Der Arbeitskreis Historische Gärten wurde 1963 auf Initiative von Gerda Gollwitzer und Christian Bauer gegründet und ist damit das älteste und gleichzeitig rennomierteste Fachgremium unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur mit inzwischen um die hundert Mitglieder.

Der Arbeitskreis versteht sich als unabhängiges Forum fachlichen Erfahrungsaustausches zu allen Aspekten der Erfassung und Erhaltung historischer Gärten und äußert sich im Rahmen von Stellungnahmen bei entsprechenden Anfragen, namentlich bei Gefährdungen historischer Gärten.

Er führt zu diesem Zweck Versammlungen, Tagungen, Seminare, Exkursionen, Vorstands- sowie Arbeitsgruppentreffen durch, gibt Fachpublikationen heraus und betreibt Öffentlichkeitsarbeit, die geeignet ist, Erforschung, Erhaltung, Schutz und Pflege historischer Gärten nachdrücklich zu fördern.

Am Beispiel des längst auch international anerkannten Arbeitskreises Historischen Gärten wird deutlich, dass durch die Beschäftigung der DGGL mit der Geschichte der Gartenkunst und Gartenkultur sowie durch die wissenschaftliche, aber auch praktische Auseinandersetzung und aktive Hilfe bei bedrohten Gärten der DGGL längst eine breite Anerkennung zuteil wird, die man sich auch für manches andere Arbeitsgebiet wünschen würde.

Die DGGL als Heimat des Arbeitskreises hat bereits 1892 und somit nur  wenige Jahre nach ihrer Gründung als „Verein deutscher Gartenkünstler“ (1887) das Thema Schutz und Erhaltung historischer Gärten diskutiert. 1907 wurde dem preußischen Abgeordnetenhaus erstmals vorgeschlagen, besonders wertvolle  Schöpfungen der Gartenkunst unter Schutz zu stellen. 1915 wurde die Gründung eines deutschen Gartenkunstmuseums angeregt. 1921 folgten erste Leitlinien zur Gartendenkmalpflege. Ebenfalls noch in den 1920er Jahren wurde festgestellt, daß historische Gärten besonders ausgebildeter Fachkräfte bedürften.

Jedoch war aus verschiedenen Zeitumständen heraus keinem dieser Ansätze nachhaltiger Erfolg beschieden, so daß schließlich 1963 mit der Gründung des Arbeitskreises ein neuer Ansatzpunkt gewählt wurde, um die Belange historischer Gärten und Parkanlagen wirkungsvoll vertreten zu können.

Dem Arbeitskreis gelang es aus heutiger Sicht tatsächlich, in den 1970er und 80er Jahren die Entwicklung einer wissenschaftlich konservatorisch begründeten Gartendenkmalpflege in der Bundesrepublik maßgeblich zu initiieren und entscheidend dazu beizutragen, daß diese neue Fachaufgabe sowohl in den Denkmalfachbehörden als auch in interessierten Kreisen eingeführt und vorangetrieben wurde.
So wurde 1973 beispielsweise beschlossen, eine vorläufige Liste historischer Gärten und Anlagen in der Bundesrepublik zu erarbeiten, um auf die Bislang völlig unzureichende Erfassung von Gärten als Kulturdenkmale zu reagieren.

1989 konnte in Zusammenarbeit des Arbeitskreises mit ausgewählten Ausbildungsstätten auch eine Empfehlung zur Ausbildung von Garten- und Landschaftarchitekten und Landschaftplanern im Interesse der Würdigung und Erhalltung Historischen Gärten und Anlagen verfaßt und veröffentlicht werden.
Bekannter noch wurde der Arbeitskreis durch seine zeitgleich erarbeiteten Leitlinien zur Erstellung von Parkpflegewerken, mit denen ein wichtiges Instrument der Pflege und Unterhaltung von Gartendenkmalen in Zielstellung und Umfang definiert wurde.

Neben der programmatisch-inhaltlichen Arbeit betätigte sich der Arbeitskreis seit seiner Gründung immer wieder mit unabhängigen und wo geboten auch kritischen Stellungnahme zu problematischen und umstrittenen Maßnahmen in oder an historischen Gärten.

Ferner initiiert der Arbeitskreis regelmäßig parallel zu seinen Versammlungen sach- oder objektbezogene öffentliche Fachtagungen, deren Durchführung und Dokumentation ein weiteres Feld öffentlicher Aufmerksamkeit erschließen.

Unter anderem auf Vorschlag des Arbeitskreises vergibt die DGGL auch ihren Kulturpreis, das „goldene Lindenblatt“.

Der Arbeitskreis hat heute mit über 100 Mitgliedern besondere Bedeutung als ein Gremium, in dem sich alle mit Gartendenkmalpflege Befassten aus den unterschiedlichsten Bereichen austauschen können. Dies sind vor allem die in der Verwaltung Historischer Gärten und Parks tätigen Landschaftsarchitekten, die in den Landesdenkmalämtern für die Gartendenkmalpflege verantwortlichen Gartenhistoriker, aber auch freischaffende Garten- und Landschaftsarchitekten mit entsprechendem Aufgabenschwerpunkt sowie Dozenten an den Hoch- und Fachhochschulen, Kunsthistoriker, Architekten, oder auch Besitzer von historischen Gärten. In jedem der 18 DGGL-Landesverbände ist ein Mitglied des AK als Regionalbeauftragter für Historische Gärten tätig. (hier die Adressliste) Die Mitglieder des AK treffen sich jährlich zu Fachtagungen im gesamten Bundesgebiet; Gäste sind herzlich willkommen.

Harald Blanke
Leiter des AK Historische Gärten der DGGL,
im Juli 2009
AK - Aktuell
Resolution 2009

Der in Gotha anlässlich seiner Mitglieder-versammlung 2009 zusammengekommene Arbeitskreis (AK) Historische Gärten der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL e. V.) hat sich eingehend mit der Situation der historischen Schloss-gärten Thüringens beschäftigt und sich anlässlich einer Fach-tagung namentlich mit der Fürstlichen Gartenkultur in Gotha befasst.

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Ein Garten ist ein idealer Ort, um sich auf die großen Fragen einzulassen.
Charles Jencks