbauung.
Ein Ausblick zeigt weitere Themen im nächsten Jahr. Der bundesweite Kongress wird am 12. und 13. Mai in Koblenz, dem Ort der Bundesgartenschau 2011 stattfinden. Auch das Jubiläum der DGGL fordert dem Präsidenten und Landesverbänden schon frühzeitig Entscheidungen ab. Wie alt wird die alte Dame DGGL eigentlich? Die DGGL wurde 1887 in Dresden gegründet, wir feiern also das 125jährige Jubiläum. Neben dem spannenden Konflikt- und Diskussionsfeld "Kulturschutz - Naturschutz" soll der Gründungsort Dresden der DGGL auch Ort eines Abschlusskongresses im Jubiläumsjahr 2012 sein. Wie könnte die Vielfalt der Typen, Beiträge und Veranstaltungen in der DGGL gebührend in einer Ausstellung gewürdigt werden? Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, die DGGL-Themen angemessen ins rechte Licht zu rücken, um neue Interessierte und Mitglieder zu gewinnen? Die Landesverbände sind nun dazu aufgefordert, intensiv darüber nachzudenken, wie sie sich in die Jubiläumsaktivitäten einbringen können.
… die Gruga hat immer wieder neue kulturelle Impulse aufgenommen!
Zu Beginn der 20er Jahre diente das Gelände als Baustoffgrube und landwirtschaftlich genutzte Fläche, sowie als Müllkippe. Auf einem Teil standen Polizeibaracken und Lagerräume für Kohl und Kartoffeln der Firma Krupp. Pfingsten 1927 wurde der Botanische Garten in der Nähe der Margarethenhöhe eröffnet. Dieser nach Pflanzenarten und Landschaften gegliederte Garten wurde von ca. 500 Notstandsarbeitern erstellt und ist heute noch Teil des Grugaparks. Am 13. Oktober 1929 fand die "Große RUhrländische GArtenbauausstellung", kurz GRUGA, statt. Sonderzüge aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland brachten die Besucher nach Essen. 2 Millionen Menschen besuchten den blühenden Garten mitten im Industriegebiet.
Anfang der 30er Jahre gab es Überlegungen zur Erweiterung des Volksparks. Doch die schlechter werdende wirtschaftliche Situation machte dies zunichte. Aber den nationalsozialistischen Machthabern diente eine weitere Gartenausstellung zur Umsetzung der Pläne. Damit konnte von April bis Oktober 1938 die "2. Reichsausstellung des deutschen Gartenbaus" durchgeführt werden. Zu den unveränderten Bestandteilen Gruga kamen der Keramikhof und der Große Blumenhof hinzu. Neue Attraktionen wie die dampfbetriebene Liliputbahn, ein Kinderzoo und stimmungsvolle Veranstaltungen in den Abendstunden wurden von fast 3 Millionen Besuchern genutzt.
500 Sprengbomben verwandelten im Krieg das Gelände in eine Trümmerlandschaft. Im Frühjahr 1949 wurden lediglich der Eingangshof und der Große Blumenhof wiedereröffnet. Viele Essener hielten der Gruga dennoch die Treue. Abermals diente eine "Bundesgartenschau 1965" zur Umgestaltung des Geländes. Für das neue Konzept eines bis heute 70 ha umfassenden Areals mussten 600 Dauerkleingärten, die Stadtgärtnerei und eine ganze Straße verlegt werden. Altbekanntes wie der große Blumenanger und das Hirschgehege mussten weichen. Neues wie die Tummelwiese und der Lesepavillon kamen hinzu. Der Botanische Garten und das Grugagelände wurden zu einer Einheit verschmolzen und der Margarethensee bereicherte die Vielfalt des Parks.
Ab 1977 wurden gemäß den sich wandelnden Erwartungen der Besucher dann Grillplätze eingerichtet. Ebenso wollte man Mitte der 80er Jahre dem Bedürfnis nach einem Forum für kulturelle Ereignisse mit der 1987 entstandenen Orangerie, die kulturellen Aufführungen und Ausstellungen dient, gerecht werden. 1989 wurde das Spiele- und Partyhaus für Kinder eröffnet und im Jahr 1995 kam der Kleintiergarten hinzu.
Der Grugapark ist seit 1929 ein Volkspark, der von insgesamt weit über 100 Millionen Menschen besucht wurde. Der heutige Grugapark bietet seinen Besuchern Entspannung im Grünen und auch ein aktives Freizeit- und Kulturprogramm für die ganze Familie. Mehrtägige sommerliche Parkveranstaltungen mit bis zu 40.000 Besuchern locken die Menschen an. Um dem aktuellen Thema „Wellness“ gerecht zu werden, wurde im Blumenhof die „Kur vor Ort“ möglich. Zu den Attraktionen gehören eine ausgedehnte Saunalandschaft mit Schwimmbecken, ein Solebecken im Außenbereich sowie ein stilechter japanischer Garten mit Steinen, Brücken und Pagodentempel. Ein Aufenthalt in dieser Kur-Einrichtung verbindet Sport, Gesundheit und Entspannung.Es bleibt spannend, in welcher Form sich der Grugapark in Zukunft weiterentwickeln wird.
Bettina Oppermann und Roland Pfeiffer |